Pirmasens „Können nicht mehr aus dem Vollen schöpfen“

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Vier der fünf Junioren-Fußballteams des FK Pirmasens in Regional- und Verbandsligen stecken diese Saison im Abstiegskampf. Über die Ursachen und die eventuellen Folgen für den Verein sprach Arno Noll mit Frank Tappe (40), seit eineinhalb Jahren Jugendkoordinator Leistungsbereich beim FKP. Der verheiratete Vater dreier Kinder, von Beruf Polizeibeamter, hatte die zweite FKP-Herrenmannschaft als Trainer von der A-Klasse bis in die Verbandsliga geführt.

Herr Tappe, die Regionalliga-B- und C-C-Junioren sowie die Verbandsliga-B- und C-Junioren sind abstiegsbedroht. Ist das nicht eine bedrohliche Situation, die den Fortbestand der hochklassigen Nachwuchsarbeit des Vereins nachhaltig beeinflussen könnte?

Wir müssen den Bereich von der U13 bis hinauf in die U17 etwas differenzierter betrachten. Unsere D-Junioren sind in der erstmals gespielten U13-Verbandsliga mit dabei. Das war schon ein Erfolg. Aber es ist für uns nicht unbedingt erforderlich, dass unsere U13, die ja in einer Neunerteam-Konkurrenz spielt, der höchstmöglichen Liga für diese Altersgruppe angehört. Die Mannschaft kann ohne Druck spielen. Die Spieler können sich mit den Stärksten messen und sich in Ruhe weiter entwickeln. Die C-Junioren konnten sich mit dem 3:0 im letzten Spiel vor der Winterpause bei den Sportfreunden Eisbachtal von den Regionalliga-Abstiegsrängen entfernen. Was wäre, wenn gleich nach dem Wiederaufstieg wieder der Abstieg in die Verbandsliga käme? Auch das wäre kein Beinbruch. Aber im U15-Bereich trifft uns die zunehmende Konkurrenz in unserem Einzugsbereich schon voll. Sechs Regionalligisten, der 1. FC Kaiserslautern, der 1. FC Saarbrücken, der FC Homburg, die SV Elversberg, Phönix Schifferstadt und wir, rangeln um die besten Spieler der Region und bieten ihnen die höchste Spielklasse an. Hinzu kommt, dass die Profiklubs ihre Scouts auf alle Plätze schicken, um die allerbesten Spieler ausfindig zu machen. Nimmt man dann noch die Verbandsligisten dazu, wie etwa den SC Hauenstein oder den aufstrebenden FC Speyer, dann muss man ganz einfach sagen: Wir können nicht mehr aus dem Vollen schöpfen. Wir haben hier zunehmend Konkurrenz bekommen. Und das vor dem Hintergrund, dass es immer weniger Kinder, immer weniger Nachwuchsfußballer gibt. Wurde diese Entwicklung rechtzeitig erkannt? Hat der Verein da schon gegengesteuert? Eindeutig ja! Alleine Gerhard Lorett hat als U15-Trainer für seinen Bereich vor der Saison 50 Kontakte zu Spielern aus der Region hergestellt und keine einzige Zusage bekommen. Ich leite zum Jahrgang 1999 über. Die Jungs sind aus der C-Junioren-Regionalliga abgestiegen, spielten dann als B 2 in der Verbandsliga, wo sie selten gefordert wurden, und sollen jetzt in der U17-Regionalliga bestehen. Wir wussten, dass das ohne Verstärkungen nicht geht. Also haben Dirk Kapitulski und ich als Trainer der letztjährigen B 2 gegen alle Mannschaften der Region gespielt. Alleine schon, um nach Verstärkungen zu suchen. Aber wir haben keine gefunden. Der Aufstieg von Elversberg in die U17-Bundesliga mit einer B II in der Regionalliga dahinter hat uns auch nicht in die Karten gespielt. Elversberg bietet hier schon Fahrkostenübernahme oder einen Shuttle-Service an. Da können wir nicht mithalten. Für welchen Weg entschied man sich dann, um die Regionalliga für den U17-Bereich zu erhalten? Uns blieb gar nichts anderes übrig, als von Anfang an auf den stärkeren 2000er-Jahrgang zu setzen, der in der C-Jugend den Wiederaufstieg in die Regionalliga geschafft hat. Dass es mit einer fast kompletten U16 in der U17-Regionalliga eine ganz schwere Saison wird und nur das Vermeiden des Abstiegs das Ziel sein kann, war völlig klar und wurde den Eltern und Spielern deutlich gemacht. U17-Trainer Uwe Scharbach leistet sehr gute Arbeit, und die letzten Spiele haben gezeigt, dass wir das schaffen können. Mit welchem Pfund kann der FKP noch wuchern im Kampf um die Talente aus der Region? Ganz eindeutig damit, dass der Verein FK Pirmasens mit seinem derzeitigen Präsidium und Regionalliga-Trainer Peter Tretter bewiesen hat, dass er auf seine Jugend setzt. Mit der Perspektive einer U23 in der Oberliga bieten wir ein blendendes Sprungbrett für U19-Regionalligaspieler, sich im Bereich der Aktiven zu etablieren und zu empfehlen. Als Beispiel nehme ich die Brüder Paolo und Lorenzo Valentini, die deshalb vom 1. FC Saarbrücken zu uns gekommen sind und mit unserer A-Jugend in der Spitzengruppe der Regionalliga spielen. Bis zur D-Jugend können wir noch mit den Großen wie dem 1. FC Kaiserslautern und dem FSV Mainz 05 mithalten. Bei den C- und B-Junioren ist das dann nicht mehr möglich, aber im A-Juniorenbereich kriegen wir wieder die Kurve wie die U19 beim 1:1 im ersten Aufeinandertreffen mit Bundesliga-Absteiger FCK bewies. Wie ist es um Ihre Zukunft beim FKP bestellt? Jugendmannschaften zu trainieren macht mir sehr viel Spaß. Die Spieler lernen schnell und sind begierig darauf, sich zu verbessern. Ich denke, dass ich in Zukunft nur noch Jugendmannschaften trainieren werde. Ich werde nach dieser Saison mein Amt als Jugendkoordinator zur Verfügung stellen. Dieser Aufwand ist ganz einfach nicht mehr vereinbar mit Familie und Beruf. Ich würde mir nur wünschen, dass ich das sauber übergebe. Das heißt, dass wir auch nächste Saison noch mit den B- und C-Junioren in der Regionalliga spielen.

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