Pirmasens Kömmerling rechnet mit Kontinuität

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Im Juni soll ein Investorenwechsel vollzogen werden, wenn die Behörden zustimmen: Die US-amerikanische Kömmerling-Muttergesellschaft Royal soll verkauft werden an die US-Investmentgesellschaft American Securities. Für „Kö“-Geschäftsführer Bernd Helfrich ist dies freilich kein Anlass zur Sorge. Denn der neue Eigner verfüge ebenso wie der bisherige über langjährige Erfahrungen in der Spezialitätenchemie und er besitze bisher keine Kleb- und Dichtstoff-Aktivitäten in Europa, so Helfrich. Er geht daher davon aus, dass die bisherige Wachstumsstrategie weiter verfolgt wird und auch keine Veränderungen für das operative Kömmerling-Geschäft zu erwarten sind. Der jüngste Eignerwechsel ist noch gar nicht so lange her: Im Juni 2013 wurde die Kömmerling Chemische Fabrik GmbH mit ihrer damaligen US-amerikanischen Muttergesellschaft Adco Global an die New Yorker Investmentgesellschaft Arsenal Capital Partners verkauft; Adco und Kömmerling wurden in der Folge mit anderen nordamerikanischen Klebstoff-Aktivitäten zusammengefasst unter dem Dach der Royal Holding, die Arsenal bereits 2010 gekauft hatte. Mit der Erweiterung um Kömmerling konnte die Royal-Gruppe ihre Aktivitäten auf Europa ausdehnen. Kömmerling-Geschäftsführer Bernd Helfrich ging damals davon aus, dass der Eigner-Wechsel sich nicht negativ auf das „Kö“-Geschäft auswirken werde. Er sollte recht behalten. Der Hersteller von Kleb- und Dichtstoffen konnte seinen Umsatz im zurückliegenden Geschäftsjahr 2013/14 – seit dem Eignerwechsel endet es zum 30. September – deutlich auf 142 Millionen Euro steigern. Die Belegschaft in Pirmasens wurde seit April 2014 um etwa 20 auf heute 303 Beschäftigte aufgestockt, vor allem in der Produktion; darunter sind zehn Auszubildende. Leiharbeiter spielen so gut wie keine Rolle bei „Kö“. Investitionen fließen beständig: Zwischen 2010 und 2013 waren es etwa fünf Millionen Euro; für 2015 sind drei Millionen Euro geplant für neue Technologien und Produkte, aber auch für Forschung und Entwicklung, wo allein 27 Mitarbeiter in Pirmasens beschäftigt sind. Denn wichtig sei es für sie, betont Helfrich, immer auf neue Trends reagieren zu können. Zum Beispiel auf eine Energie sparende Leichtbauweise bei Lastwagen und Autos, eine verbesserte Wärmedämmung bei Fenstern oder auch den Einsatz neuer Materialien. Die verschiedenartigen Produkte von „Kö“ – über 700 Rezepte gibt es – werden vor allem eingesetzt im Fensterbereich und – zunehmend – im noch kleinen Bereich Erneuerbare Energien (Solar), dazu im Transportwesen sowie im Bereich Bau/Industrie. Verkauft werden sie in über 60 Länder, vor allem in Europa, aber auch in den USA, Japan, China und – nach wie vor – in Russland. Das Wachstum im Ausland sei allerdings stärker gewesen als das im Inland, schränkt Helfrich ein – vor allem das Isolierglasgeschäft sei geprägt von einem starken Preisdruck. Auch für 2014/15 erwartet Helfrich ein Wachstum. Im ersten Halbjahr – Oktober bis April – liege man um knapp zwei Prozent über dem Vorjahr. Ein Mengenwachstum könnte mittelfristig eine räumliche Erweiterung bedeuten. Noch könnten sie aber auf der vorhandenen Fläche – etwa 35.000 Quadratmeter gehören Kömmerling Chemie – wachsen, stellt Helfrich fest, auch dank der Optimierung ihrer Fertigungstechnik und externer Lager. Personelle Nachwuchsprobleme gibt es bis jetzt für Helfrich ebenfalls nicht – auch, weil sie sehr gut vernetzt seien mit Hochschulen. Darüber hinaus hätten sie ihre Zusammenarbeit mit der IHK bei Umschulungen verstärkt. Dennoch: Der Demografiewandel wirke sich aus, stellt Helfrich fest – „ein Unternehmen muss daher auch alles dafür tun, dass es attraktiv bleibt, nicht nur für seine Kunden“. (tre)

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