Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Junge Regionalliga-Schiedsrichterin aus Hermersberg

2025 leitete Maren Fuchs (Mitte), mit Anna Seither (links) und Hannah Bader als Assistentinnen, auch das Verbandspokalfinale der
2025 leitete Maren Fuchs (Mitte), mit Anna Seither (links) und Hannah Bader als Assistentinnen, auch das Verbandspokalfinale der B-Juniorinnen in der Wormser EWR-Arena zwischen Mainz 05 und dem SV Kottweiler.

Sie spielt Klavier, studiert – und ist mit 19 Jahren schon Fußball-Regionalliga-Schiedsrichterin: Maren Fuchs aus Hermersberg.

Angefangen hat alles vor rund drei Jahren, als die damals 17-jährige Gymnasiastin ihren Papa fragte, ob sie denn nicht auch Fußball spielen könne. Ihr Vater, der früher lange Jahre für den SV Hermersberg spielende Steffen Fuchs, antwortete: „Ich weiß nicht, ob du daran noch Spaß haben wirst. Es ist doch schon ziemlich spät, um damit noch anzufangen.“ Maren Fuchs gab sich damit zufrieden, wenn auch nicht gänzlich. Zwei Wochen später stellte sie ihrem Vater die nächste Frage: „Könnte ich denn nicht Schiedsrichterin werden?“ „Da konnte ich nicht schon wieder Nein sagen“, berichtet heute Steffen Fuchs vom Karrierebeginn seiner Tochter als 23. Frau. Beim Südwestdeutschen Fußballverband in Edenkoben absolvierte sie daraufhin den Schiedsrichterlehrgang und das als Jahrgangsbeste. Flugs pfiff sie ihre ersten Partien. „Ich war da sehr nervös gewesen“, erinnert sich Maren Fuchs an ihre Anfänge als Regelwächterin.

Heute, knappe drei Jahre später, ist Maren Fuchs an den Wochenenden meist zweimal als Referee im Einsatz, leitet Begegnungen von Frauenteams bis zur Regionalliga und bei den Männern bis zur Bezirksliga. Und ja, selbstverständlich könne sie das Tempo auch bei den Männern mitgehen, denn sie hält sich permanent fit, läuft sehr viel, „am liebsten mit meinem Freund“.

Vater stets dabei

Maren Fuchs ist eine von sieben Schiedsrichterinnen innerhalb der Schiedsrichtervereinigung Pirmasens/Zweibrücken, so deren Obmann Sascha Geisler. Und sie ist mit ihren 19 Jahren bereits die viertälteste Schiedsrichterin.

„Manchmal fehlt es den Spielern und Spielerinnen etwas an Respekt mir gegenüber“, lässt die Hermersbergerin leise Kritik anklingen. Da greifen die Vorurteile weiblich und jung. Und in einem Fall, nach einem Match in der Bezirksliga, sei sie sogar massiv verbal von einem Zuschauer angegangen worden. Ihr Vater begleitet sie aktuell noch sorgenvoll zu jedem Match.

Entspannung am Klavier

Aber auch mit harscher Kritik wie im geschilderten Fall könne sie mittlerweile gut umgehen, erklärt Maren Fuchs, die in Saarbrücken – wo sie auch schon ein Spiel im Ludwigspark gepfiffen hat – Wirtschaft und Recht studiert, nachdem sie im vorigen Jahr am Sickingen-Gymnasium in Landstuhl ihr Abitur abgelegt hat. „Ein wenig stolz“ sei sie schon auf ihr Hobby, erzählt Maren Fuchs. Und ihr Vater lobt den riesigen Zusammenhalt in der Schiedsrichtergemeinschaft.

Neben dem Studium, dem Freund, der Familie und der Schiedsrichterei gibt es noch einen wichtigen Punkt im Leben der Maren Fuchs: Sie spielt sehr gerne Klavier, „seit der dritten Klasse – da kann ich ganz prima entspannen“.

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