Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Jugend-Kreispokalfinals in Pirmasens: Diego Bassos Siegprämie und eine Braut auf dem Platz

Szene vom A-Junioren-Kreispokalfinale: Rieschweilers Doppel-Torschütze Diego Basso (rechts) setzt zum Dribbling gegen Max Schüng
Szene vom A-Junioren-Kreispokalfinale: Rieschweilers Doppel-Torschütze Diego Basso (rechts) setzt zum Dribbling gegen Max Schüngel (links) und Luis Lehmann von der JSG Hermersberg/Rot-Weiß Pirmasens an.

Vor großer Kulisse wurden die fünf Jugend-Pokalendspiele des Fußballkreises Pirmasens/Zweibrücken ausgetragen.

„Eine solche Zuschauerkulisse hatten wir noch nie bei unseren Pokalfinaltagen.“ Dies sagte der Vorsitzende des Kreisjugendausschusses, Thomas Bauer, und strahlte mit der immer wieder über dem Rasen des SV Rot-Weiß Pirmasens durchblitzenden Sonne um die Wette. TuS Heltersberg (U11), JSG Grenzland/Rieschweiler (U13), FK Pirmasens (U15/U17) und SG Rieschweiler (U19) heißen die Jugend-Kreispokalsieger 2026. Zeitweise belebten 400 Zuschauer den Sportplatz „In den Tannen“.

E-Junioren: TuS Heltersberg - FC Rodalben 7:6 (2:2) nach Achtmeterschießen. Gleich das erste Finale war an Spannung nicht zu überbieten. Kreismeister Heltersberg unter Trainer Markus Lechner ging als Favorit ins Spiel. Aber der FC Rodalben, Zweiter der Kreisklasse-Gruppe 1, war über die gesamte Spielzeit ebenbürtig und glich in der regulären Spielzeit zweimal die Heltersberger Führung aus. Da auch die Verlängerung von zweimal fünf Minuten keinen Sieger brachte, entschied ein Achtmeterschießen. Hier sicherte sich der TuS das „Double“.

D-Junioren: JSG Grenzland/Rieschweiler - JSG Thaleischweiler/Höheinöd 2:0 (1:0). Die beiden Kreisligisten lieferten sich auf dem Neuner-Feld eine Partie auf Augenhöhe, in der die bessere Durchschlagskraft im Angriff den Unterschied ausmachte. Noa Stahl brachte die Grenzland-U13 in Führung. Erst in der Nachspielzeit fiel das entscheidende 2:0 für das Team von Trainer Michael Galuschka.

C-Junioren: FK Pirmasens II - JSG Fehrbach/Thaleischweiler 4:1 (2:0). Kreisligameister Fehrbach/Thaleischweiler schaffte es, das Finale gegen den Landesligameister bis in die Schlussphase offen zu gestalten. Albin Lukaj und Lasse Habelitz (11.) hatten für die schnelle Führung des FKP gesorgt. Als Paul Jennewein gleich nach Wiederanpfiff der Anschlusstreffer gelang, wurde die Zuschauerunterstützung für den Außenseiter immer lauter. Erst zwei weitere Treffer von Lasse Habelitz (70./72.) sicherten den Pokalsieg der FKP-U14.

B-Junioren: SG Rieschweiler - FK Pirmasens II 1:7 (1:1). Die frühe FKP-Führung durch Niclas Evers (3.) glich Lukas Palladino zum 1:1-Pausenstand aus. Eine Überraschung durch den Kreisliga-Vizemeister aus Rieschweiler lag in der Luft. Läuferisch und spielerisch dominierte der Landesliga-Meister von der Husterhöhe aber die zweiten 40 Spielminuten und holte sich nach Toren von Joel Weis, Neven Mayer, Michael Edwards, Daniel Stumpf und Lennart Weigel (2) doch noch souverän den U17-Pokalsieg.

A-Junioren: SG Rieschweiler - JSG Hermersberg/RW Pirmasens 2:1 (2:0). Nach dem Anstoß durch die frisch getraute Katharina Eberle-Coressel, die zusammen mit Ehemann Marc im Sportheim der Rot-Weißen ihre Hochzeit feierte, hatte die JSG Hermersberg/Rot-Weiß zwar mehr Ballbesitz, doch stellte Rieschweiler die cleverere, torgefährlichere Elf. Der Unterschiedsspieler war der schnelle und kaltschnäuzige Diego Basso, der beide Treffer für den neuen U19-Pokalsieger aus Rieschweiler erzielte.

Der Landesliga-Sechste aus Rieschweiler stand hinten sicher, hatte in Keeper Colin Schöfer einen sicheren Rückhalt und vorne mit Max Ziehl, Mattis Schäfer, Paul Brand und jenem Diego Basso schnelle Angreifer. In der 25. Minute spielte Mattis Schäfer den präzisen Steckpass in den Lauf von Basso, der überlief die JSG-Innenverteidiger, ließ auch noch Keeper Lennart Friedrichs aussteigen, vollstreckte zum 1:0 und jubelte mit zwei blitzsauberen Flickflacks. Ähnlich das 2:0 (33.): Der lange Ball auf Basso sprang noch auf, der Stürmer aus Rodalben, der bis zur Winterpause noch für den FKP gespielt hatte, köpfte das Spielgerät über den herauslaufenden Friedrichs ins Tor. Die Angriffsversuche der SG Hermersberg/Rot-Weiß verpufften, da die Stürmer die hohen Bälle nicht unter Kontrolle brachten. Fehler im Spielaufbau zogen stets gleich gefährliche Angriffsaktionen von Rieschweiler nach sich. Doch dann kam sie, die Torchance für den Hermersberger Luis Dahler, der aber aus fünf Metern genau auf Keeper Schöfer köpfte.

Dreifach-Chance kurz vor Schluss

Nach der Halbzeitpause initiierte der gerade eingewechselte Raphael Schüngel eine Strafraumaktion für den Landesligavierten. Einen Kopfball des Hermersbergers Levin Könnel aus fünf Metern entschärfte Keeper Schöfer mit toller Reaktion. Auf der anderen Seite blieb Schlussmann Friedrichs Sieger gegen den wieder einmal durchgebrochenen Basso, und ein Schuss von Brand zischte knapp am langen Pfosten vorbei.

Dann das Anschlusstor: Schüngel in den Lauf von Dahler, der rutschte in den Ball und lenkte ihn an Keeper Schöfer vorbei ins Netz. Da waren noch acht Minuten zu spielen. Die JSG setzte alles auf eine Karte und hatte eine Dreifach-Chance. Der Freistoß des Hermersbergers Phil Könnel wurde erst abgeblockt, dann bebte die Latte, und den Abpraller schoss Raphael Schüngel in die Wolken. Dann ertönte der Abpfiff.

„Die Basis für den Pokalsieg haben wir in der ersten Halbzeit gelegt. Am Ende war es ein Nervenspiel, und das Glück war auf unserer Seite“, sagte Rieschweilers Co-Trainer Ralf Knecht, der anstelle des verhinderten Dustin Kaufeld coachte. „Unsere Jungs haben bis zum Schluss alles versucht. Aber wir sind nicht richtig ins Spiel gekommen, waren zu nervös vor dieser Kulisse“, zog der Trainer aus Hermersberg, Alexander Lechner, sein Fazit. Siegtorschütze Basso erzählte: „Ich hatte mit Kumpels gewettet. Durch meine zwei Treffer habe ich zwei Pizzen und einen Döner gewonnen.“

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