Jugendfußballspiel der Woche
JSG Erlenbrunn/Winzeln gegen Palatia Contwig: Schiri verzichtet auf Passkontrolle
Nicht nur, dass Landesligist Contwig am Dienstagabend in Erlenbrunn beim eine Klasse tiefer spielenden Gastgeber überlegen mit 6:0 (4:0) siegte, nein – Spieler, Trainer, Schiedsrichter, die kannten sich alle und gingen betont freundschaftlich miteinander um. Passkontrolle? „Die brauch’ ich nicht. Ich kenne die alle“, sagte Marc-Kevin Schaf aus dem benachbarten Lemberg, der als Schiedsrichter fungierte. Wenn es mal nötig war, begründete er seine Entscheidung ruhig und mit einem Lächeln.
So entspannt war auch das ganze Spiel. Der Favorit aus Contwig brauchte zehn Minuten, bis er spielerisch in die Gänge kam, die ganze Breite des gut bespielbaren Erlenbrunner Rasens „Am Brett“ nutzte und anfing, der JSG-Abwehr Probleme zu bereiten. Gar zu leicht wurde es dann aber dem auffälligsten Spieler auf dem Platz beim 1:0 gemacht. Kevin Schmidt überlief in der zehnten Minute wie im Spaziergang das Mittelfeld, suchte und fand in Moritz Schubert den geeigneten Bandenspieler und traf aus spitzem Winkel ins lange Eck.
Zweites Schubert-Tor
Schubert zeichnete auch für das schnell folgende 2:0 (13.) verantwortlich. Er wurde im Strafraum zu Fall gebracht und verwandelte den fälligen Elfmeter souverän. Beim 3:0 (17.) kam die elegante Vorarbeit von Etienne Mwangi. Durch eine schnelle Körperdrehung öffnete er die Spielsituation, spielte in den Lauf von Schubert, der zu schnell für die JSG-Innenverteidigung war und dem guten Keeper David Nagel keine Chance ließ.
„Fair geht vor“ – das war keine Worthülse. Als Sultan Tukras und Mike Schery zusammenprallten und Schery nach Luft japsend liegenblieb, spielte Tukras den Ball sofort ins Aus und kümmerte sich um den Gegenspieler.
Ohne U21-Spieler
Von der Sonne geblendet, war für die Pirmasenser beim vierten Gegentor (44.) der lange Ball in die Spitze schwer zu berechnen, Schmidt nahm ihn mit in den Strafraum und bediente uneigennützig den rechts mitgelaufenen Niklas Frick, der dann vollstreckte. Die JSG hatte neben der zu Beginn tief stehenden Sonne ein weiteres Handicap. „Wir sind ersatzgeschwächt und dürfen zudem im Pokal unsere U21-Spieler nicht einsetzen“, merkte Trainer Jürgen Keim an. Nur in der Kreisliga ist es U19-Teams erlaubt, bis zu vier U21-Spieler einzusetzen.
Die Gastgeber ereilte in Hälfte zwei das nächste Unheil. Nic Carrington, als einziger Ersatzspieler der JSG zur Pause für den verletzten Till Wagner gekommen, verletzte sich ebenfalls. Ab der 70. Minute war die Keim-Elf somit nur noch eine „Zehn“. JSG-Keeper Nagel hatte jetzt mehrfach Gelegenheit sich auszuzeichnen. Sei es beim Schuss von Silas Rauch (63.), beim Drehschuss von Hendrik Hunsicker (71.) oder bei Eckbällen, die er sauber abfing. Bei den weiteren Treffern von Alhamsho (62.) und Schmidt (64.) war er machtlos. Die Partie blieb bis zum Schluss betont fair.
Halbfinale komplett
„Die Erlenbrunner sind es sicherlich gewohnt, mit ihren U21-Spielern aufzulaufen. Da hätte dann ein anderer Gegner uns das Leben schwer gemacht“, hatte Palatia-Coach Nikolaus Sefrin Verständnis für die besondere Pokalsituation des Kreisligisten. „Ich bin froh, dass sich keiner verletzt hat, denn der Verbleib in der Landesliga genießt bei uns absolute Priorität“, fügte er an. „Unsere Fehler im Spielaufbau hat der Landesligist sofort in eigene Offensivaktionen umgesetzt. Das war schwer zu verteidigen. Aber meine Jungs haben bis zum Schluss gekämpft“, zog JSG-Trainer Keim sein Fazit. Neben Contwig haben noch die SG Hermersberg/Qubo, die JSG Rieschweiler und der FK Pirmasens/SV Lemberg II das Halbfinale im A-Junioren-Kreispokal erreicht.
SO SPIELTEN SIE
JSG Erlenbrunn/Winzeln: David Nagel - Till Wagner (45. Nic Carrington), Leon Thelemann, Maximilian Leibrock, Lucca Mangold - Paul Neumüller, Sultan Tukras, Noah Dzemski, Jonas Reinhard - Elias Theisinger, Malik Fadle
SV Palatia Contwig: Luca Galluci - Niko Schell, Mike Schery (45. Niklas Frick), Paul Sieber, Silas Rauch - Etienne Mwangi, Kevin Schmidt, Hendrik Hunsicker, Jordan Ayers - Bshar Alhamsho (45. Nicolae Popovicenco), Moritz Schubert.