Pirmasens „Jetzt auf einmal melden sich die Leute“

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Thorsten Engels hat es gewagt: Rausgehen, weggehen, wegbleiben. Zuerst als Schauspieler, seit einem Jahr nun als Tenor bei der Berliner A-cappella-Gruppe „Delta Q“. Mit ihr hat der 35-Jährige, der in Wallhalben, Herschberg und Saalstadt gewohnt hat, im Herbst den bundesweit bedeutenden Kleinkunstwettbewerb um die St. Ingberter Pfanne gewonnen. Nächste Woche kehrt Engels für ein Konzert von „Delta Q“ an das Zweibrücker Hofenfels-Gymnasium zurück. Dort hat der 35-Jährige 2001 Abitur gemacht. Thomas Füssler sprach mit ihm.

Wie sind Sie zum Singen gekommen? Arbeiten Sie nebenher noch?

Ich mach’ das Singen mittlerweile professionell. Gesungen habe ich eigentlich schon immer. Früher im Chor. Irgendwann habe ich mit a cappella angefangen. Das war, glaube ich, in der zwölften Klasse. Ich habe nach der Schule eine Schauspielschule besucht. Ich war Theaterschauspieler. Parallel hat sich das mit dem Singen entwickelt. Ich habe immer mehr gesungen, auf besserem Niveau. An verschiedenen Theatern habe ich auch die musikalische Leitung übernommen. Ich habe vier Jahre in Dinkelsbühl gewohnt und gespielt. Nach diesen vier Jahren war ich an einem Punkt, wo ich nicht mehr gewusst habe, ob ich das so weitermachen will mit der Schauspielerei. Ein Freund hat mich darauf hingewiesen, dass „Delta Q“ einen Sänger sucht. Die waren zu der Zeit an einem Punkt, an dem sie sich entscheiden mussten: „Wir wollen das jetzt mal beruflich machen.“ Zwei Mitglieder sind davor wegen eines anderen Jobs ausgestiegen. Mein Vorgänger ist Lehrer geworden. Der Bass ist in eine Grafikagentur gegangen. Die restlichen beiden, Martin Lorenz und Bastian Hengst, wollten „Delta Q“ hauptberuflich machen. Sie wollten nicht wieder Mitglieder verlieren wegen eines anderen Jobs. So kam das dann mit mir. Bei „Delta Q“ bin ich jetzt seit einem Jahr. Im Januar 2016 hatte ich meinen ersten Auftritt. Haben Sie als Schüler am Zweibrücker Hofenfels-Gymnasium schon bei einem Musical mitgemacht? Ja, in „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“. Ich glaube, das war 1998 oder ’99. Ich habe in der Schulband gesungen, in der Jazzband, mit Matthias Wolf. Über Matthias ist auch unser jetziger Gig im Hofenfels zustande gekommen – bei der St. Ingberter Pfanne. Dort war witzigerweise auch Herr Barbie. Der war damals Regisseur von „Joseph“. Ich habe am Hofenfels auch Theater gespielt, bei „Andorra“. Das hat dazu geführt, dass ich beruflich Theater spielen wollte. Sie machen mit „Delta Q“ auf der Bühne irrwitzige Sachen. Ein „Fernseh-Medley“ zum Beispiel, in dem Sie sich durch die Fernsehgeschichte singen. Sie singen eigene Sachen, aber auch traditionelle Lieder wie „In einem kühlen Grunde“. Das war 2015 beim „Delta-Q“-Auftritt in Blieskastel übrigens sehr bewegend. Da sind wir auf einer Wellenlänge. Als klar war, dass ich da einsteige, haben die anderen gesagt: „Komm doch einfach mal. Schau dir da mal an, wie das alles so läuft.“ Das war das erste Konzert, das ich von „Delta Q“ gesehen habe. Das, was mich am meisten geflasht hat, war tatsächlich „In einem kühlen Grunde“. Das ist auch auf unserer neuen CD und mein absolutes Lieblingslied. Das kann ich mit gutem Gewissen sagen, weil ich damals noch nicht dabei war. Ich finde diese Bearbeitung einfach nur genial. Bei dem Querschnitt von Comedy, Kultur und Pop ist es auch nach Ihrem Einstieg geblieben? Ja. Damit haben Sie den Wettbewerb um die St. Ingberter Pfanne gewonnen. Nun steht der Name „Delta Q“ in einer Reihe mit Lars Reichow, Olaf Schubert und Eckart von Hirschhausen. Da fährt man ja nicht einfach so hin und nimmt sich vor, zu gewinnen. Das war richtig, richtig aufreibend. Martin Lorenz war total krank. Wir hatten davor eine Periode, da mussten wir sogar Konzerte absagen, weil er so krank war. Es war dann auch so, dass er nach dem Auftritt bei der Pfanne ins Krankenhaus musste. Als wir dann gewonnen haben und eingeladen wurden, den Preis in Empfang zu nehmen, konnte er nicht mit. Das war richtig stressig. Wir hatten beim Auftritt damals eigentlich bloß gehofft, dass er es irgendwie durchsteht. Und er hat sich auf der Bühne auch nichts anmerken lassen. Spürt „Delta Q“ schon Auswirkungen, dass die Gruppe die St. Ingberter Pfanne gewonnen hat? Man merkt das total. Ich hatte keine Ahnung, was das für Auswirkungen haben kann. Das zieht sehr weite Kreise. Es sind einige Auftritte dadurch dazugekommen. Das hätte ich nicht gedacht. Und jetzt das Heimspiel an Ihrer früheren Schule. Ich freue mich, und ich habe ehrlich gesagt auch ein bisschen Respekt. Es gibt ja die Leute, die bleiben immer da, wo sie aufgewachsen sind. Die werden da wohl ihr ganzes Leben lang wohnen. Ich aber bin fortgegangen und war eigentlich immer auf Achse. Und jetzt auf einmal melden sich die Leute von früher. Teilweise meine ganze A-cappella-Combo, mit der ich in der Schule aufgetreten bin. Die werden wahrscheinlich zum Konzert kommen, und die haben deshalb eine Whatsapp-Gruppe gegründet. Info —Die Gruppe „Delta Q“ tritt am Freitag, 13. Januar, ab 20 Uhr in der Aula des Zweibrücker Hofenfels-Gymnasiums auf; Einlass ist ab 19.15 Uhr. —Karten zu 14 und zwölf Euro (ermäßigt zehn und acht Euro) gibt es in der Bibliothek des Hofenfels-Gymnasiums, Telefon 06332/48060.

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