Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Im Pokal-Wettfieber: 100 Euro auf den FKP?

2006 hatte Torhüter Reiner Schwartz, dem hier WM-Rekord-Torschütze Miroslav Klose anerkennend auf die Schulter klopft, großen An
2006 hatte Torhüter Reiner Schwartz, dem hier WM-Rekord-Torschütze Miroslav Klose anerkennend auf die Schulter klopft, großen Anteil am Sensationssieg des FKP gegen Werder Bremen.

Der FK Pirmasens ist nächsten Samstag krasser Außenseiter im DFB-Pokal-Erstrundenspiel gegen den Hamburger SV. Wie sind die Quoten bei den Sportwetten-Anbietern?

Sportwetten sind so alt wie der Sport selbst. Überlieferungen zufolge wurde bereits in der griechischen Antike auf den Ausgang von Wettkämpfen getippt und gewettet – vor allem rund um die Olympischen Spiele, die seit 776 v. Chr. alle vier Jahre stattfanden.

Zu jenen Wettbewerben, die damals ausgetragen wurden, zählten athletische Disziplinen wie Laufen, Diskuswerfen, Weitsprung, Speerwerfen sowie Faust- und Ringkämpfe, aber auch Pferderennen. Auch bei römischen Gladiatorenkämpfen wurde leidenschaftlich gesetzt. Wir erinnern uns: Im Monumentalfilm „Ben Hur“ setzte der römische Tribun Messala beim Wagenrennen auf sich selbst – und verlor nicht nur die Wette, sondern auch Gesundheit und Gesicht.

Man weiß es nie genau

Gehen wir in die Literatur: In „Herr der Ringe“ fühlte sich der Hexenkönig von Angmar unbesiegbar, weil „kein Mann“ ihn töten konnte. Dumm nur, dass seine Gegnerin eine Frau war. Zack – Schwert ins Gesicht, Staubwolke. Die Moral von der Geschichte: Auch der scheinbar sichere Sieger kann verlieren.

Das ist die eigentliche Würze von Sportwetten: Man weiß es nie genau. Klar gibt es Quoten, Statistiken, Favoriten, aber manchmal reicht ein schwacher Tag oder ein übermotivierter Außenseiter, und schon purzelt der Favorit vom Thron. Natürlich gibt es beim Wetten keine Strategie, die einem garantierten Gewinn entspricht. Denn gäbe es sie, wären Buchmacher und Online-Casinos längst reihenweise bankrott. Und das – nun ja – ist bislang nicht passiert.

Trotzdem: Wer klug kombiniert, kann durchaus ein feines Händchen beweisen. Wetten lassen sich heute nicht nur auf den Ausgang einer Partie platzieren, sondern auch auf Halbzeitstände, genaue Ergebnisse oder die Anzahl der Tore, Torschützen und vieles mehr.

Was will ich damit sagen? Ah ja, da wird am 16. August ein Pokalspiel in Pirmasens ausgetragen: FKP gegen den Hamburger SV, David gegen Goliath. Der Oberligist empfängt den Bundesliga-Dino im Framas-Stadion auf der Husterhöhe. Auf dem Papier eine klare Sache, doch wir wissen ja inzwischen: Papier ist geduldig. Die Quoten fallen deutlich aus: Gewinnt der HSV, werden für einen Euro Einsatz lediglich 1,05 Euro ausbezahlt; für den FKP dagegen haben die Buchmacher eine Quote von 29 angesetzt.

Wer 100 Euro auf den Außenseiter setzt, kann also ordentlich abräumen – aber nur, wenn der FKP nach 90 Minuten gewinnt. Denn: Gewertet wird bei den meisten Wetten die reguläre Spielzeit. Ein Unentschieden nach 90 Minuten? Geld futsch – es sei denn, man hat das Remis (immerhin noch eine Quote von 13) oder Elfmeterschießen mitgetippt.

2006: Elfmeterheld Schwartz

Wer jetzt denkt, dass der HSV automatisch weiterkommt, sollte sich erinnern: Schon im DFB-Pokal 2006/07 schaltete der FKP nicht nur einen Bundesligisten, sondern den damaligen deutschen Vizemeister aus. 1:1 stand es auf der Husterhöhe nach der regulären Spielzeit und auch nach der Verlängerung gegen den SV Werder Bremen, der Stars wie Miroslav Klose und Diego aufgeboten hatte. Im Elfmeterschießen siegte „die Klub“ dann vor allem dank Torhüter Reiner Schwartz.

Und auch wenn der Fußball seine eigenen Gesetze schreibt – in anderen Sportarten geht’s manchmal berechenbarer zu. Laut Analysten ist Tennis die „gerechteste“ Ballsportart. Metin Tolan von der TU Dortmund sagt: Bei einem Leistungsunterschied von nur zehn Prozent gewinnt zu 95 Prozent der Bessere.

Im Fußball? Da kann der Underdog mit einem Konter Geschichte schreiben. Oder mit einem Elfmeter ins Glück rutschen. Denn wir wissen ja: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze.

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