Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Hinterweidenthalerin mit der Lizenz zur Oberliga

Lina Werner trainiert in Hinterweidenthal den Nachwuchs.
Lina Werner trainiert in Hinterweidenthal den Nachwuchs.

Leute aus der Nähe: Die Hinterweidenthalerin Lina Werner ist begeisterte Fußballerin. Beim FFV Göcklingen gab es Einsätze in der Regionalliga. Aber auch neben dem Platz ist die 22-Jährige voll dabei. Gerade hat sie ihre B-Trainer-Lizenz bekommen. Damit könnte sie einen Oberligisten coachen. Noch aber sind es Jugendliche.

Das Thema Nummer eins bei Familie Werner in Hinterweidenthal: Fußball. Mama Bettina Werner ist die Kassenwartin des in der Landesliga spielenden Sportvereins Hinterweidenthal. Papa Axel ist der Schriftführer des Vereins und Sohn Lukas (26) ist ein absoluter Leistungsträger in der Landesligamannschaft des SVH. Auch dessen Schwester Lina (22) spielt Fußball: Beim FFV Göcklingen kickte sie zuletzt in der Regionalliga. Und wenn Familie Werner zusammensitzt, „dann ist Fußball unser Thema Nummer eins“, erzählt Lina.

Und die Studentin für angewandte Pharmazie an der Hochschule in Pirmasens hat richtig Ahnung vom Sport rund um das runde Leder (das gar keins mehr ist). Sie ist seit einigen Wochen sogar Inhaberin der Trainer-B-Lizenz. Sie war die einzige weibliche Absolventin des Lehrgangs, an dem 17 Fußballer unter dem Dach des Südwestdeutschen Fußballverbandes in Edenkoben erfolgreich die Prüfung ablegten. Damit darf sie nun im Aktivenbereich bis zur Oberliga als Trainerin arbeiten.

Karrierestart in Küche

„Ich konnte mir schon immer gut vorstellen, Trainerin zu sein, deshalb war dies nun auch der richtige Schritt für mich“, erzählt Werner. Als Studentin habe sie ihr Zeitmanagement genutzt, um drei Wochen in die Ausbildung zur B-Lizenz-Trainerin investieren zu können. „Später ist das vielleicht schwieriger“, merkt sie an.

Ihre noch sehr junge Karriere begann indes „in unserem Garten und unserer Küche“, wo sie mit ihrem viereinhalb Jahre älteren Bruder Lukas ständig an den Ball getreten hat. „Ich bin immer mit meinem Bruder auf den Sportplatz gegangen. Und als ich drei Jahre alt war, habe ich den Trainer gefragt, ob ich denn nicht mitmachen dürfe“, erzählt Werner. Sie durfte.

Kreuzband stoppt Karriere

Schon früh wechselte sie dann allerdings zum SC Hauenstein und bestritt im Juniorenbereich insgesamt mehr als zwei Dutzend Spiele in der Südwestauswahl. Als talentierte C-Juniorin „hatte ich große Ambitionen an mich selbst“, erzählt Werner von ihrem Jugendtraum, später einmal in der Nationalmannschaft zu spielen. Doch dann knickte ein Kreuzbandriss die Karriere. Sie wechselte zum Ex-Bundesligisten 1. FFC Niederkirchen, wo sie meist in der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga am Ball gewesen war.

In der Saison 2019/20 wechselte sie zum FFV Göcklingen, für den sie in der Regionalliga spielte – entweder auf der „Sechs“ oder seit neuestem als Innenverteidigerin. Auch wenn Göcklingen abgeschlagen Tabellenletzter wurde, so machte es Werner „trotzdem viel Spaß. Wichtig ist, dass das Mannschaftsgefüge stimmt.“ Zwar ist Werner „nur“ 158 Zentimeter groß „und dennoch kriege ich meine Kopfbälle“, erzählt die oft als Terrier beschriebene Verteidigerin.

Handball und Willi

Allein unter Männern die Prüfung abzulegen, das sei für sie „überhaupt kein Problem“ gewesen. Beim SVH coacht sie gemeinsam mit Günter Jung die E-Jugend. „Die sind sehr lernfähig und man kann denen vor allem technisch sehr viel beibringen“, erzählt sie weiter. Ob und wann sie ihre Lizenz einsetzt, könne sie noch nicht sagen, gleichwohl habe es bereits Gespräche mit den Verantwortlichen der Göcklinger gegeben. Wenn es ihre Zeit zulässt, dann schaut sie sich gerne die Handballspiele des TV Dahn an oder geht mit „Willi“, dem Familienhund, ein Welsh Terrier, spazieren.

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