Pirmasens Hemmungen abbauen

Tag der offenen Tür beim IB: Bei den Malern und Lackierern ist Kreativität gefragt.
Tag der offenen Tür beim IB: Bei den Malern und Lackierern ist Kreativität gefragt.

Berufsorientierung, Ausbildungsbegleitung und Ausbildung, all das bietet das Ausbildungszentrum des IB (Internationaler Bund) Südwest, das gestern einen Tag der offenen Tür veranstaltete, um den Pirmasensern, hauptsächlich den Jugendlichen der Stadt, die Werkstätten auf der Husterhöhe zu präsentieren. Schon um 9 Uhr herrschte reges Treiben in und um die beiden Gebäude in der Delaware Avenue. 230 Schüler waren angemeldet, um an der IB Olympiade teilzunehmen und den Geschicklichkeitsparcours zu durchlaufen.

„Die Jugendlichen sollen durch die Werkstätten zum Anfassen die Scheu verlieren, zu uns zu kommen“, erklärt Nicole Koch-Landau, Leiterin des Bildungszentrums des IB in Pirmasens. Die Olympiade sei der Leitfaden dazu. Die interessierten Jugendlichen durchliefen sechs Disziplinen, vom Pfeife biegen, Baumstamm sägen über Action Painting, Klammeräffchen hin zum Fähigkeiten-Parcours und Berufsquiz, um das eigene handwerkliche Geschick in den verschiedenen Fachbereichen auf die Probe zu stellen und außerdem an der finalen Verlosung teilzunehmen. Im Rahmen eines Showunterrichts konnten die jugendlichen Besucher zudem ihre schulischen Kenntnisse prüfen und natürlich mit den Auszubildenden ins Gespräch kommen, die ihre Fertigkeiten präsentierten. Angeboten wurde zudem, den eigenen Lebenslauf als Collage zu gestalten. Hier stand mal nicht die Präsentation der eigenen Person im Vordergrund, sondern ausschließlich die eigenen Wünsche und die Frage: Was will ich werden? Sechs Ausbildungsberufe bietet der Internationale Bund in Pirmasens an: Metall, Holz, Hauswirtschaft, Küche, Maler, Wirtschaft und Verwaltung sowie Lager und Logistik. „Die Metallwerkstatt ist die wichtigste im Haus, weil wirklich alle Teilnehmer anschließend Arbeit finden“, sagt Jörg Wünnenberg, Regionalleiter des IB. Der Bereich Holz hingegen sei mit seinem warmen Werkstoff besonders gut geeignet, Jugendliche zu motivieren, erklärt Wünnenberg weiter. Zu den Ausbildungsberufen kommen Weiterbildungsmaßnamen im Bereich Gesundheit und Soziales sowie Sprachkurse und EDV-Schulungen, die alle Schüler durchlaufen. Damit sie nicht nur ihre Nachrichten auf Facebook posten können, sondern auch mit Word und Excel umgehen lernen, um sich zu bewerben, ergänzt Wünnenberg. Wichtiger Bestandteil der Ausbildung im Haus seien auch Praktika in Handwerks- oder industriellen Betrieben. Wer beim IB aus- oder weitergebildet wird, kommt über die Arbeitsagentur oder das Jobcenter, die die Maßnahmen gemeinsam mit dem Europäischen Sozialfond für Deutschland (ESF) finanzieren. 375 Auszubildende gehen momentan täglich in den Ausbildungsstätten ein und aus. Zu 90 Prozent sind es junge Menschen aus der Region, Flüchtlinge sind zu zehn Prozent in den Programmen vertreten. Die Lehrzeit für einen Ausbildungsberuf beträgt drei Jahre, Fachpraktiker-Ausbildungen dauern zwei Jahre und eine sogenannte Berufsvorbereitung als Orientierung kann bis zu einem Jahr gehen. Eine Besonderheit bietet der Ausbildungsbereich Küche des IB: Die Auszubildenden lernen in der Gastro-Küche, die sich vom professionellen Standard her ohne weiteres in einem Hotel befinden könnte, nicht nur kochen, sie betreiben gleichzeitig die hauseigene Mensa für Schüler und Lehrerkollegium. Auch der MTV war mit einer Torwand vor Ort präsent. Die Bundeswehr nahm ebenfalls die Gelegenheit wahr an dem „Tag der lebendigen Werkstätten“, wie der Tag vom IB getauft wurde, den jungen Menschen nahezubringen, dass sie nicht nur Soldaten ausbilden, sondern auch in zahlreichen zivilen Berufen etwas zu bieten hat.

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