Pirmasens
Heimtierland Streb: 1000 Quadratmeter Tierzubehör in der Blocksbergstraße
„Zur Selbstständigkeit bin ich gekommen wie die Jungfrau zum Kind“, sagt der Diplom-Betriebswirt Hans-Jürgen Streb. Ursprünglich als Nebenerwerb gedacht, öffnete er vor 38 Jahren ein Zoogeschäft in der Friedhofstraße, wechselte aufgrund der guten Nachfrage aber schon bald in die Alleestraße. Von dort ging es schließlich in noch größere Räume in der Teichstraße, denn es gab schlichtweg genug Bedarf, wie Streb erzählt. „Phasenweise hatte ich zu dieser Zeit zwei Geschäfte gleichzeitig, bevor ich 1996 die Halle in der Blocksbergstraße, meinen heutigen Standort, gekauft habe“, sagt der heute 66-Jährige.
In seinen Geschäften verkaufte er damals auch lebende Kleintiere wie Hamster, Kaninchen und Vögel. Das klassische Zoogeschäft sei damals gefragt gewesen. Im Laufe der Jahre hat sich Streb, der früher hobbymäßig Hunde züchtete, immer mehr auf Futterberatungen konzentriert. Heute ist es vor allem medizinisches Tierfutter, für das seine Kunden teils lange Anfahrten auf sich nehmen, etwa aus dem Dahner Tal, Zweibrücken und Kaiserslautern. Denn selten fänden diese Kunden in ihrem Heimatort, was sie suchen und brauchen.
Tiere sind Familienmitglieder
„Die Tiere an sich sind heute mehr ins Blickfeld gerückt. Sie sind zu Familienmitgliedern geworden und bekommen mittlerweile ähnliche Probleme wie Menschen – Allergien, Hautprobleme oder Probleme mit den Organen. Mittlerweile gibt es für das alles das entsprechende Futter“, berichtet Streb. Dass es vor diesem Hintergrund aber immer schwieriger werde, das richtige Futter für das eigene Tier zu finden, sei die Kehrseite der Medaille.
Neben großen, bekannten Firmen ist das Heimtierland Streb Partner von kleinen Betrieben, die alles rund ums Tier herstellen. So gibt es auf den 1000 Quadratmetern in der Blocksbergstraße auch orthopädische Hundebetten und kleine Wintermäntelchen für Hunde – „da gibt es eigentlich nichts, was es nicht gibt“, meint Streb.
Die Kunden: Privatleute und Landwirte
Auch Hundehalter, die bei Wind und Wetter mit ihrem Tier nach draußen müssen, werden im Heimtierland fündig. „Outdoor-Kleidung, wie hochwertige Gummistiefel, finden bei uns ebenfalls guten Absatz“, nennt Streb ein Beispiel. Während die meisten Kunden für Hunde und Katzen einkaufen, bedient Streb in der Blocksbergstraße auch Landwirte, die beispielsweise Futter für ihre Pferde oder Rinder benötigen.
Im Gegensatz zur Konkurrenz aus dem Internet oder Filialisten sind die Kunden im Heimtierland Streb nicht anonym: Nahezu alle kenne der Inhaber beim Namen. „Ein weiterer Unterschied ist, dass ich, was Richtlinien auf dem Markt angeht, die sich stetig ändern, sehr schnell reagieren kann. Filialisten sind da träge“, findet Streb. Einen guten Kontakt pflege er zum Pirmasenser Tierheim. Im Gespräch mit seinen Kunden versuche er beispielsweise, die Tiere zu vermitteln, die dort leben.
Nachfolge sei gesichert
Einen Teil seiner Räume stellt Streb der Tiertafel zur Verfügung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Tiere von armen Menschen zu unterstützen. Mit seinen 66 Jahren denkt Hans-Jürgen Streb, der in der Blocksbergstraße drei Mitarbeiter beschäftigt, noch nicht an den Ruhestand. Über eine Nachfolge müsse er sich allerdings keine Sorgen machen: „Wenn es mal so ist, dass ich mich zurückziehe, wird meine Tochter in meine Fußstapfen treten. Sie arbeitet schon jetzt im Geschäft und kennt sich damit bestens aus“.