Pirmasens Grundsteine für die Zukunft gelegt

Der Aufreger schlechthin: Die Bahnhofstraße, zentraler Zugang zur Innenstadt, war in diesem Jahr wegen Arbeiten am Kanal- und Fe
Der Aufreger schlechthin: Die Bahnhofstraße, zentraler Zugang zur Innenstadt, war in diesem Jahr wegen Arbeiten am Kanal- und Fernwärmenetz mehrere Monate gesperrt.

„Das Leben in der Stadt wird eine Renaissance erleben und gegenüber den ländlichen Gegenden wieder an Boden gewinnen“, prophezeit Oberbürgermeister Bernhard Matheis. Die Entwicklung in Pirmasens gibt ihm Recht. Auf dem Horeb zum Beispiel, in der Landgrafenstraße, wo einst hunderte Arbeiter in der Schuhfabrik Welter & Brück beschäftigt waren, werden voraussichtlich schon in einem Jahr 28 Wohnungen auf zwei Etagen bezugsfertig sein. Wawi-Inhaber Walter Müller hat das Projekt „Bellevue“ Mitte Dezember gestartet. Aber es entsteht noch mehr moderner Wohnraum in Pirmasens: Das Neubaugebiet „Saragota“ auf der Husterhöhe wird um 14 Bauplätze erweitert. Zielgruppe sind junge Familien. Auf dem Areal der früheren Schuhfabrik Itt in der Hermannstraße haben die Bagger bereits ganze Arbeit geleistet. Nach dem Abriss der alten Gemäuer zieht dort der Kaiserslauterer Unternehmer Jörg Schattner auf über 5000 Quadratmeter Grundfläche ein dreigeschossiges Stadthaus mit Eigentumswohnungen hoch. Der Quadratmeterpreis liegt bei 2300 Euro. Auch Bauplätze entstehen. Aber das ist noch nicht alles: Ein Stadthaus mit sechs Appartements will der Pirmasenser Architekt Andreas Lang-Merz in der Simter Straße errichten. Die Energiebau Ramstein GmbH plant in der Schachenstraße direkt hinter der Agentur für Arbeit einen Wohnpark. Entstehen sollen 13 Einzelhäuser, die neueste Energiestandards miteinander verknüpfen. Der Unternehmer Manfred Schenk plant modernes Wohnen auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Pirmasenser Zeitung und Grundstücken in der Turnstraße 4 bis 10. Zwei Komplexe mit je sieben Eigentumswohnungen will er bauen. In Erlenbrunn sollen zwei dreigeschossige Wohnblocks mit Freisitzen und Dachterrassen entstehen. Wollen, sollen... Während oben genannte Projekt noch in der Mache sind, hat PS-Patio, das Gemeinschaftsprojekt der Stadt Pirmasens, der Bauhilfe und des Diakoniezentrums, bereits Erfolgsgeschichte geschrieben. Die Vision war, im Winzler Viertel den Lebensraum für Generationen zu gestalten. Nach dem Abschluss des ersten Bauabschnitts in der Winzler Straße leben die ersten PS-Patio-Bewohner seit Anfang 2013 in ihren Wohnungen. Im November 2017 wurde der nächste Bauabschnitt der Bauhilfe eingeweiht. Die beiden modernen Wohnblocks in der Winzler Straße mit 34 Einheiten sind alle vermietet, es gibt Wartelisten. Bei der Diakonie gegenüber ziehen die ersten Mieter ein. In trockenen Tüchern ist auch die Renovierung der Lutherkirche. Die Generalsanierung war notwendig geworden, weil Putz faul war und von den Wänden fiel, weil 80 Prozent des Bodens zerstört waren und überall Stolperfallen lauerten. Elektrik, Wände, Böden, alles wurde instandgesetzt. Hinzu kam eine neue Möblierung. Edel und modern kommt die Kirche heute daher. Einziger Wermutstropfen: Bislang ist es den Verantwortlichen der Lutherkirche nicht gelungen, ausreichend Spendengelder zu sammeln. Obwohl die veranschlagten 850.000 Euro für die Modernisierung nicht aufgebraucht werden, fehlen 170.000 Euro. Dafür muss die Kirchengemeinde bei der Landeskirche ein Härtedarlehen aufnehmen. Eine solche Generalsanierung täte auch der Wasgauhalle gut. Mindestens bis zum Jahresende könnten in der Wasgauhalle keine Großveranstaltungen stattfinden, hatte Baudezernent Michael Schieler im September verkündet – wegen Problemen mit der Statik. Zudem wird für die Messehallen 5 und 6, die zusammen eine 24.000 Quadratmeter große Fläche umfassen, ein neues Brandschutzkonzept erarbeitet. Die Halle wird seit dem Jahr 1970 genutzt, es gebe keine Risse in der Decke, so der Statiker. Aber er wollte nicht garantieren, dass die Träger der Decke eine Volllast aushalten. Da spielen dann kleinere Mängel wie abbröckelnder Putz nur noch eine Nebenrolle. Aber zurück zu Erfreulicherem: Das Projekt Jugendherberge nimmt Fahrt auf. Die Umbauarbeiten im Gebäude der früheren Hauptpost haben begonnen, ab April 2019 sollen die ersten Gäste einziehen. Im August wurde ein erstes Musterzimmer präsentiert. Das Design ist schick, aber schlicht, die Betten sind aus Vollholz, der Bodenbelag besteht aus anthrazitfarbenem PVC, die Stühle sind gelb, Leuchten sind in die Wandpaneele integriert, an den Wänden gibt es Kunst. Im separaten Bad, über das jedes Zimmer verfügt, gibt es eine gläserne Duschkabine und ein Extra-Kinderwaschbecken. Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) Rheinland-Pfalz/Saarland, Jacob Geditz, verspricht: Es wird eine der schicksten Jugendherbergen in der höchsten Kategorie. Mit über 30.000 Übernachtungen im Jahr soll die Jugendherberge ein Magnet für die touristische Entwicklung der Stadt und der Region werden. Die Jugendherberge spielt auch eine (Neben-) Rolle beim umstrittenen Ausbau der Bahnhofstraße. Damit die auswärtigen Gäste auf einem ansprechenden Weg in die Fußgängerzone gelangen, soll der Gehweg der Bahnhofstraße, so plant es die Stadtverwaltung, breiter werden und es sollen über 30 Parkplätze wegfallen. Das stößt manchem Geschäftsmann bitter auf, weil damit die Bahnhofstraße im neuen Jahr erneut zur Baustelle wird – für weitere 32 Wochen. So wie in diesem Jahr schon, als die Straße von März bis Ende Oktober für den Autoverkehr nur bedingt zugänglich war. Weil der marode Abwasserkanal erneuert werden musste und weil am Fernwärmenetz gearbeitet wurde.

Lutherkirche: Architekt Sebastian Metz (l.) zeigt Dekanin Zimmermann-Geisert und Pfarrer Rasp die Entwürfe.
Lutherkirche: Architekt Sebastian Metz (l.) zeigt Dekanin Zimmermann-Geisert und Pfarrer Rasp die Entwürfe.
Erste Sitzprobe in der Jugendherberge: Im Musterzimmer machen es sich gemütlich: Jugendherbergspräsident Peter Schuler, OB Bernh
Erste Sitzprobe in der Jugendherberge: Im Musterzimmer machen es sich gemütlich: Jugendherbergspräsident Peter Schuler, OB Bernhard Matheis, Jacob Geditz (Jugendherbergen-Vorstandschef) und Beigeordneter Michael Schieler.
Die ersten PS-Patio-Bewohner leben seit Anfang 2013 in ihren Wohnungen.
Die ersten PS-Patio-Bewohner leben seit Anfang 2013 in ihren Wohnungen.
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