Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Grünpatin: Freiwillig verantwortlich für die Blumen im Ort

Zehn Jahre lang hat Grünpatin Annegret Weißenegger unter anderem die Verkehrsinsel an der Abzweigung Lothringer Straße zur Mühlb
Zehn Jahre lang hat Grünpatin Annegret Weißenegger unter anderem die Verkehrsinsel an der Abzweigung Lothringer Straße zur Mühlbachstraße in Niedersimten bepflanzt und gepflegt.

Die ehrenamtlichen Grünpaten sorgen sowohl in den Vororten als auch in der Pirmasenser Kernstadt für gepflegte Blumenbeete und Verkehrsinseln. Eine von ihnen ist die 69 Jahre alte Niedersimterin Annegret Weissenegger, die das Amt schon über zehn Jahre ausübt.

„Ich bin als Grünpatin schon so lange aktiv, weil es mir einfach Spaß macht, in der Erde zu wühlen und die Grünanlagen der Stadt ansprechend zu gestalten. Ich liebe den Geruch von frischer Blumenerde“, sagt Annegret Weissenegger. Als sie vor ihrer Rente noch im Niedersimter Kindergarten tätig war, hat sich Weissenegger dort lange Jahre um den angrenzenden Garten gekümmert.

Der frühere Ortsvorsteher Kurt Sennewald sei schließlich auf sie zugekommen und habe gefragt, ob sie das Amt einer Grünpatin übernehmen möchte. Fortan kümmerte sich Weissenegger unter anderem um die Verkehrsinsel an der Abzweigung Lothringer Straße zur Mühlbachstraße. Sie bepflanzte die Insel beispielsweise im Frühling mit Tulpen oder Osterglocken.

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Von Autofahrern beschimpft

Einige Pflanzen hat Weissenegger von der Stadtgärtnerei zur Verfügung gestellt bekommen, viele aber hat sie selbst gekauft. Zur Stadtgärtnerei habe sie stets einen guten Kontakt gepflegt, die Zusammenarbeit sei immer reibungslos verlaufen – anders als manche Begegnungen mit Autofahrern an der viel befahrenen Straße in Niedersimten. „Gerade an der Verkehrsinsel am Ortseingang konnte es früher sehr gefährlich für mich werden. Als ich irgendwann einmal Wasser aufgefüllt habe, ist ein Autofahrer haarscharf an meinem Kopf vorbeigebraust. Das war öfter der Fall, bis ich Absperrpylone aufgestellt habe, um mir die nötige Sicherheit zu verschaffen. Viele Autofahrer haben mich deshalb sogar beschimpft. Leicht war das nicht immer“, erinnert sich Weissenegger. Die meisten Niedersimter hätten sich allerdings über ihr Engagement und die schönen Blumen im Ort gefreut, sie einfach als Bereicherung für das Ortsbild gesehen.

Nächstes Jahr wird die Rentnerin, die ursprünglich aus Bremerhaven stammt, der Liebe wegen aber bereits vor 49 Jahren nach Niedersimten gezogen ist, 70 Jahre alt. „Da ist das mit dem Bücken bei den Pflanzarbeiten gar nicht mehr so einfach. Mein Rücken macht das auf Dauer nicht mehr mit, weshalb ich als Grünpatin nun aufhören muss. Ich bedauere das sehr“, erzählt Weissenegger.

„Liebe es, in Erdböden rumzukruscheln“

Rund drei Stunden habe sie für das Bestücken der 15 Quadratmeter großen Verkehrsinsel mit Blumen gebraucht. Allein mit dem Einpflanzen sei es aber nicht getan: „Da muss noch Unkraut gejätet werden, und im Sommer muss man täglich mit großen Gießkannen dafür sorgen, dass die Blumen nicht vertrocknen. Das ist mit meinem Rückenleiden nicht mehr ganz so einfach“, berichtet sie.

Zu Hause in ihrer Wohnung hat Weissenegger nicht genügend Platz, um ihre Leidenschaft für duftendes Grün gebührend auszuleben. Gerne pflegt sie nicht nur ihre Zimmerpflanzen auf der Fensterbank im Wohnzimmer, sondern auch den Hof mit seiner kleinen Grünfläche hinter dem Haus. „Ich liebe es einfach, in Erdböden rumzukruscheln. Zu Hause kann ich mich auch mal hinsetzen und Pausen einlegen. Ansonsten helfe ich hin und wieder meinem Sohn an seinem Haus, denn er hat einen schönen, großen Garten“, berichtet die Wahl-Niedersimterin weiter.

Nachfolger ist gefunden

In ihrem Wohnzimmer hat Weissenegger eine Silberurkunde an der Wand hängen, die ihr von der Pirmasenser Stadtverwaltung für ihr Engagement überreicht wurde – eine schöne Ehrung, wie Weissenegger findet, die von ihr ordentlich eingerahmt wurde. „Dass ich wegen meines Rückens nun aufhören muss, ist sehr schade. Aber die Stadt hat für mich schon einen Nachfolger im Ort gefunden, und für mich geht jetzt einfach die Gesundheit vor“, stellt Weissenegger fest.

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