Pirmasens Geheimniskrämerei auf der Spur
Wie schreibt man einen Liebesbrief, dessen Inhalt fremden Augen unbedingt verborgen bleiben muss? Die Antwort darauf kennen die zwölf Teilnehmer der ersten Kinder-Uni-Veranstaltung, die sich gestern am Hochschul-Campus auf der Husterhöhe ganz dem Thema „Geheimsprachen“ widmete.
In keinem Alter ist der Mensch so wissbegierig wie als Kind. Voller Begeisterung machten deshalb auch die Kinder zwischen acht und zwölf Jahren mit, als die Bibliotheksmitarbeiter Matthias Jentschke und Kerstin Squarra verrieten, welche Tricks es gibt, um Worte, Sätze und ganze Botschaften zu verstecken. In der Hosentasche funktioniert das nämlich nur bedingt, denn wenn das Schriftstück gestohlen wird, ist es schnell vorbei mit der Geheimniskrämerei. Dass es Geheimtinte gibt, wussten einige der Kinder-Uni-Besucher bereits. Zitronensaft & Co. erlauben unsichtbares Schreiben, erst beim Erhitzen kommen die Buchstaben zum Vorschein. Mit Flüssigkeiten und Flammen wollten die Verantwortlichen jedoch nicht in der Bibliothek hantieren, und so konzentrierte man sich auf „saubere“ Techniken zum Verbergen von Sprache. Steganographie, so erfuhren die kleinen Studenten, ist die Kunst, etwas so zu verstecken, dass keiner auf die Idee kommt, es sei überhaupt etwas versteckt. In der Antike habe man Sklaven eine Botschaft auf den kahl rasierten Schädel tätowiert, die Haare wieder wachsen lassen und dann den Sklaven zum Empfänger geschickt. Dieser musste den Postboten lediglich erneut rasieren, um die Nachricht zu lesen – clever, aber im 21. Jahrhundert fehl am Platze. Selbst zum Verschlüsseler werden durften die Kinder dann beim Bau eines Skytale. Ein Papierband wird um einen Stab gewickelt, beschrieben und wieder gelöst. Nur durch erneutes Aufwickeln um einen Stab mit gleichem Durchmesser verwandelt sich der Buchstabensalat in Lesbares. Spaß machte das allemal, und ab sofort wird so mancher der Teilnehmer auch im Freundeskreis gerne mit den Kinder-Uni-Tricks Eindruck machen. Verschlüsselungs-Klassiker wie die Fleißner`sche Schablone oder die populäre Caesar-Scheibe erklärten die Mitarbeiter ebenfalls sehr anschaulich. Mit einer weiteren Premiere geht die Kinder-Uni am Dienstag, 24. Mai, in die nächste Runde: ein eigenes individuelles Produkt darf im Workshop „Marketing trifft 3D-Realität“ kreiert werden. Ebenfalls neu in Pirmasens ist das Thema „Spaß mit Logistik“ am 28. Juni. Weitere Termine sind der 31. Mai (Wie programmiert man einen Roboter?), 7. Juni (Lizenz zum Löten), 14. Juni (Potz Blitz – der Elektrizität auf der Spur) und 21. Juni (Was ist eigentlich DNA?). Anmeldungen für alle Veranstaltungen per Fax unter der Nummer 0631/3724-2334 oder unter www.kinderuni.hs-kl.de. (mar)