Pirmasens Gartensprechstunde: Welche Pflanzen eignen sich am besten, um dem Klimawandel zu trotzen?

Einer der beliebtesten Kleinsträucher bleibt der Lavendel.
Einer der beliebtesten Kleinsträucher bleibt der Lavendel.

Hitzewellen, Trockenheit, Starkregen: Die Folgen des Klimawandels machen sich auch im Garten bemerkbar. Das ist Thema am Dienstag in der RHEINPFALZ-Gartensprechstunde.

Vertrocknetes Gemüse, brauner Rasen oder zu viel Regen machen Gärtnern das Leben schwer. Städte und Kommunen reagieren bereits und passen sich mit einer entsprechenden Auswahl der Stadtbäume und Grünflächenbepflanzung den neuen Bedingungen an.

Gartenamtsleiter André Jankwitz gibt in der nächsten Gartensprechstunde Tipps zu klimaresistenten Pflanzen.
Gartenamtsleiter André Jankwitz gibt in der nächsten Gartensprechstunde Tipps zu klimaresistenten Pflanzen.

Doch auch Privatgärtner können handeln, wie der Leiter des städtischen Gartenamts in Pirmasens, André Jankwitz, erklärt. „Um einen Garten klimafreundlicher zu gestalten, sollten Sie heimische, hitze- und trockenheitsresistente Pflanzen auswählen, die Wasser speichern und den Boden mit einer Mulch-Schicht bedecken. Sammeln Sie Regenwasser für die Bewässerung, fördern Sie die Artenvielfalt durch Mischkulturen und setzen Sie Bäume und Sträucher als natürliche Beschatter und zur Luftbefeuchtung ein, um ein besseres Mikroklima zu schaffen und die Widerstandsfähigkeit des Gartens zu erhöhen“, rät der Gartenexperte.

Kleine Bachläufe gegen Starkregen

Blätter, die von Bäumen bereits abgefallen sind, sollten zugunsten von Insekten und Igeln nicht entsorgt, sondern liegengelassen werden. „Das tut auch dem Boden gut, da er so lebendig bleibt“, sagt Jankwitz. Der richtige Bodenaufbau sei generell – vor allem jetzt in der Pflanzzeit – extrem wichtig. Gerade an regenreichen Tagen, wie wir sie im September vielfach erlebt haben. Jankwitz’ Tipp: „Ein organischer, humusreicher Boden ist widerstandsfähiger gegen Starkregen, da er Wasser besser speichern und aufnehmen kann. Fördern Sie die Bodengesundheit durch das Einbringen von Kompost und das Belassen von Mulch, wie Blättern oder Stroh, um die Bodenstruktur zu verbessern und Erosion zu verhindern. Bepflanzen Sie Ihren Garten dicht und schaffen Sie kleine Mulden oder Bachläufe, um Wasser bei starkem Regen zu speichern und abzuleiten.“

Doch welche Pflanzen, Bäume und Sträucher können Hobbygärtner pflanzen, um ihren Garten klimaresistent zu gestalten? „Im niedrig wachsenden Bereich gibt es Halbsträucher und Stauden. Einer der beliebtesten Kleinsträucher bleibt der Lavendel. Den gibt es in verschiedenen Farbtönen und Größen. Bekannt aus dem Mittelmeerraum ist aber auch die Zistrose, die inzwischen kein Problem mit der Winterhärte bei uns hat“, erklärt Jankwitz.

Felsenbirne und Schmetterlingssträucher

Hinzu kommen Stauden und Pflanzen wie Blauraute, Bartblume und Spornblume. „Astern gibt es für alle Jahreszeiten. Färberkamille, Asphodelus, Indigolupine, Sandnelken, Gaura, Lein, Natternkopf und Euphorbien vertragen viel Trockenheit und benötigen einen sonnigen Standort“, sagt Jankwitz weiter. Eine seiner Lieblingspflanzen als Strauch sei die Felsenbirne, die auch für kleine Gärten geeignet sei. „Sie blüht toll im Frühjahr und entwickelt leckere dunkelblaue Früchte zum Naschen und im Herbst gibt es ein Farbfeuerwerk. Natürlich gehören auch die Schmetterlingssträucher mit ihrem großen Farbspektrum dazu, die aber auch schon mal lästig werden können.“

Ölweiden, Esskastanien, Blumenesche und Eisenholzbaum gehörten ebenfalls zu den Klimagewinnern, genauso wie die Feige. Jankwitz erklärt weiter: „Wie in der Stadt, beispielsweise in der Rheinbergerpassage, kann ich als Baum Amberbäume in verschiedene Wuchsbreiten empfehlen. Maulbeerbäume mit brombeerartigen schwarzen oder weißen, süßen Früchten, darf man ebenfalls nicht vergessen. Wer Platz in seinem Garten hat, kann einen Blauglocken- oder einen Trompetenbaum pflanzen.“

Info

André Jankwitz beantwortet alle Fragen zum heimischen Garten am kommenden Dienstag, 30. September, zwischen 13 und 14 Uhr. Fragen können an diesem Tag telefonisch unter 06331 8004-28 oder vorab per Mail an redpir@rheinpfalz.de gestellt werden.

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