Pirmasens
Fußball: Zurückgenommener Platzverweis bei Bezirksligaderby Weselberg - Hinterweidenthal
Viele packende Zweikämpfe, aber wenig Torchancen erlebten am Sonntag in der Fußball-Bezirksliga Westpfalz die 180 Zuschauer beim Spitzenspiel zwischen dem SC Weselberg und dem SV Hinterweidenthal. 1:1 (0:1) endete das Duell des Tabellendritten mit dem Zweiten.
„Es war ein sehr intensives Spiel. Ich bin mit dem Punkt zufrieden“, merkte der sichtlich geschaffte SVH-Trainer Denis Jung zum Punktgewinn beim Tabellendritten an. Es war viel Arbeit für seine Elf, die sich bis zur Halbzeit die einzige Torchance erspielte. Die saß dann auch gleich, nachdem den Weselbergern im Aufbauspiel der Ball 30 Meter vor deren Tor abgeluchst wurde. Blitzschnell schaltete Marius Schäfer um, passte flach auf den umtriebig und gestenreich agierenden Felix Burkhard, der flach zum 1:0 für Hinterweidenthal einschoss.
Viele Grätschen
Bis dahin wurde jeder Millimeter des Feldes beackert, es wurde enorm viel gegrätscht und mit dem Körper gearbeitet, ohne dass die Partie unfair gewesen wäre. Das Spiel fand überwiegend zwischen den Strafräumen statt. „Wir waren in der ersten Halbzeit nicht mutig genug“, sagte Weselbergs Ex-Trainer Attila Baum, der nach seiner Einwechslung in der 60. Minute direkt in die Sturmspitze rückte und die beste Abwehr der Liga doch gehörig beschäftigte.
Gästekapitän Kim-Dan Schenk und Michael Helfrich in der Abwehrzentrale wirkten äußerst souverän, waren stets zur Stelle, wenn es nötig war, und erlaubten erst in der 65. Minute die erste SCW-Torchance, einen Kopfball von Mittelfeldspieler Felix Assel. Der ungemein abgeklärt agierende Jonas Jung im SVH-Tor warf sich mit allem, was er hatte, in Richtung des Kopfballs und konnte den Ball unter sich begraben.
Schneider darf bleiben, Burkhard muss raus
Es war der Aufgalopp zu einer aktionsreichen Schlussphase, in der Weselberg etwas zu hektisch agierte und überwiegend den Ball hoch und weit nach vorne schlug. In Minute 77 zückte Schiedsrichter Sascha Geisler zuerst die Ampelkarte für Hinterweidenthals David Schneider. Dieser war direkt aufgebracht und monierte, wie etwa die Hälfte seiner Mitspieler, den Feldverweis. Schneider war zuvor noch nicht verwarnt, wie der Unparteiische nach Rücksprache mit seinem Linienrichter erkannte; Schneider blieb daher auf dem Feld.
Elfer nach Foul an Baum
Drei Minuten später gab es dann einen Foulelfmeter, weil Schenk Ex-Regionalligaspieler Baum, der in Richtung Tor köpfen wollte, wohl zu Boden gerissen hatte. „Es gab ein Ziehen“, versicherte Baum hinterher, dass es sich um einen klaren Strafstoß gehandelt habe. Die Gemüter der Hinterweidenthaler waren erhitzt, Kevin Büchler verwandelte den Elfer zum 1:1 (80.). Nur Sekunden später sah Felix Burkhard nach einem Luft-Zweikampf völlig zurecht die Ampelkarte. Baums Fazit: „Aufgrund der letzten halben Stunde war der Punkt für uns verdient.“
SO SPIELTEN SIE
SC Weselberg: May - Geßner, Patrick Kessler, Marco Kessler, Graßmann (75. Baumann) - Conzelmann, Landoll, Assel, Schauß - Büchler, Bold (60. Baum)
SV Hinterweidenthal: Jung - Becker, Helfrich, Schenk, Kaufmann - Tretter, Bohrer, Schneider (90. Klemm) - Zwick (78. Radtke), Schäfer (90. Ringhof), Burkhard
Tore: 0:1 Burkhard (45.), 1:1 Büchler (80., Foulelfmeter) - Gelbe Karten: Assel, Schauß - Tretter, Schneider - Gelb-Rot: Burkhard (81., wiederholtes Foulspiel) - Beste Spieler: Baum, Kessler, Conzelmann - Schenk, Bohrer, Burkhard - Zuschauer: 180 - Schiedsrichter: Geisler (Zweibrücken).