Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: „Wir sind wie Unkraut“, sagt Moritz Zimmer vom FK Pirmasens

Dennis Krob bejubelt sein Elfmetertor zum 1:0. Im Hintergrund (von links) der erstmals in der Regionalliga zur Startelf gehörend
Dennis Krob bejubelt sein Elfmetertor zum 1:0. Im Hintergrund (von links) der erstmals in der Regionalliga zur Startelf gehörende Tim Hecker, Walldorfs Kapitän Nico Hillenbrand und André Becker. Foto: Seebald

Es ist vollbracht! Sechs Monate nach dem 1:0 gegen Wormatia Worms konnten Fans und Spieler des Regionalligisten FK Pirmasens mit dem 2:0 gegen Astoria Walldorf erstmals wieder einen Heimsieg bejubeln. Der erste mögliche Nichtabstiegsplatz ist bei vier Zählern Rückstand nun wieder in Sicht.

„Wir sind wie Unkraut, wir gehen nicht kaputt“, beschrieb Moritz Zimmer die Gefühle nach seinem ersten Heimsieg als FKP-Spieler. Den bis dahin letzten Dreier der Pirmasenser auf der Husterhöhe hatte der damals noch bei Röchling Völklingen spielende Zimmer als Zuschauer miterlebt: „Gegen Worms war ich im Stadion und habe an diesem 4. Mai meinen Vertrag unterschrieben.“ Eine gute Entscheidung, denn Völklingen verpasste als Oberliga-Vizemeister in der Aufstiegsrunde knapp den Sprung in die Regionalliga, in die der 1,90 Meter große Innenverteidiger durch den Wechsel in die Schuhstadt dann doch aufstieg und dort sofort zum Stammpersonal gehörte.

Zimmer war am Samstag der einzige echte Innenverteidiger in der FKP-Startelf. An seiner Seite verteidigte, da Kapitän Marco Steil (Gelb-Rot-Sperre), Yannick Grieß (Schädelbruch) und der zuletzt in der Defensivzentrale aushelfende Vize-Kapitän David Becker (Rot-Sperre) nicht zur Verfügung standen, diesmal Manuel Grünnagel. Der sonstige Rechtsverteidiger sollte dafür sorgen, dass Walldorfs Top-Torjäger André Becker auf der Husterhöhe leer ausgeht.

Reitz-Paraden sind großes Kino

Nun, Beckers zwölftes Saisontor blieb aus, was zum einen an Grünnagel und zum anderen an Torhüter Benjamin Reitz lag. „Ich habe versucht, ihn am Boden zu stellen, aufgrund seiner Körpergröße hatte ich ja in der Luft Nachteile“, beschrieb der 23-jährige Thaleischweilerer seine letztlich erfolgreiche Strategie. Zweimal kam Becker dennoch zum Abschluss. Es war schon sensationell, wie Reitz in Minute 32, als jener Becker nach einem Querschläger frei vor ihm auftauchte, per Fußabwehr den Einschlag des Balls verhinderte, wobei der Torwart mit dem Oberkörper schon auf dem Weg in die andere Ecke war. Großes Kino! Und nach der Pause hielt der Pirmasenser Schlussmann in der 71. Minute wiederum gegen Becker und Jimmy Marton mit tollen Reflexen die Null fest. Grünnagel hält Reitz für „einen der drei besten Torhüter der Regionalliga“.

Verfrühtes Geburtstagsgeschenk

„Es läuft, und so ist es gut“, mochte der gerade mal 21 Jahre alte Reitz gar groß über sich reden. Der Geiselberger lenkte den Blick lieber auf die Mannschaft: „Wir haben uns das Glück erarbeitet, der Sieg ist verdient.“

Genauso tat dies Konstantinos Neofytos. Der 29-jährige Angreifer, bislang noch nicht so richtig beim FKP angekommen, überzeugte bei seinem siebten Startelfeinsatz und machte sich vorab ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk. Der Ex-Homburger, der am Montag seinen 30. Geburtstag feiert, traf erstmals in der Liga für seinen neuen Klub und tütete mit seinem Tor zum 2:0 (64.) den Sieg ein. „Endlich getroffen. Wichtiger ist aber, dass wir gewonnen haben. Wir sind wieder dabei“, sagte der Grieche.

Keine Angst vorm Elfmeter

Auch sein Sturmpartner Dennis Krob frohlockte ob des Dreiers und seines nunmehr dritten Elfmetertreffers in dieser Spielrunde. „Da habe ich keine Angst, ich habe die anderen ja auch souverän verwandelt“, gab Krob den Strahlemann. Würde er doch nur aus dem Spiel heraus auch so abgezockt agieren. „Den muss ich gleich chippen“, blickte er auf seine Großchance zurück, als er in der 87. Minute auf den weit vor seinem Tor stehenden Walldorfer Keeper Nicolas Kristof zulief, zu lange zögerte und so in letzter Sekunde gebremst wurde. Zuvor bereits zeigte der erst 19-jährige Kristof tolle Paraden gegen Krob (58.) und Neofytos (61.).

Chessa bereitet beide Tore vor

„Jetzt müssen wir versuchen, bis zur Winterpause noch dranzukommen“, verdeutlichte Salif Cissé. Der Ersatz-Kapitän präsentierte sich stark verbessert. Er sah, „dass die sich abzeichnende positive Tendenz“ nun endlich Früchte getragen hat. Daran hatten auch Chessa – klasse sein Wille und sein Durchsetzungsvermögen beim Vorbereiten beider FKP-Treffer –, Felix Bürger und Lars Ößwein großen Anteil. „Bis auf ein paar Stockfehler bin ich zufrieden“, erklärte Außenangreifer Bürger, der beim letzten Pass manchmal schluderte. „Da habe ich noch mal alles rausgehauen“, schilderte Linksverteidiger Ößwein kurz vor der Abfahrt in seinen Heimatort Rheinzabern sein Solo in der 86. Minute übers halbe Feld, das er mit einem Schuss übers Tor abschloss.

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