Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: FK Pirmasens gegen SSV Ulm ist für Dennis Chessa ein besonderes Spiel

War neun Jahre beim SSV Ulm: FKP-Mittelfeldspieler Dennis Chessa.
War neun Jahre beim SSV Ulm: FKP-Mittelfeldspieler Dennis Chessa.

Am Donnerstag und noch mal am Freitag traf sich die Platzkommission im städtischen Stadion auf der Husterhöhe, dann war klar: Der Rasen ist zwar sehr tief, doch das erste Fußball-Regionalligaspiel des FK Pirmasens im neuen Jahr gegen den SSV Ulm kann am Samstag um 14 Uhr angepfiffen werden. Für Dennis Chessa eine besondere Partie.

Dennis Chessa lernte beim SSV Ulm das Fußballspielen. Neun Jahre, von der F- bis zur B-Jugend, war der heutige Mittelfeldspieler des FK Pirmasens ein „Spatz“. Dabei wuchs er in Günzburg auf, ging dort auch zur Schule, doch von der 20.000-Einwohner-Stadt nach Ulm ist es nicht weit, und der SSV genoss damals schon den Ruf einer exzellenten Jugendarbeit. „Außerdem war mein Vater Trainer in Ulm, auch mein Bruder hat mal da gespielt“, erzählt der 27-Jährige.

Bundesliga-Aufstieg mit Vater als Trainer

Sein erstes B-Juniorenjahr, zugleich sein letztes beim SSV, verlief sehr erfolgreich. Er avancierte zum U16-Nationalspieler und stieg mit den von Marco Chessa gecoachten Ulmern in die B-Junioren-Bundesliga auf. Dann wechselte er zu Bayern München, wo Stephan Beckenbauer sein Jugendtrainer und der heutige Bayern-Star David Alaba sein Mitspieler war. Dennis Chessa wurde Profi, erst bei Bayern München II, dann beim Zweitligisten VfR Aalen, beim österreichischen Erstligisten SV Ried und zuletzt beim Drittligisten KFC Uerdingen, ehe er Anfang September in Pirmasens, der Heimatstadt seiner Ehefrau, zusagte, im Abstiegskampf zu helfen.

Wiedersehen mit Reichert

Einer seiner Teamkollegen in der damaligen Ulmer B-Jugend, Johannes Reichert, spielt heute noch für den SSV. „Mit Johannes habe ich ab und zu Kontakt. Wir hatten in Ulm eine schöne gemeinsame Zeit“, sagt Chessa. Doch für Sentimentalitäten ist kein Platz, wenn am Samstag um 14 Uhr der Anpfiff ertönt. Der FKP braucht dringend Punkte, um die Abstiegsplätze in der Regionalliga zu verlassen; die spielstarken Ulmer möchten in der Spitzengruppe bleiben.

„Positives Gefühl“

Chessa weiß, wie sich ein Abstieg anfühlt. Mit Aalen und Ried musste er jeweils eine Etage tiefer. „Das ist nichts Schönes“, merkt der Wahl-Pirmasenser an. Beim FKP sei die Situation zwar schwierig, doch habe er ein „positives Gefühl“ vor den letzten 14 Saisonpartien. „Wir haben in den Wochen vor der Winterpause gezeigt, dass wir es können, und auch der Testspielsieg in Saarbrücken, wo wir aggressiv und griffig waren, hat jedem gutgetan“, urteilt der Mann aus der Mittelfeldzentrale und fügt hinzu: „Wir müssen aber in der Regionalliga immer ans Maximum gehen.“

Sellentin wieder bei 100 Prozent

Dass dem so sein wird, ist sich auch Trainer Patrick Fischer sicher: „Alle wollen nach fünfeinhalb Wochen Training unbedingt wieder spielen, alle sind sehr fokussiert.“ Fischer hofft zwar, dass Außenangreifer Sven Sellentin nach verletzungsbedingt missratener erster Saisonhälfte gegen Ulm ähnlich treffsicher wie in den Vorbereitungsspielen gegen Saarbrücken und Mannheim (je zwei Tore) ist, stellt aber klar: „Wer die Tore macht, ist Wurst.“ Sellentin selbst fühlt sich „körperlich wieder zu 100 Prozent fit“, doch in Bestform wähnt sich der Landauer noch nicht: „Dazu muss ich erst mal wieder lange Zeit am Stück spielen.“

Eltern kommen zu Besuch

Zurück zu Dennis Chessa: Er freut sich, dass seine Eltern zum Spiel gegen Ulm nach Pirmasens kommen. Vater Marco, der zuletzt den FC Günzburg coachte, habe als Trainer aufgehört. „Er ist ja Opa geworden und ist gerne bei uns, macht sehr gerne mit meinem Sohn etwas“, erzählt der stolze Vater des 17 Monate alten Matteo. Mal sehen, ob aus ihm auch ein Fußballer wird.

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