Pirmasens
Fußball: FK Pirmasens erwartet Hessenmeister FC Gießen
Zwei Teams, die in der Regionalliga mit zwei Niederlagen gestartet sind, treffen am Samstag auf der Husterhöhe aufeinander. Der FK Pirmasens erwartet um 14 Uhr den als Hessenmeister aufgestiegenen FC Gießen. Ob der Grieche Neofytos sein erstes Punktspieltor für den FKP schießt?
Von Christian Hamm und Peter Brandstetter
So langsam kommt der Schlaks in Fahrt. „Ich bin zu 100 Prozent fit“, sagt Konstantinos Neofytos – wohlwissend, dass er kräftig hat Gas geben müssen, um Richtung Hunderter-Marke preschen zu können. „Als ich gekommen bin, waren es vielleicht 80 Prozent“, sieht der Grieche im FKP-Trikot den Trainingsrückstand beim Wechsel als eine Hypothek an, die er aber mittlerweile weitgehend abbezahlt hat. Ob er nun am Samstag im dritten Regionalliga-Saisonspiel seines neuen Teams gegen Gießen ran darf, das steht noch in den Sternen. Coach Patrick Fischer lässt sich vorab nicht gerne in die Karten schauen. Schon gar nicht, wenn’s ums personelle Puzzle geht. Dass darin allerdings der hochgewachsene Offensivmann eine nicht unwesentliche Rolle einnimmt, ist klar; nicht von ungefähr hatte „die Klub“ nach der ersten Juli-Woche noch mal zugeschlagen und den regionalligaerfahrenen Neofytos von der Tribüne des FC Homburg geholt. Loseisen mussten ihn die Pirmasenser nicht, eher erlösen: Im Konzept von FCH-Trainer Jürgen Luginger spielte der Stürmer keine Rolle mehr.
In der Aufstiegs-Saison aber hatte Neofytos seine Aktie am Homburger Rückkehr-Durchmarsch. Wo Pirmasens liegt, hat er seither gewusst. Als die Offerte kam, hat er selbst nicht lange gezögert. „Ich wollte schon hier in der Region bleiben“, bekennt er, dass vor allem familiäre Gründe ausschlaggebend waren. Vor drei Jahren ist der Grieche mit Lebensgefährtin Katja nach Deutschland gekommen. Bis dato in der zweiten Liga Griechenlands am Ball, stürmte er zunächst für die Offenbacher Kickers, hielt dann Einzug ins Oberliga-Starensemble des FCH, der mit einem für die Regionalliga tauglichen Team den Betriebsunfall Abstieg umgehend reparieren wollte. Bekanntlich hat’s geklappt. Damit aber war für Neofytos das Kapitel FC Homburg praktisch fertig geschrieben. Bank statt erste Elf.
Seine Katja hat indes ihre Stelle in Homburg: Die Ärztin arbeitet am Universitätsklinikum – ein gewichtiger Grund für ihren Liebsten, sich in unmittelbarer Umgebung einen Brötchengeber zu suchen. „Wir wohnen noch in Frankreich, wollen aber jetzt umziehen – irgendwo in die Gegend um Zweibrücken, Pirmasens, Homburg“, verrät Neofytos.
Auf dem Feld tummelt sich der 1,87 Meter große Offensivmann am liebsten in der Spitze. Bälle behaupten, prallen lassen, zudem das Kopfballspiel bezeichnet er als seine Stärken. „In Alzenau haben wir im 4-4-2 gespielt; daran müssen sich die Spieler erst gewöhnen“, sagt Neofytos, der – „Intensivkurs“, wie er lachend sagt – schon gut Deutsch spricht. Dass in Alzenau nicht viel lief, ist ihm bewusst: „Wir müssen gegen Gießen mehr zeigen.“ Außer seinem Homburger Leidensgefährten Sven Sellentin kannte er beim FKP keinen, fühlte sich aber „sehr, sehr freundlich aufgenommen“ und betont: „Mir gefällt’s hier.“ Ob er gegen Gießen aufläuft? „Entscheidet der Trainer“, kennt natürlich auch Neofytos die Standardantwort. Fischer hat die Qual der Wahl, alle Mann sind an Bord.
Der FKP-Gegner: Erst 13 Monate alt
Erst seit dem 1. Juli 2018 gibt es den FC Gießen, zu dem sich der SC Teutonia Watzenborn-Steinberg und der VfB Gießen zusammengeschlossen haben. Dennoch treffen die Regionalliga-Fußballer des FK Pirmasens heute auf viele bekannte Gesichter. Christopher Spang war schon in der Saison 2016/17 bei Watzenborns einjährigem Regionalliga-Gastspiel und dem 1:1-Unentschieden gegen Pirmasens dabei. Timo Cecen (früher FC Homburg) und der von Regionalliga-Absteiger Wormatia Worms gekommene Jure Colak spielten ebenso schon mehrfach gegen den FKP wie Torhüter Frederic Löhe (Steinbach). Trainer des Meisters der Hessenliga ist der ehemalige Frankfurter Bundesligaprofi Daniyel Cimen.