Pirmasens
Fußball: Chessa steigert die Qualität des FK Pirmasens
Nach katastrophalem Saisonstart scheint Regionalligist FK Pirmasens nun nachhaltig auf der richtigen Spur zu sein, wie der verdiente Punktgewinn bei Kickers Offenbach zeigt. Das hat mit Neuzugang Dennis Chessa zu tun, aber nicht nur – denn das wäre unfair gegenüber seinen ebenso ordentlich spielenden und kompakt kämpfenden Kollegen.
Chessa setzte beim 0:0 vor 5000 Zuschauern am Bieberer Berg sofort Akzente. Für FKP-Coach Patrick Fischer wenig überraschend, schließlich hatte der Ex-Uerdinger schon über fünf Wochen beim FKP mittrainiert: „Ich konnte ihn sofort bringen, weil er topfit und komplett in die Mannschaft integriert ist.“ Chessa machte hinter und neben der einzigen Spitze, Dennis Krob, mit bissigem Kampf um den Ball gleich Betrieb: Schon nach wenigen Minuten sahen sich die Offenbacher zu ungewohnten Rückpässen auf ihren Keeper gezwungen.
Bisweilen aber fand Chessa auch schlicht keinen Abnehmer, etwa als er nach gut einer halben Stunde von halbrechts fast vors Tor gedrungen war. Trotzdem: „Er ist clever, abgezockt und ein Geschenk für uns“, sagte Fischer und begründete dies auch im Detail: „Er bringt kleine Mosaikstückchen, wie dies vergangene Runde Leute wie Pinheiro oder Grimm getan haben – zur Not auch mal ein kleines Foul oder eine Diskussion mit dem Gegenspieler oder dem Schiedsrichter.“
Manuel Grünnagel, der nach einer knappen Stunde mit einem aussichtsreichen 17-Meter-Schuss nur knapp gescheitert war, hieb in die gleiche Kerbe: „Chessa ist abgezockt und sorgt für eine unglaubliche Qualitätssteigerung.“ Vor allem machte der FKP-Rechtsverteidiger den Neuzugang für „mehr Körner“ verantwortlich: „Die ersten Saisonspiele waren gerade für uns auf den Laufpositionen extrem kräfteraubend, weil die Bälle vorne kaum behauptet wurden und permanent zurückkamen. Chessa hält sie viel besser.“
Der so Gelobte gab die Komplimente prompt zurück: „Ich habe versucht zu pushen, aber meine Mitspieler wissen auch, was sie wollen. Wir haben spielerisch gut mitgehalten und eine gute Partie gemacht, die in beide Seiten hätte ausgehen können. Wir müssen so weitermachen – nur im Abschluss noch cooler werden.“ Seine eigene Rolle beschrieb Chessa als „auf der Acht und Zehn anlaufen, pressen und zentral zumachen – das hat gut geklappt.“ Der Punkt in Offenbach jedenfalls gehe „in Ordnung“.
Grünnagel sah das „taktisch bisher beste Spiel“ seiner Mannschaft: „Defensiv haben wir kaum Fehler gemacht, dann kannst du gegen jeden Gegner bestehen“. Stellenweise mit ein bisschen Glück im Rücken, wie FKP-Kapitän Marco Steil bekannte – unter Verweis darauf, sich das erarbeitet zu haben: „Wir spielen seit Wochen auf einem Level mit den Gegnern.“ Jetzt müsse halt vorne auch mal „einer reinrutschen, auch wenn’s heute etwas glücklich gewesen wäre“. Sein Kollege Sascha Hammann verdeutlichte, dass der noch sieglose FKP nicht nur „mit voller Kraft verteidigt“, sondern „auch richtig gut mitgespielt“ habe: „Mit mehr Konzentration machen wir auch ein Tor. Unterm Strich haben wir uns den Punkt erarbeitet.“
Und das mit „unheimlich viel Leidenschaft und Kampf“, wie Coach Fischer konstatierte. Auf die durchaus vorhandenen eigenen Siegchancen ging Fischer nur knapp ein („Wir bleiben auf dem Boden“), strich lieber „große Erlebnis“ heraus, „vor so einer großen Kulisse“ agiert zu haben. Vor allem aber war Fischer eines wichtig, auch aus Anlass der heftigen hessischen Kritik am Kollegen Daniel Steuernagel, den die Kickers-Anhänger nach der Partie laut skandierend als „Sargnagel“ schmähten: „Wie wir Trainer die ganze Woche über beleidigt werden, auch im Internet – das geht nicht. Wir sollten alle menschlich bleiben!“