Pirmasens Fußball als herzliches Miteinander

HELTERSBERG. Seit zweieinhalb Wochen spielt der TuS Heltersberg wieder in der A-Klasse Fußball – und hat da schon mal die beiden ersten Spiele recht unglücklich gegen Contwig (2:6) und Martinshöhe (1:2) verloren. Bevor wir allerdings ein Bild zeichnen, wie es nun mit dem Fußball in dem Verein mit fast 800 Mitgliedern bestellt ist, muss einfach ein Blick zurück sein.
Es war anno 1987, also zu einer Zeit, als die meisten Spieler, die derzeit das Trikot ihres TuS tragen noch nicht einmal geboren waren, da holte das Team aus dem Holzland den Titel in der A-Klasse. 1989 qualifizierten sich die Heltersberger als Tabellensechster für die neu gegründete Landesliga West. Sie waren also Gründungsmitglied der mit Beginn der Saison 1989/90 zwischen die Bezirksliga und Verbandsliga eingeschobenen Landesliga. Zwar musste Heltersberg 1996 die Landesliga wieder nach unten verlassen, doch 2000 gelang der Wiederaufstieg. Bis 2009 gehörte Heltersberg der Landesliga an. Dann konnte der Abstieg in die Bezirksliga nicht vermieden werden. Obwohl er bei einem Torverhältnis von 64:70 33 Punkte gesammelt hatte, musste der TuS als Drittletzter runter in die Bezirksliga. In der letzten Saison konnte dann auch der neuerliche Abstieg von der Bezirksliga in die A-Klasse nicht verhindert werden. 19 Punkte bei 42:82 Toren waren zu wenig. Nun ist der TuS nach 17 Jahren wieder zurück in der A-Klasse. „Fußball ist für den TuS Heltersberg immer noch wichtig“, bemerkt der Vorsitzende Fred Geib, gibt allerdings zu bedenken, dass Fußball nur „etwa noch ein Drittel des Vereins ausmacht, auch wenn der Fußball weiterhin ein Aushängeschild des TuS ist“. Die sehr erfolgreiche Laufabteilung (120 Mitglieder), das Kinderturnen (170), Nordic Walking, Rückengymnastik und weitere Abteilungen bestimmen mehr und mehr das Vereinsleben. Dennoch könnten die Fußballer mit der „Rückendeckung des gesamten Vereins rechnen und wir hoffen auf eine positive Zeit“, sagt Geib. Der Vorsitzende, der auch ein ausgezeichneter Sportschütze ist, spricht von einer „positiven Stimmung“ im Lager der Fußballer. „Bis auf Rick Dauenhauer hat uns die gesamte erste Mannschaft der vorigen Saison verlassen“, erzählt Marcel Engel, der die sportlichen Geschicke der TuS-Fußballer in Händen hält. Er habe einen „kompletten Neuaufbau zu bewerkstelligen“ und das einzige Saisonziel sei die Vermeidung eines erneuten Abstiegs. Der derzeitige Kader setzt sich aus Spielern zusammen, die in der vorigen Saison noch in der C-Klasse für den TuS am Ball gewesen waren. „Außerdem konnten wir noch einige Spieler für uns gewinnen, die ehemals für den TuS kickten, dann aber eine Fußballpause eingelegt hatten“, erzählt Engel, der in den letzten beiden Spielrunden gemeinsam mit Rosario Marosini die zweite Mannschaft betreut hatte. Und auch wenn es in den ersten beiden Spielen jeweils eine Niederlage setzte, so sei man in Heltersberg doch bereits weiter als gedacht. Engel: „Gegen Contwig stand es bis in die 72. Minute noch 2:2 (Endstand 2:6) und in Martinshöhe kassierten wir erst in der Nachspielzeit den Treffer zum 1:2“. Zwar gebe es vor allem in der taktischen Ausrichtung noch Defizite, doch was viel wichtiger sei, ist, „dass wir zusammenhalten, motiviert sind, vor und nach den Spielen zusammen etwas unternehmen“. Die ganze Art des Fußballs habe sich beim TuS geändert. Als „herzlicher“ bezeichnet Engel das Miteinander im Team. Da damit aber keine Punkte zu gewinnen sind, arbeitet und trainiert Engel und sein Team hart. „Noch kommen wir mehr über Kampf und unsere Einstellung“, bemerkt der neue, erst 27-jährige Spielertrainer. Er selbst, der 39-jährige Morisini und der aushelfende Marc Jenkins (30) sind die Oldies im Kader. Der Rest des A-Teams ist nicht älter als 22 und somit noch unerfahren. Am Sonntag (Anstoß 15 Uhr) wartet auf dem heimischen Grün eine „Mordsaufgabe“ auf den TuS, denn mit der SG Waldfischbach kommt nicht nur ein Nachbar zum Derby, sondern auch noch ein spielstarker Titelkandidat.