Fußball
FK Pirmasens: „Lupos“ Opa hat im Europapokal die Königlichen besiegt
„Mein Opa, mein Papa, mein Bruder – alle haben sie Fußball gespielt. Dann habe ich halt auch angefangen“, erzählt der 19-Jährige lachend, wie er als kleiner Junge in einer Bambini-Mannschaft in Italien, wo er in der Nähe von Padova mit seiner aus Rumänien stammenden Familie gelebt hat, mit dem Kicken angefangen hat. Als Torhüter damals. Besagter Opa, Marian Popescu, wurde 1972 mit Arges Pitesti rumänischer Meister und spielte dann im Europapokal der Landesmeister, dem Vorgänger-Wettbewerb der Champions League, auch gegen Real Madrid – und gewann mit Pitesti das Hinspiel gegen die Königlichen mit 2:1.
Die Familie kam dann 2014 nach Zweibrücken. Über die E-Junioren des SV Ixheim ging es zu den D-Junioren des TSC Zweibrücken. „Wir haben dann gegen den FK Pirmasens gespielt und eine ziemliche Klatsche bekommen. Dann hat mich der damalige FKP-Trainer angesprochen, und ich bin im zweiten D-Junioren-Jahr nach Pirmasens gewechselt“, erzählt der Schüler des Zweibrücker Helmholtz-Gymnasiums, der im nächsten Jahr sein Abitur ablegen will.
Große Herausforderung
Seitdem ist er dem Traditionsverein von der Husterhöhe treu geblieben. So richtig durchgestartet ist er in der laufenden Saison. Zunächst war er für das zweite A-Junioren-Team in der U19-Verbandsliga und die U23 in der Herren-Verbandsliga vorgesehen. „Dann ist Peter Rubeck auf mich aufmerksam geworden und hat mich fünf Spiele, bevor wir dann Herbstmeister in der A-Junioren-Regionalliga wurden, hochgezogen. Und jetzt darf ich in der DFB-Nachwuchsliga spielen“, sagt Popescu, den alle „Lupo“ nennen. Plötzlich habe er vor der Frage gestanden: „Kann ich als Spieler, können wir als Mannschaft da mithalten?“ Bisher ist dies mit einem klaren Ja zu beantworten.
Gegen die Teams aus den Nachwuchsleistungszentren gelte es, mannschaftlich stark aufzutreten. „Wir müssen die Fehler minimieren. Und wenn mal einer einen Fehler macht, dann müssen das die anderen ausbügeln“, sagt Popescu, der sich freuen würde, wenn es nächste Saison für ihn beim FKP weiterginge. Die Gespräche laufen. „Luca ist eine der positiven Überraschungen der Saison. Er bringt eine enorme Intensität mit. Der FKP kann noch viel Freude an ihm haben“, ist sich sein Trainer Rubeck sicher.
Vier Sprachen
Popescu spricht vier Sprachen: Rumänisch, Italienisch, Deutsch und Englisch. Dadurch sieht er sich auch für die berufliche Zukunft gut aufgestellt. „Eins nach dem anderen. Erst das Abitur. Bis dahin kann sich noch vieles ändern. Aber etwas mit Sport würde mich natürlich schon reizen“, sagt er. Aktuell liebäugelt er mit dem Beruf des Physiotherapeuten. Der Zweibrücker hat vor, neben der italienischen und der rumänischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen.
Nach seiner Roten Karte im Spiel gegen den SV Sandhausen steht der Innenverteidiger, der in der Pirmasenser Dreierkette auf der rechten Seite agiert, am Samstag (Anstoß: 14 Uhr) im achten Spiel der DFB-Nachwuchsliga B gegen den Nachwuchs des Zweitligisten Greuther Fürth wieder zur Verfügung. „Das Hinspiel in Fürth war wohl das bisher hitzigste Match. Alle Spieler freuen sich auf diesen Gegner. Wir wollen die unglückliche 1:2-Niederlage drehen und uns die Chance erhalten, unter den besten vier Teams in der Gruppe zu landen“, sagt Popescu. Er hoffte, dass die A-Junioren erstmals nach dem Aufstieg in die DFB-Nachwuchsliga im Framas-Stadion antreten und dass „viele Kumpels“ aus Zweibrücken kommen und für Stimmung sorgen. Nun, inzwischen steht fest, dass einmal mehr auf dem Kunstrasen-Nebenplatz gespielt wird.