Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel FK Pirmasens II: Zweimal neun gegen elf und dennoch 2:1-Sieg gegen TuS Steinbach

Sein schönes Freistoßtor brachte dem FKP-Verbandsligateam den Sieg: Torben Kirch.
Sein schönes Freistoßtor brachte dem FKP-Verbandsligateam den Sieg: Torben Kirch.

Ab der 39. Minute hatte der FKP II am Sonntag einen oder zwei Spieler weniger auf dem Platz und siegte trotzdem in der Verbandsliga 2:1 (1:1) gegen den TuS Steinbach.

Wirrwarr gab es bereits vor dem Anpfiff auf dem Kunstrasen im Sportpark Husterhöhe. Einmal war das Spiel für 15.15 Uhr, dann für 15.45 Uhr, später wieder für 15.15 Uhr angesetzt. „Wir hatten einen Engpass, weil der Platz belegt war (um 13.30 Uhr begann auf dem Kunstrasen die Partie der Verbandsliga-U17, die Redaktion). Deshalb wollten wir das Spiel eine halbe Stunde nach hinten verlegen. Das konnten aber die Steinbacher nicht, weil einige Spieler zur Arbeit mussten“, erklärte der Trainer des FKP II, Stephan Schwarz. Er war ziemlich geschafft: „Spiele der U23 sind nichts für schwache Nerven.“

Dagegen fehlten Dawid Szaszorowski die Worte. „Ich weiß gar nicht, was ich zu der Partie sagen soll. Ich kann es nicht fassen, dass so etwas passiert“, so der Defensivspieler der Steinbacher, die phasenweise zwei Mann mehr auf dem Rasen hatten.

Lautenschlägers Hammer

Der Tabellenletzte vom Donnersberg, der eine Woche zuvor seinen ersten Saisonsieg eingefahren hatte, hatte zunächst mehr vom Spiel. „Das war so gewollt. Wir wollten sie spielen lassen“, merkte FKP-Coach Schwarz an. Dennoch ging seine Elf in der 34. Minute in Führung. Kapitän Tom Lautenschläger stand nach einem Fehler in der TuS-Abwehr plötzlich allein vor dem Tor und drosch den Ball aus zehn Metern in die Maschen.

Dann gingen FKP-Abwehrchef Christopher Fried nach einem Foul an der Seitenauslinie die Nerven durch. Einem Schubser gegen einen TuS-Akteur folgte die Rote Karte. Schwarz: „Natürlich müssen wir darüber sprechen, auch wenn ich die Rote Karte als zu hart empfinde. Es war kein hitziges Spiel, da hätte ich mir mehr Fingerspitzengefühl vom Schiedsrichter erwartet.“ Seine Mannschaft stand nun ganz tief und kassierte kurz vor der Halbzeitpause nach einer Ecke das 1:1 durch Felix Metzinger (45.+3).

Die nächste Hinausstellung

Nicht besser wurde es für den FKP II nach der Pause, weil Till Decker bei einer Spielunterbrechung den Ball ins Seitenaus kickte, was Schiedsrichter Julian Haßler mit einer Gelben Karte plus Zehn-Minuten-Strafe ahndete (49.). In doppelter Überzahl spielte Steinbach Powerplay. „Wir haben viel mit hohen Bällen agiert. Leider haben wir es nicht geschafft, uns durchzukombinieren“, analysierte Szaszorowski. „In dieser Woche haben wir eine 1:1-Verteidigung in der Box geübt. Das heißt auch, dass wir die Bälle mit dem ersten Kontakt klären wollten“, berichtete Schwarz.

Der FKP II überstand die doppelte Unterzahl und profitierte dann von Torben Kirchs Freistoßkunst. Er zirkelte den Ball wundervoll aus zentraler Position zum 2:1 ins Steinbacher Tor (62.). Der TuS warf nun alles nach vorne, auch Gäste-Spielertrainer Daniel Ghoul, eigentlich Abwehrspieler, stürmte mit. Doch die Pirmasenser Abwehr, mit Oberligaspieler Jonas Vogt verstärkt, hielt stand.

Wütender Ghoul

Am Ende war der FKP II wieder zu neunt, weil Ben Berger bei einem Angriff den Ball nach Ansicht des Unparteiischen neuerlich wegschlug. „Wir haben gekontert, er war noch in der Situation. Das war für mich kein Ballwegschlagen“, merkte Schwarz dazu an. Steinbachs Spielertrainer Ghoul war derweil wutentbrannt, weil der Schiedsrichter ein vermeintliches Handspiel im Strafraum nicht geahndet hatte (90.+5).

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