dahn „Farben für Afrika“: Tierporträts, Stadtbilder und Burger

Das Porträt eines Flusspferds von Ludwig Heim misst weniger als eine DIN-A4-Seite.
Das Porträt eines Flusspferds von Ludwig Heim misst weniger als eine DIN-A4-Seite.

Die aktuelle Ausstellung des Dahner Kunstvereins dürfte die mit Abstand kommerziell erfolgreichste des Jahres in der Region werden. Der Erlös für die Gemälde von Ludwig Heim geht komplett an ein Kinderkrankenhaus in Uganda, sicher ein Grund für den Erfolg. Heim hat aber auch technisch etwas zu bieten.

Vor allem die kleinen Formate des Münchweiler Malers überzeugen, und hier sind es die Tierporträts und Burger-Studien. Der 69-jährige Südwestpfälzer liebt die Vielfalt, die in seiner Ausstellung von Stadtansichten New Yorks über afrikanische Flusspferde bis hin zu Pfälzer Burgen reicht. Und dazwischen serviert er auch gerne einen Burger, knackig, saftig auf kleinem Format in Öl mit Pinsel und Farbspachtel gemalt. Das kommt an beim Publikum. Die Burger sind bis auf einen alle verkauft. Es empfiehlt sich, die Ausstellung nicht hungrig zu betreten. Insgesamt konnte Ludwig Heim 20 Bilder verschiedener Motive im Alten Rathaus verkaufen.

Künstlerisch überzeugen am meisten die Tierporträts, etwa das Flusspferd, von dem sich der Betrachter gerne eine größere Variante gewünscht hätte. Die gibt es von Elefanten, und im Mittelformat gibt es eine fantastisch gelungene Kuh. Technisch hat Ludwig Heim es drauf, den Betrachter in den Bann zu ziehen. Vor allem die gespachtelten und stärker abstrahierten Arbeiten im kleinen Format wirken. Es fehlt in der Dahner Ausstellung aber der rote Faden auf den Bildern.

In Karlsruhe angesprochen worden

Den gibt es in Form des Engagements von Heim für ein Kinderkrankenhaus in Mugoija in Uganda. Der Münchweilerer, der früher bei der VR-Bank arbeitete, engagiert sich seit Jahren für das Projekt von Schwester Maria in der ländlichen Region von Uganda. 330.000 Euro habe er in zwölf Jahren schon dafür gesammelt. Und ein Mittel für sein Engagement ist der Pinsel, mit dem er die vielen Bilder malt. Er hat schon in Münchweiler beim Kienholzfest ausgestellt, dort sei eine Ketchupflasche der Renner gewesen – die fehlt bedauerlicherweise in der Dahner Ausstellung. Und auch in Karlsruhe waren seine Bilder schon zu sehen. Dort wurde er vom Vorstand des Dahner Kunstvereins angesprochen für die jetzige Ausstellung.

Wegen der Größe der Räume musste Heim noch mal kräftig zum Pinsel greifen und hat wohl einige Tuben Ölfarbe für die Ausstellung verarbeitet, um die drei Säle im Alten Rathaus füllen zu können. Die Motive dazu findet er auf privaten Fotos im Internet oder auch in der RHEINPFALZ. Eine besondere Stilrichtung pflegt er nicht. Gerne malt er auch frei nach der Fantasie, wie etwa bei einem großformatigen Gemälde, das eine Strandszene zeigt. Bei der aktuellen Hitze ist das richtig erfrischend.

Ein Ort ohne Strom und Wasser

Und so schwankt die Dahner Ausstellung zwischen den Tierporträts, Stadtbildern, Clowns in Seifenblasen, James-Rizzi-Interpretationen und einem großformatigen Astronauten im Weltall. Und natürlich auch Bildern aus Uganda von Alltagsszenen, wie sie Heim bei seinen Reisen einfangen konnte.

Am kommenden Sonntag wird er im Rahmen eines Vortrags im Alten Rathaus über sein Projekt in Uganda berichten. Wie alles 2013 bei einer Reise in das afrikanische Land begann, über die Bekanntschaft mit Schwester Maria und den Ort Mugoija, in dem es kein Wasser und keinen Strom gibt, aber bald eine Krankenstation für Kinder, um die medizinische Versorgung zu verbessern, zumal die nächste Arztpraxis ganze 80 Kilometer entfernt ist. Die Fahrzeit betrage vier Stunden, da der Weg über eine Sandpiste führe. Eine Krankenstation für alle konnte mit den Spenden, die Heim sammelte, schon 2015 eröffnet werden. Es fehlt noch die Versorgung für die Kinder. „Unser Ziel ist es, die Krankenstation irgendwann mal auf eigene finanzielle Beine zu stellen. Bis dahin ist aber noch eine ziemliche Wegstrecke zu gehen“, gibt sich der Münchweilerer zuversichtlich und ausdauernd.

Info

Die Ausstellung ist noch am Sonntag von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Um 15 Uhr wird Ludwig Heim in einem Vortrag über das Uganda-Projekt berichten.

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