Pirmasens Eschrich: Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket für Nothilfe einsetzen
Das Bildungs- und Teilhabepaket sieht für Kinder aus ärmeren Familien Unterstützungsleistungen für Schulbedarf, Klassenfahrten, Schulmittagessen und für die gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe vor. Wegen der Schließung von Schulen und Kitas auf Grund der Corona-Krise gebe es keine reguläre Mittagsverpflegung für die leistungsberechtigten Kinder mehr, so Eschrich. Durch das verhängte Kontaktverbot fielen Sportveranstaltungen in Vereinen genauso flach wie die meisten anderen Freizeitaktivitäten oder Klassenfahrten. „Während der Corona-Krise brauchen Kinder aus ärmeren Familien besondere Unterstützung. Familien im Hartz IV- Bezug sind in besonderer Weise von der Krise betroffen“, sagt Eschrich. Sie hätten weniger Wohnraum, vielen Kindern fehle ein eigenes Zimmer zum ungestörten Lernen oder ein Ort zum persönlichen Rückzug. Bereits vorhandene Probleme für gefährdete Kinder und Jugendliche würden durch die aktuelle Situation weiter verschärft.
Denkbar sind Zuschüsse bei Anschaffung von PCs
„Die ohnehin dürftigen Unterstützungsleistungen des Bildungs- und Teilhabepakets greifen auf Grund der Schulschließungen und des Erliegens des öffentlichen Lebens nun erst Recht nicht und bleiben ungenutzt“, sagt Eschrich. Die nicht verwendeten Mittel des Bildungs- und Teilhabepakets sollten deshalb nach seiner Ansicht für eine Krisennothilfe eingesetzt werden. Denkbar seien Zuschüsse bei der Anschaffung von PCs für digitales Lernen oder Einmalzahlungen für den gestiegenen Lebensmittel- oder Hygienebedarf. Eschrich fordert das Jobcenter auf, die nicht verwendeten Mittel des Bildungs- und Teilhabepakets zu ermitteln und möglichst schnell und unbürokratisch für arme Kinder und die Bewältigung von Notlagen einzusetzen.