Pirmasens Es gibt ein Leben nach der Schnappergang

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Der Name Distinct Heads steht für „eigenwillige Köpfe“. Eigenwillig ist auch, dass vier Schnapperganger sich wieder vereinen und doch nicht auf der alten Schiene weitermachen. Das tun sie konsequent. Denn wenn sich die alten Freunde an Hexennacht unter neuem Namen zum ersten Mal in der Bikerkneipe Route 66 vorstellen, wird nicht ein einziger deutscher Titel zu hören sein.

Nur Martin Wille aus Contwig hat nie bei der ehemaligen Deutschrockband mitgespielt. Der 39-jährige selbstständige Sicherheitstechniker ist Schlagzeuger bei Distinct Heads. Vier der fünf Musiker haben einst ein Kapitel Zweibrücker Musikgeschichte geschrieben – als Schnappergang. Gitarrist Thorsten Albrecht sagt, er denke zwar gerne an die Schnappergang-Zeit zurück, „doch die ist rum. Wir haben ein sensationelles Abschiedskonzert gegeben. Was soll danach noch kommen? Ein Konzert mit der Schnappergang wird es mit mir jedenfalls nicht mehr geben“, kündigt der 52-jährige Inhaber des Zweibrücker Café Pastis und des TA Getränke- und Veranstaltungsservices an. Sänger Pepe Pirmann legt nach: „Es ist ja nicht so, dass die Leute ständig nach uns schreien. Wir haben sieben Jahre als Schnappergang in der Turnhalle in Rimschweiler gespielt und gerade noch rechtzeitig aufgehört.“ Noch mal Albrecht: „Was sollten wir denn nach der langen Zeit auf der Bühne covern. Alligatoah?“ . Die Distinct Heads spielen „ausschließlich englische Titel“, kündigt Pirmann an, der bei der Stadt arbeitet. Für den 50-Jährigen ist es spannend, Titel zu singen, die etwas außerhalb seiner Stimmlage liegen: Die Distinct Heads covern Faith No More, Foo Fighters, Muse und Violent Femmes. Wo die musikalische Reise hingeht, ist dennoch nicht so klar. „Wir sind noch in der Findungsphase“, meint Albrecht. Sogar eigene Songs seien nicht ausgeschlossen. Im Mittelpunkt der Konzerte stehe der Spaß. Adam Ebert, 39-jähriger Keyboarder, freut sich über die neue Ausrichtung. „Wir haben zum richtigen Zeitpunkt aufgehört, weil die Leute damals noch über uns gesprochen haben“, ist der Informatiker überzeugt. Den Kontakt habe man nach dem Schnappergang-Ende nie verloren. Schnell fanden einige Musiker für Konzerte beim 49ers Project wieder zusammen. Als das Ende von Depeche Rock kam, war auch Andreas Buchmann als Bassist wieder frei. So begannen die Distinct Heads im Sommer 2015 in aller Stille mit Proben. Der 43-jährige Kirrberger Produktionstechniker strotzt jedenfalls voller Vorfreude und hat sich für die neue Band einen neuen Fünfsaiter gegönnt. Die Musiker sind sich bewusst, dass sie mit der neuen Ausrichtung alte Fans verprellen können. Doch sie werden schnell neue finden. Mit „Midlife Crisis“ von Faith No More zum Beispiel. Der Klassiker des Crossover ist wegen der Rhythmen und der Instrumentierung nicht leicht live zu spielen. Konzert Samstag, 30. April, 20 Uhr, Zweibrücken, Route 66, (zusammen mit der Band Voltbeat), Eintritt: sieben Euro.

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