Radsport
Erstes gemeinsames Rennen des Weselberger Ehepaares Dressler-Lehnhof
„Es stimmt, wir sind noch nie ein Rennen gemeinsam gefahren“, erzählt die 43-jährige etwa eine Stunde vor dem Start. Ihren Ehemann sucht man zu dieser Zeit allerdings im Startbereich vergeblich. Frank Dressler-Lehnhof befindet sich auf dem Mountainbike irgendwo zwischen Weselberg und Spirkelbach und trifft nicht allzu lange vor dem Start recht entspannt ein. „Ich hab mich eingefahren“, sagt er augenzwinkernd.
Der 44-jährige gebürtige Landstuhler begann 2003 seine Radsportkarriere beim deutschen Team Comnet-Senges. Von 2006 an bis zum Karriereende 2012 war er unter Vertrag beim luxemburgischen Team Differdange. Er selbst sagt: „Ich bin semiprofessionell Rad gefahren.“ Seit sieben Jahren hat er kein Rennen mehr bestritten, betreut das „Wheelsport-Team“, von dem auch in Spirkelbach einige Biker am Start sind.
An Chelius dranbleiben
„Ich bin raus aus dem Wettkampfsport, ich achte inzwischen mehr auf die Gesundheit“, sagt er Minuten vor dem Rennen. Die Frage, warum er sich zu einem Start in Spirkelbach beim HTT entschlossen habe, beantwortet er so: „Wir kennen den Veranstalter und ich mache das heute einfach mal zum Spaß. Die Strecke ist schwer.“
Silke Lehnhof sitzt inzwischen deutlich öfter auf dem Bike als ihr Gatte. Ihr Ziel für das mit 800 Höhenmetern gespickte 25 Kilometer lange Mountainbikerennen ist klar abgesteckt: „Für mich ist heute Miriam Chelius die Favoritin, ich versuche so lange es geht, an ihr dran zu bleiben und am Ende vielleicht aufs Podest zu fahren.“
Auch in Israel erfolgreich
Beide sind auch in der Spitzengruppe dabei auf dem technisch anspruchsvollen Parcours rund um den Höllenberg. Nach 1:46:40 Stunden fährt Silke Lehnhof durchs Ziel. Sie wird Gesamtfünfte, zeigt sich aber sehr zufrieden: „Alles gegeben, gut durchgekommen. Was will ich mehr?“, sagt sie.
Lehnhof gelang ihr größter sportlicher Erfolg im vergangenen Jahr bei einem Viertagesrennen in Israel. Die gebürtige Saarländerin ist im Team gemeinsam mit einer Freundin dort auf Platz drei gefahren. Nach dem Aufgalopp von 26 Kilometern am ersten Tag standen täglich Etappen mit Distanzen zwischen 60 und 100 Kilometern, gespickt mit zahlreichen Höhenmetern, an. „Ein sportliches Ereignis, das ich nicht vergessen werde“, resümiert Lehnhof.
Keine Absprache
Frank Dressler-Lehnhof hat unter Beweis gestellt, dass er auch nach siebenjähriger Pause in der Lage ist, Topzeiten zu fahren. Der 44-Jährige fährt nach 1:21:51 Stunden über die Ziellinie und wird, ebenso wie seine Gattin Silke, Gesamtfünfter. „Es hat Spaß gemacht, mal wieder Wettkampfatmosphäre zu schnuppern“, sagt er im Ziel. Beide verneinen jede Absprache über die gemeinsame Platzierung schmunzelnd. Und um die Sache im wahrsten Sinne des Wortes rund zu machen, fahren sie gemeinsam, diesmal im Auto mit den Bikes im Kofferraum, nach Hause.