Pirmasens
„Erlenbrunn“: Was der Aldi-Sekt mit dem Pirmasenser Vorort zu tun hat
„Das fruchtige Aroma verdient dieser Sekt der Riesling-Traube. Ein besonders prickelnder Genuss“, steht auf dem Etikett. Auf der Vorderseite der Flasche ist der Ausschnitt eines Gemäldes zu sehen. Im Renaissance-Stil sind nymphenhafte Gestalten erkennbar, auch Wald ist zu erahnen. Typisch Erlenbrunn? Darauf deutet bis auf den Namen nichts hin. Auch der Vertrieb hat keinen Bezug zu Pirmasens: Eine Firma Bansi aus Trier wird hier genannt, die sich laut Internet auf „Herstellung, Einkauf, Import, Lagerung, Vertrieb und Export von Wein, Perlwein, Schaumwein, Spirituosen und Getränken“ spezialisiert hat.
Wenn der Riesling-Sekt auf den ersten Blick rein gar nichts mit Pirmasens zu tun hat, hat er dann wenigstens den Namen von hier? Nachfrage bei Aldi-Süd. Ernüchternde Antwort aus der Zentrale in Mühlheim an der Ruhr: „Leider können wir Ihnen keine Auskunft zur Herkunft des Namens geben.“ Der Sekt sei seit nunmehr 24 Jahren im Sortiment, und niemand könne mehr die Namensgebung nachvollziehen. Zwar habe Aldi den Namen festgelegt, doch lägen keine Aufzeichnungen dazu vor, weshalb man sich just auf Erlenbrunn verständigte.
Zwei Abfüller
Ist zumindest Näheres über das Produkt an sich zu erfahren? „Abgefüllt wird der Sekt sowohl von der Schloss Wachenheim AG in Trier als auch von der Sektkellerei Sartor. Es handelt sich um einen deutschen Riesling, der hauptsächlich aus den Anbaugebieten Pfalz und Rheinhessen stammt“, erklärt Aldi-Süd auf Nachfrage. Dass es zwei Abfüller gibt, erläutert das Unternehmen so: Man verfolge bei diesem Artikel eine Zwei-Lieferanten-Strategie. „Sollten bei der Sektkellerei Sartor Lieferschwierigkeiten auftreten, könnte die Belieferung der Gesellschaften von der Schloss Wachenheim AG übernommen werden. Somit ist für die Kunden und Kundinnen sichergestellt, dass der Standardartikel im Sortiment verfügbar ist.“
Wie viele Flaschen Erlenbrunn-Sekt Aldi im Jahr verkauft, lässt sich der Konzern nicht entlocken. „Bitte haben Sie Verständnis, dass Aldi-Süd zu Umsatzzahlen aus Wettbewerbsgründen grundsätzlich keine Angaben macht“, teilt die Zentrale mit.
Mattill: „Schön, wenn’s so wäre“
Anruf bei Christiane Mattill, der Ortsvorsteherin von Erlenbrunn. Ob sie den gleichnamigen Sekt kennt? „Ja, klar“, antwortet sie. Sie macht sich keine Illusionen, dass der Schaumwein nach ihrem Vorort benannt ist: „Nee, der heißt nicht wegen uns so, der hat mit uns nichts zu tun“, ist sie überzeugt. „Aber es wäre natürlich schön, wenn’s so wäre.“ Getrunken hat sie ihn schon.
Auch wenn in Erlenbrunn aktuell kein Wein angebaut wird: Könnte der Sekt nicht zumindest Inspiration sein für ein eigenes, vergleichbares Produkt aus dem Ortsbezirk? Mattill denkt nach. „Wenn, dann würde aber Erlenhof draufstehen.“
