Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Entscheidendes Plus am Berg: Jens Becker gewinnt 1. Zehfüßler-Traillauf des TV Lemberg

Start der Spitzengruppe mit dem späteren Sieger Jens Becker (ganz recht s), Nils Raab (dahinter im blauen Trikot) und Marko Mart
Start der Spitzengruppe mit dem späteren Sieger Jens Becker (ganz recht s), Nils Raab (dahinter im blauen Trikot) und Marko Martin (Mitte, grünes Trikot), die auf den Rängen zwei und drei landeten. Die schnellste Frau im Feld, Natascha Hartl, ist in der Bildmitte hinter Martin zu sehen. Vorne links mit der Nummer 297 Philipp Ullrich, links hinter ihm Roland Golderer.

Wegen der Corona-Pandemie gab es bei der Premiere des Zehfüßler-Traillaufs keine Siegerehrung. Hätte diese stattgefunden, hätten beim Hauptrennen über 10,6 Kilometer zwei Läufer und eine Läuferin vom gastgebenden TV Lemberg auf dem Podest gestanden, darunter Gesamtsieger Jens Becker.

Von Anfang an führte Becker gemeinsam mit dem aus Ellmendingen bei Pforzheim angereisten Roland Golderer das Feld an. „Nach vier Kilometern bekam ich Krämpfe im Oberschenkel, dann ging nichts mehr“, erklärte Golderer später achselzuckend, wieso er auf einmal deutlich zurückfiel. Der 44-jährige Badener schied zwar nicht aus, konnte den Lauf aber nur trabend in 1:04:49 Stunde zu Ende zu bringen. Becker (41) baute auf dem anspruchsvollen Trail den Vorsprung auf seinen 21 Jahre jüngeren Vereinskollegen Nils Raab sukzessive aus. „Roland hatte mich richtig unter Druck gesetzt, kam dann aber plötzlich nicht mehr. Ab der zweiten Runde war ich alleine und konnte mein Tempo durchziehen“, bilanzierte Becker, der für die 10,6 Kilometer und 350 Höhenmeter 44:39 Minuten benötigte. Der vorangemeldete Wasgaucup-Gesamtsieger von 2018 und 2019, Mark Weidler, war nicht nach Lemberg gekommen.

„Wäre lieber Vierter geworden“

„Jens ist am Berg deutlich stärker als ich“, lauteten die anerkennenden Worte Raabs, der nach 45:17 Minuten als Zweiter wieder den Parkplatz unterhalb der Lemberger Burgruine erreicht hatte. Freudestrahlend – wie bei jedem seiner Zieleinläufe – betonte der Drittplatzierte, der Hauensteiner Marko Martin (47:05 Minuten): „Ich wäre lieber Vierter geworden, wenn Roland das Rennen zu Ende hätte bringen können.“

Hartl schnellste Frau

Die schnellste Frau war erwartungsgemäß Natascha Hartl vom TuS Heltersberg in 52:51 Minuten. „Ich hab’ den Lauf vom Freitag in Ludwigshafen in den Beinen gespürt, aber der heutige Lauf war technisch nicht zu anspruchsvoll, das kam mir entgegen“, zog Hartl ihr Fazit. Die 33-Jährige aus Kaiserslautern führt nach ihren Siegen in Spirkelbach und Lemberg die Wasgaucupwertung der Frauen an.

Zufrieden mit ihrer Leistung (53:29 Minuten), vor allem mit der Renneinteilung, zeigte sich die Zweitplatzierte, die Lembergerin Verena Becker. „Endlich einmal hat das mit dem Einteilen geklappt, ich konnte mich am Ende noch etwas steigern“, freute sich die 39-Jährige. Das Ehepaar Becker darf sich zudem über eine Ehrung von Verbandsbürgermeisterin Silva Seebach als schnellste Läufer der VG Pirmasens-Land freuen. „Für mich war es der erste Wettkampf nach zehn Monaten, eher ein schneller Trainingslauf. Ich bin zufrieden“, sagte die Contwigerin Marion Raab, die in 56:13 Minuten Dritte wurde.

Erst Kopenhagen, dann Lemberg

„Das war der längste Zehn-Kilometer-Lauf, den ich je bestritten habe“, stellte der Pirmasenser Tobias Weber fest und erklärte das so: „Erst vergangene Woche habe ich den Ironman Kopenhagen gefinisht. Da habe ich die vielen Höhenmeter heute ganz schön zu spüren bekommen.“

Friedrich Hinkel, Jahrgang 1940 und seit Jahrzehnten stets bei den Volksläufen der Region dabei, war dieses Mal beim Rennen seines Vereins als Zuschauer vor Ort. „Dabeisein ist alles“, sagte der Langmühler, der 303 Marathons gefinisht hat.

Spannender Zweikampf

Einen spannenden Zweikampf lieferten sich im Fünf-Kilometer-Lauf der Hinterweidenthaler Nico Gallucci und Jeremy Wang vom Pirmasenser Endurance-Team. Der 16-jährige Wang führte bis wenige hundert Meter vorm Ziel, musste aber im Schlussspurt den 21-jährigen Kontrahenten doch ziehen lassen. „Er hat mir ganz schön die Hölle heißgemacht“, lobte Gallucci im Ziel den Zweitplatzierten.

Nur 69 Starter

Einziger Wermutstropfen: Mit 55 Teilnehmern im Hauptlauf und 14 auf der Kurzdistanz war bei durchwachsenem Wetter die Resonanz recht bescheiden. „Wir hatten auf 100 Starter gehofft. Das hat dieses Jahr nicht ganz geklappt, hoffentlich bei der zweiten Auflage“, resümierte Bernd Köhler vom Organisationsteam des TV Lemberg. Insgesamt waren rund 40 Helfer im Einsatz, die Hälfte davon als Streckenposten auf dem top präparierten und beschilderten Kurs um Hummelberg und Ruppertstein.

DIE ERGEBNISSE

10,6 km Männer (47 Starter): 1. Jens Becker (TV Lemberg) 44:39 Minuten; 2. Nils Raab (TV Lemberg) 45:17; 3. Marko Martin (Eiscafé-Winter-Team Hauenstein) 47:05; 4. Benjamin Kass (Wattenheim/Pfälzer-Blitze-Team) 49:35; 5. Philipp Ullrich (TV Bad Bergzabern) 49:49; 6. Stefan Hartmann (Deichenwandtrail-Team Wilgartswiesen) 50:04, 7. Andreas Braun (RSC Felsenland) 50:58; 8. Benjamin Göttel (Kaiserslautern) 51:07; 9. Christoph Brubach 52:05; 10. Waldemar Eisnach (Wilgartswiesen) 52:16.

10,6 km Frauen (8): 1. Natascha Hartl (TuS Heltersberg) 52:51 Minuten; 2. Verena Becker (TV Lemberg) 53:29;3. Marion Raab (VT Contwig) 56:13; 4. Aline Salzmann (TV Lemberg) 58:36

5 km Männer (9): 1. Nico Gallucci (TV Hinterweidenthal) 22:47 Minuten; 2. Jeremy Wang (FKP-Endurance- Team) 22:50; 3. Elias Pust (TV Wilgartswiesen) 27:50; 4. Peter Buchmann (TV Nußdorf) 27:52; 5. Alex Keller (Eiscafé Winter Hauenstein) 30:10.

5 km Frauen (5): 1. Kristin Schwitzgebel (TV Hinterweidenthal) 28:53 Minuten; 2. Nara Viola Kobert 31:07; 3. Stella Lauren Kobert (beide TV Lemberg) 33:32.

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