Pirmasens Englisch wird zur Arbeitssprache

Thom Buchheit informiert über den bilingualen Unterricht am Hugo-Ball-Gymnasium.
Thom Buchheit informiert über den bilingualen Unterricht am Hugo-Ball-Gymnasium.

In den vergangenen neun Jahren hat das Hugo-Ball-Gymnasium ein neues, bilinguales Unterrichtsangebot aufgebaut, das seit diesem Schuljahr vollständig ausgebaut ist: Es werden zum ersten Mal mündliche Abiturprüfungen im Fach Gemeinschaftskunde in englischer Sprache durchgeführt. Ziel des deutsch-englischen Unterrichts ist es, Schüler in Englisch so zu fördern, dass die fremde Sprache zur vertrauten zweiten Arbeitssprache wird.

„Fremdsprachen sind in unserer Zeit in einem multikulturellen Europa wichtiger denn je und gewinnen in vielen Bereichen weltweit zunehmend an Bedeutung“, erläuterte Schulleiter Ulrich Klein die Überlegungen, die zum Ausbau des bilingualen Unterrichtsangebots am Ball-Gymnasium geführt haben. Bereits an der Universität würden in vielen Fachbereichen Englischkenntnisse vorausgesetzt und wissenschaftliche Arbeiten und Publikationen seien in englischer Sprache verfasst. Wer sich also intensiv mit den Fragen aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und auch Naturwissenschaften beschäftigen wolle, könne auf fundierte Englischkenntnisse nicht verzichten, sagte Klein. So sei am Hugo Ball Englisch nicht nur Unterrichtssprache im Sprachunterricht selbst, sondern auch in einigen anderen Sachfächern, wie Erdkunde, Gemeinschaftskunde oder Geschichte. Die Anmeldung zum bilingualen Unterricht erfolgt am Ball-Gymnasium zunächst für die Orientierungsstufe, Abmeldungen sind jeweils zum Halbjahresende möglich. Dafür vorgesehen sind zwei zusätzliche Wochenstunden in Englisch in den fünften und sechsten Klassen. „In diesen Klassen wird der englische Wortschatz mehr oder minder spielerisch erlernt und erweitert. Die Kinder lernen anhand eines kindgerechten Magazins, das im Unterricht verwendet wird, welche kulturellen Besonderheiten es in englischsprachigen Ländern gibt oder welche geschichtlichen Ereignisse von Bedeutung sind“, erklärte Fachlehrer Thom Buchheit. Hier stünde „ganz klar“ die Kommunikation im Vordergrund. Für die Klassenstufen 7 bis 10 meldet man sich verbindlich nach einer Empfehlung der Klassenkonferenz an. Am Ende des Schuljahres wird bei den Siebt- bis Zehntklässlern das Zeugnis um einen Vermerk ergänzt, welche Fächer bilingual unterrichtet wurden. In der Oberstufe ist das dreistündige Grundfach „Gemeinschaftskunde bilingual“ zusätzlich zum Leistungsfach Englisch wählbar – eine Kombination, die von den diesjährigen Abiturienten am Hugo Ball 13 Mal gewählt wurde. Zum bestandenen Abitur gibt es ein Zertifikat, das die Niveaustufe C1 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen bestätigt. „Aktuell werden 171 unserer insgesamt 670 Schüler bilingual unterrichtet. Dass sich jemand zum Ende des Schuljahres davon abmeldet, ist selten“, sagte Klein. Die meisten Schüler blieben dabei und berichteten, dass sich ihr sprachliches Niveau sowohl verbal als auch schriftlich enorm verbessert habe und sie so gewisse Vorteile gegenüber Schulkameraden hätten, die nicht bilingual unterrichtet werden, sagte Klein.

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