Pirmasens Eintopf am Umrüstungstag: Hospiz hat jetzt Photovoltaik auf dem Dach
Die Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) Südwest hat eine Photovoltaikanlage mit 100 Kilowattpeak Leistung auf dem Dach des Hospiz Haus Magdalena installiert. 100.000 Kilowattstunden Strom werde die Anlage pro Jahr produzieren, verkündete am Montag BEG-Vorstand Stefan Paul. Das sei ein Sechstel des Stromverbrauchs der Diakonie am Standort Waisenhausstraße mit dem Seniorenheim, Hospiz und Beratungsstellen, erläuterte Carsten Steuer, kaufmännischer Vorstand der Diakonie. Ein Großteil der tagsüber produzierten Energie werde mit Sicherheit in der Großküche des Hauses direkt verbraucht. Dort werden pro Tag 700 Essen für die 400 Bewohner gekocht.
Für die BEG war es das dritte Projekt, das jetzt am Stromnetz ist. Gestartet war die Genossenschaft mit einer 150-Kilowatt-Anlage auf dem Dach von Haus Kana in Zweibrücken. Eine kleinere Anlage mit 67 Kilowatt werde auf dem Dach von Haus Sarepta in Contwig entstehen. Die ersten Module sind dort bereits in Betrieb. Die Fertigstellung werde in Kürze folgen, versprach BEG-Vorstand Paul. Als weiteres Projekt sei eine 60-Kilowatt-Anlage auf dem Dach des Tante-Enso-Ladens in Heltersberg in Vorbereitung. Außerdem arbeite die Genossenschaft an weiteren Anlagen, die aber noch nicht spruchreif seien. Zudem wolle die BEG noch bei einem Windprojekt in Bottenbach einsteigen.
Trafo muss umgerüstet werden
Die jetzt eingeweihte Anlage auf Haus Magdalena in der Waisenhausstraße sei ideal wegen der großen Flachdachfläche, meinte Paul. Die Voraussetzungen dafür seien allerdings aufwändig gewesen. Ein Trafo auf dem Diakoniegelände habe umgerüstet werden müssen, dafür musste im Diakoniezentrum der Strom abgestellt werden. Die Elektriker kamen extra an einem Samstag und auf dem Speiseplan stand Eintopf, der im Notfall auch kalt gegessen werden konnte. Letztlich sei alles schnell erledigt gewesen und der Eintopf wie gewohnt heiß serviert worden, freute sich Steuer, der sich an dem Tag weniger um das Essen, als um die Beatmungspatienten im Haus gesorgt hatte.
Die BEG hat die Anlage über Genossenschaftsanteile und Kredite durch die Mitglieder finanziert. Die Diakonie bezahlt den Sonnenstrom, dessen Preis laut Steuer 15 bis 20 Prozent unter dem Marktpreis liegen werde. „Das zahlt sich aus“, meinte der kaufmännische Vorstand, der aber auch auf die Ersparnis an klimaschädlichem Kohlendioxid verwies. Paul rechnet mit 70.000 Kilogramm CO2, das mit der Solaranlage auf dem Hospiz gespart werden könne.
Offen für weitere Projekte
Realisiert wurde die Anlage mit Firmen aus der Region. Die Firma Sonn aus Blieskastel kümmerte sich um den Anschluss und Connect Solar aus Zweibrücken um die Solarmodule. Die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken hat „super geklappt“, erklärt Paul.
Für die Diakonie will Steuer nicht ausschließen, dass noch weitere Photovoltaikanlagen auf Dächern ihrer Einrichtungen realisiert werden können. Bedarf an Strom sei ebenso wie Dachfläche vorhanden. „Mal sehen, was da noch machbar ist“, gab sich Steuer offen für weitere Projekte mit der BEG, die derzeit 172 Mitglieder zählt. Paul hofft, dieses Jahr das 200. Mitglied begrüßen zu können.