Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eine gute Torhüterin, die lieber im Feld spielt

Susie Dausch
Susie Dausch

Verspätet starten die Handballerinnen des TV Hauenstein am Samstag um 18 Uhr in der heimischen Wasgauhalle in die Pfalzliga-Saison. Gegner im ersten Pflichtspiel nach der Kündigung der Spielgemeinschaft mit der TS Rodalben ist die HSG Landau/Land. TVH-Spielführerin Susie Dausch hat bei einem der dort zusammengefassten sieben Vereine mit dem Handball begonnen. Seitdem hat sie viel erlebt.

„Ich habe mit vier oder fünf Jahren in Albersweiler angefangen, auch weil mein Papa dort mal gespielt hatte“, erinnert sich Dausch. Sie begann ihre Karriere als Feldspielerin, bis sie von Thorsten Kopp ins Tor gestellt wurde. Das war wohl in der C-Jugend. „Offenbar habe ich das nicht so schlecht gemacht“, sagt Dausch heute rückblickend, denn von da an blieb sie für lange Zeit zwischen den Pfosten, obwohl sie schon immer lieber Feldspielerin gewesen wäre. „Ich durfte aber nicht mehr.“ Vor allem, dass sie im Training oft „nur dastand“, machte ihr zu schaffen. Sie wollte sich auspowern.

Als sie als A-Jugendliche zu den Frauen stieß, trainierten plötzlich die Damen aus Hauenstein in Albersweiler mit. Kurz darauf war im Jahr 2004 die Spielgemeinschaft von Albersweiler, Hauenstein und Ranschbach fixiert. Die Frauen stiegen in die Regionalliga auf, später wieder in die Ober-, dann auch in die Pfalzliga ab. „Ich wurde super integriert, weil die Spielerinnen beim TVH sehr offen waren. Es gab gleich Beachturniere, Katja Spengler hatte damals schon viel für die Mannschaft gemacht, mit Christina Wilhelm hatte ich eine Fahrgemeinschaft zum Training in Hauenstein, später kam Miriam Badinger noch hinzu“, erinnert sie sich.

Keine Frage

Als die Vereine übereinkamen, die Spielgemeinschaft 2012 wieder aufzulösen und fortan unterschiedliche Wege gingen, musste Dausch „nicht eine Sekunde zögern“, um den Entschluss zu fassen, ihren Heimatverein zu verlassen und „bei meiner Mannschaft“ in Hauenstein zu bleiben.

Noch klarer war die Entscheidung in diesem Sommer, als die seit 2017 bestehende Spielgemeinschaft mit der TS Rodalben überraschend beendet wurde. Das Vorgehen der TSR-Verantwortlichen stößt der 38-Jährigen, die mit ihrem Lebensgefährten Kevin Hauck, einem Rodalber, und dem gemeinsamen Sohn in Rodalben wohnt, noch immer auf: „Das hat mich extrem wütend gemacht.“ So wütend sogar, dass es ihr gar nichts ausmacht, dass der Sohn von zwei Vollblut-Handballern nun Fußball spielt: „Ich hätte gerade kein gutes Gefühl, wenn ich in die TSR-Halle müsste.“

Ganz anders ist ihre Verbindung nach Albersweiler: „Ich habe im Vorjahr zum ersten Mal seit der Auflösung der SG wieder dort gespielt und mich sehr darauf gefreut.“ Aber zu viel Nostalgie kommt nun im Heimspiel gegen die HSG Landau/Land nicht auf: „Wir haben ein gutes Verhältnis zur HSG, aber dort spielt ja nicht eine Albersweilerin. Das war Landau und ist Landau.“

„Früher war vieles anders“

Dausch tut sich schwer damit, Vergleiche zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu ziehen: „Ich habe das Spiel als Torhüterin ja ganz anders erlebt als jetzt wieder im Feld.“ Dorthin konnte sie wieder wechseln, als ihr Lebensgefährte auch ihr Trainer war und mit Luisa Seibel eine junge, starke Torfrau herangeführt war. Was sie aber sagt: „Früher war doch vieles anders. Es war quasi Pflichtprogramm, dass dienstags und donnerstags nach dem Training gemeinsam was getrunken wurde. Heute vermisst sie das zunehmend, auch wenn sie gesteht: „Auch ich bin mit Kind und 35-Stunden-Woche im Beruf gut ausgebucht.

Dausch spricht aber von „Werten“, die früher anders gewesen seien. „Die langen Busfahrten waren für mich das Größte, am Wochenende war Handball gesetzt. Man war stolz darauf, Teil des Ganzen, dieser Mannschaft zu sein. Heute ist es schwerer, Leute zu animieren.“ Was sie aber betont: „Das betrifft eher die Generation hinter unseren jüngeren Spielerinnen wie Lena Seibel oder Naomi Ferkah, die noch viel von Katja oder Tina Hagenmüller mitbekommen haben.“

Zukunftspläne

Diese Veränderung der Werte ist offenbar ein Grund, weshalb beim TVH die Jugendarbeit aktuell brach liegt. Es gibt im Verein Überlegungen, wie man es schaffen kann, wieder eine eigene Jugend aufzubauen. Für Dausch ist „Hauenstein ohne Handball nicht vorstellbar“. Sie selbst könnte eine wichtige Rolle übernehmen, denn wenn sie ihre Karriere wie angedacht mit Ablauf dieser Runde tatsächlich beenden sollte, könnte sie sich eine Aufgabe als Jugendtrainerin gut vorstellen. Zumal sie, wie sie sagt, selbst immer gut mit ihren Trainern ausgekommen ist; mit einer Ausnahme von wenigen Wochen: „Peter Dincher in der Vorbereitung“, sagt sie lachend über den heutigen Dahner Coach, der sich wohl nicht gegen die Bezeichnung „Felix Magath des südwestpfälzischen Handballs“ sträuben wird.

WEITER SPIELEN

Männer-Verbandsliga: TV Kirrweiler - TV Thaleischweiler (Samstag, 19.30 Uhr), HSG Dudenhofen/Schifferstadt II - Thaleischweiler (Dienstag, 18.30 Uhr, Pfalzhalle Haßloch)

Männer-Bezirksliga: TV Dahn - TB Assenheim (Samstag, 20 Uhr)

Frauen-Verbandsliga: HR Göllheim/Eisenberg - TV Thaleischweiler (Sonntag, 16 Uhr, IGS-Halle Grünstadt), SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam II - TV Thaleischweiler (Dienstag, 16 Uhr, Spiegelbachhalle Bellheim).

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