Pirmasens
Ein Hauch Asien: „Global Asia Liang“ bringt Vielfalt in die Höfelsgasse
Im Oktober vergangenen Jahres ist Wenqian Liang in ihr Ladengeschäft in der Höfelsgasse eingezogen. Dort verkauft sie Getränke, Nudeln, Saucen, Gemüse, Frisch- und Tiefkühlwaren und und und. Nahezu all ihre Produkte importiert die junge Chinesin direkt aus Asien. Für jedes Herkunftsland hat die Ladenbesitzerin eigene Lieferanten, die in der Regel ein- bis zweimal pro Woche Produkte aus Japan, China, Südkorea, Thailand, Vietnam ... vorbeibringen. Aus dieser internationalen Vielfalt leitet sich passenderweise der Name des Geschäfts ab: „Global Asia Liang“.
Das sorgt nicht nur für ein großes, sondern auch für ein abwechslungsreiches Sortiment. „Ich versuche, jede Woche neue Sachen anbieten zu können“, berichtet Liang. Ihre Neuheiten bewirbt die Ladenbesitzerin stets in den Sozialen Medien. So landen bei Facebook regelmäßig Bildergalerien mit 50 bis 60 Fotos – unter anderem von koreanischen Würstchen im Teigmantel, Eis am Stiel mit Durian-Geschmack (das ist die gefürchtete Stinkfrucht) und exotischem Gemüse wie Thai-Auberginen.
Deutsche kaufen andere Produkte
Zu ihren Verkaufsschlagern zählt Liang beispielsweise Buldak-Nudeln. Das sind oft besonders scharfe Instant-Nudelsuppen, die durch Tiktok, Instagram und Co. weltberühmt wurden. Auch Gyoza, japanische Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen, seien sehr beliebt. Allerdings gebe es Unterschiede beim Kaufverhalten, wie Liang beobachtet: „Buldak und Gyoza kaufen hauptsächlich deutsche Kunden. Die Asiaten, die herkommen, holen Reis, Saucen und Gemüse.“
Nichtsdestotrotz bemerkt Wenqian Liang, dass auch Pirmasenserinnen und Pirmasenser immer öfter daheim asiatische Gerichte kochen: „Das wird immer mehr und es soll authentisch sein. Dafür braucht man zum Beispiel gute Soja- und Austernsauce.“
Kein Nachbarschaftsstreit
Ursprünglich hatte Wenqian Liang eigentlich nicht geplant, ein Lebensmittelgeschäft zu eröffnen. Als sie vor drei Jahren mit ihrer kleinen Familie von Contwig nach Pirmasens gezogen ist, wollte sie einen beruflichen Neustart wagen. „Mein Sohn war alt genug, um in die Kita zu gehen, also wollte ich wieder arbeiten“, erinnert sich Liang. Der Plan: Ein Sushi-Imbiss in der Höfelsgasse. Gastronomische Erfahrung hat sie jedenfalls mehr als genug: 13 Jahre lang hat Liang in Bayern gelebt und dort im Restaurant ihrer Eltern mitgearbeitet.
Den Gastro-Plan verwarf sie allerdings. „Okane war schneller“, sagt sie mit einem Lachen. Das vietnamesische Restaurant hat wenige Monate vorher direkt neben Liangs Geschäft – im ehemaligen Drebbelbrinnche – eröffnet. „Da habe ich mich dann für den Lebensmittelladen entschieden“, berichtet Liang. Nachbarschaftsstreit oder gar böses Blut gebe es in der Höfelsgasse aber nicht, versichert sie.