Pirmasens Ein Fakirbrett und viele nackte Frauen
Zwei recht unterschiedliche Künstler vereint die aktuelle Ausstellung in der Erfweiler Galerie Die Werkstatt mit der Malerin Olga David aus Landau und dem Jockgrimer Objektkünstler Günther Seel. „Alles beginnt mit einem Traum“ ist der Titel der Ausstellung, die auch tatsächlich einige Traumgestalten auf Leinwand und in Holz präsentiert.
Am auffälligsten sind Seels Objekte. An der Wand und auf Sockeln ziehen die aus Holz, Blech und Fundstücken assemblierten Werke die Blicke auf sich. Antike Holzfurniere kombiniert Seel zu abstrakten Kompositionen. In „Entführung der Europa“ hat der Südpfälzer den Zeus aus Blech mit einem Nasenring und Holzfundstücken gestaltet. Die entführte und vergewaltigte Europa wird durch ein wallendes Gewand im Hintergrund dargestellt. Im „Tableau Fakir“ geht Seel direkter mit einer Scheibe vor, die mit langen Metallspitzen gespickt ist. Der Fakir müsste jedoch einen sehr kleinen Hintern haben, wenn er darauf Platz nehmen wollte. Wo Seel die Teile für seine Objekte gefunden hat, scheint besonders wichtig zu sein, zumindest kann er damit einiges mehr erzählen. Wie beispielsweise die Vogelfigur, die aus einem Stück eines sizilianischen Fischerboots besteht, dem ein goldener Flügel obendrauf gesetzt wurde. Vieldeutig wird der Künstler in der Arbeit „Meine Geige, mon plaisir“, für die von ihm eine Geige mit einem Frauenkörper unter den Saiten ausgestattet wurde. Eine lyrische Ader hat Seel auch noch, und hier ist ihm mit wenig Aufwand ein aussagekräftiges Werk mit dem Titel „Es war einmal eine Schreibmaschine“ gelungen. Eine alte Schreibmaschine dient dem Künstler mit mehreren Papierbögen, die aus der Maschine scheinbar fliegen als Grundlage zum Sinnieren über Buchstaben, die befreit über weißes Papier tänzeln. Ein Poet ist Seel also auf jeden Fall. Der 1949 in Edesheim geborene Künstler hat visuelle Kommunikation und Design studiert und war lange in der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Seine Werke sollen Geschichten erzählen, die der Betrachter in seinem Kopf weiterschreiben soll, immer weiter, immer anders und immer neu. Eine ganz andere Richtung schlägt die Landauer Malerin Olga David mit ihren Bildern ein. Frauen dominieren ihre Malerei. Frauengesichter in allen Variationen und Stimmungslagen finden sich auf den akkurat gearbeiteten Gemälden. Prinzessin Diana ist zu erkennen. Eine Femme Fatale lockt im Großformat neben einer Balletttänzerin. Mal trägt die Frau einen flammenden Kopf, mal formen sich unzählige Blüten zu einer Frisur. Eine Schwangere schwebt über einer Reihe Flamingos. Der weibliche Akt ist einer ihrer liebsten Motive und die gestaltet sie gelegentlich auch gerne frivol und in reizenden Posen. Sinnlichkeit ist der Malerin besonders wichtig. Dazu serviert Olga David noch Alpenlandschaften in Acryl oder auch Blumenstillleben. David kommt aus Russland und hat dort Tafelmalerei studiert. Öffnungszeiten Bis 28. April mittwochs, donnerstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr. An Feiertagen ist geschlossen.