Pirmasens Eigener Ausstellungsraum soll kommen
Der Pirmasenser Kunstverein bekommt einen eigenen Ausstellungsraum. Diesen Wunsch vom Vereinsvorsitzenden Maximilian van de Sand zum 25. Geburtstag des Vereins will Oberbürgermeister Bernhard Matheis unterstützen. Der OB betonte gestern bei einer Feierstunde im Carolinensaal die herausragende Bedeutung des Kunstvereins, der sich unter anderem als „Katalysator“ für leerstehende Gebäude verdient gemacht habe.
Am 17. Mai 1990 gründeten 17 Pirmasenser im Hotel Matheis den Verein „Kunst und Kultur“, wie der stellvertretende Vorsitzende Matthias Strugalla in seiner Festansprache informierte. Gründungsvorsitzender war Hans-Peter Arnold, der für zehn Jahre den Verein leitete. Die „Unbeweglichkeit und fehlende Progressivität“ anderer Kulturträger in der Stadt seien der Anlass für die Gründung gewesen, so Strugalla. „Eine wunderbare Erfolgsgeschichte“ habe der Verein mit dutzenden Ausstellungen in der ganzen Stadt in den Folgejahren hingelegt. Dabei hatten die Verantwortlichen des Vereins seit der Gründung das Problem, wo sie ausstellen sollten. Den Auftakt machte 1991 eine viel beachtete Ausstellung mit Künstlern der Wiener Schule im Festsaal der Kulisse. Es folgten Ausstellungen mit klangvollen Namen wie Friedensreich Hundertwasser und anderen bekannten Künstlern. Der Kunstverein verstand sich jedoch auch immer als Forum für Künstler, die eher in Fachkreisen geschätzt wurden und brachte auch sperrige Kunst nach Pirmasens, wie 1996 den in Köln lebenden Russen Igor Sacharow-Ross, dessen Kunst selbst ein Großstadtpublikum überfordern dürfte. An Ausstellungsorten wanderte der Verein fast für jede Ausstellung an einen anderen Platz. Die Kreisverwaltung, Messe, Vereinsbank, das Alte Rathaus, der Stadtratssaal, das Finanzamt oder die Firmenräume von Colortex sowie die Alte Post in ihrer ersten Sanierungsversion unter Joseph Krekeler waren nur einige der Orte, an denen der Verein versuchte, Kunst angemessen zu präsentieren. Vorsitzender Maximilian van de Sand machte die Not zum Konzept und ließ den Verein in leerstehenden Fabriken wie dem Rheinberger, Ohrsche Fabrik oder Kopp gastieren. Zumindest aus dem Rheinberger wurde dann mehr. Der Verein verstand sich zu Beginn nicht als reiner Kunstverein wie andernorts, der sich nur um Bildende Kunst kümmern will. Der Name „Kunst und Kultur“ deutete vielmehr auf ein umfassenderes Selbstverständnis hin. Um Musik und Theater wollten sich die Mitglieder auch kümmern. Das tut der Verein in einem bestimmten Maß auch. Mitglieder initiierten eine Filmreihe im Walhallakino, die Filme über Kunst und Künstler auf die Leinwand bringen. Beliebt und gut nachgefragt sind die Ausstellungsfahrten in Museen im weiteren Umkreis, die der Verein auf jeden Fall beibehalten will, auch weil die Mitglieder immer älter werden und auf diese Weise doch noch große Ausstellungen wahrnehmen könnten, wie van de Sand bei der Feierstunde erzählte. „Kunst und Kultur“ sei mit seinen 25 Jahren noch ein sehr junger Verein, der gerade dabei sei erwachsen zu werden, meinte van de Sand im Hinblick auf das Alter anderer Kunstvereine. Der älteste wurde 1792 als Dürergesellschaft in Nürnberg gegründet. Während der Verein noch jung an Jahren ist, sind die Mitglieder doch schon älteren Semesters. „Wir sind alle 25 Jahre älter geworden und ein bisschen müder“, meinte gestern Strugalla, der bei der Feierstunde fragte: „Wo sind die jungen Mitglieder.“ Strugalla rief dazu auf, die vor 25 Jahren gewählten Zielvorstellungen wieder genauer zu betrachten, um das Programm des Vereins auch für jüngere Semester attraktiver zu machen. Und dann müsse nach 25 Jahren auch das Raumproblem gelöst werden. „Es war immer die Frage, wo gehen wir hin?“, meinte Strugalla, der es als ermüdend bezeichnete, immer von Neuem einen Raum suchen zu müssen. Vorsitzender van de Sand sieht den Verein hier vor einer Lösung. „Ich habe da so ein paar Ideen.“ Und OB Matheis zeigte sich gestern auch überzeugt, dass es in Pirmasens schon bald einen dauerhaften Ausstellungsraum für „Kunst und Kultur“ geben werde, der dann auch exklusiv nur dem Verein zur Verfügung steht. Darüber hinaus sicherte Matheis dem Verein zu, in der Alten Post immer gerne für eine Ausstellung gesehen zu sein. Die neue, aber noch nicht offiziell vorgestellte Kuratorin für die Alte Post werde bei ihrem Amtsantritt im Dezember als erstes das Gespräch mit van de Sand suchen, versicherte der Oberbürgermeister. (kka)