Pirmasens „Don’t forget Zwiebelmett on your Fensterbrett“

Sie erzählten, wie sie als arbeitslose Lehrer mit erotischem Stimmpotenzial eine Sexhotline gründeten. Da sich der Erfolg bei den Frauen jedoch in Grenzen hielt, entschieden sie sich für eine dankbarere Klientel: „Männer mit Stil“. Mit diesem Song von „Ganz schön feist“ startete „Zu Dritt“ am Samstag im Bottenbacher Dorfgemeinschaftshaus ihr amüsantes Programm.
Steffen Reiser, gebürtiger Bottenbacher, an Schlagzeug und Gitarre, der in Contwig geborene Bernhard Strassel – Leadsänger und Gitarrist – und seit April dieses Jahres auch Tim Weckerle am E- Piano boten musikkabarettistische Fundstücke. „Ohrale Stimmulation“, nannten sie ihr Programm, das rund 100 Zuhörer verfolgten. Es war eine grellbunte Mischung aus Musik, Kabarett, Klamauk, Makaberem und Witzigem rund um alltäglichen Wahnsinn und den Dreikampf „Frauen, Essen und Trinken“ mit eigenen und fremden Stücken. So machten sich die drei alias Jean-Jacques, Jean-Claude und Jérôme mit „Logopädentango“ (auch von „Ganz schön feist“) auf in die Vergangenheitsbewältigung. Das Publikum erfuhr, dass sowohl Schimpfworte als auch ein Schäferstündchen mit einer schwedischen Logopädin nicht nur gegen Stottern helfen sondern - weil das Schicksal Humor hat - auch die spätere Berufswahl beeinflussen können. Von frühen Verlusten und der ersten Liebe erzählte die Ode an die „Frau, die wo für mich die Allereinzigste war“, die „Deutschlehrerin“, denn obwohl sie mit dem Mathelehrer verschwand, wird sie schmerzhaft vermisst: „Ich liebe ihr noch immer, sie raubt mich heute noch den Sinn, meine Deutschlehrerin“. Alltägliches wie die Schlange vor dem Damenklo („In allen Schuppen stehen Puppen vor dem Damenklo“), der pädagogische Kampf in der Eisdiele („Papa, darf ich ’ne Kugel?“) und die Auswirkungen einer „Schilddrüsenunterfunktion“, die auch mal die Partnerwahl empfindlich beeinträchtigen kann, kamen nicht zu kurz. Ein großes Thema war die Liebe in all ihren Facetten. Vom verpatzten Rendez-vous, das daran scheitert, dass die Angebetete sich nach einem romantischen Essen bei Kerzenschein übergeben am Tisch übergibt, bis zu „Benutzerdefinierten Liebesliedern“ , angelehnt an Rainald Grebes „Dörte“ („Dörte, du bist der Ausweg aus der Spaßgesellschaft“) blieb kaum ein Aspekt der „schönsten Nebensache der Welt“ unbeachtet. Das kam gut an beim Publikum. Es amüsiert sich bestens beim vor dem Urlaub vergessenen Zwiebelmett („Auf meinem Fensterbrett im Zwiebelmett werden die Maden fett. Oh Baby don’t forget Zwiebelmett on your Fensterbrett“) zur Melodie von Abbas „Dancing Queen“ und der Hymne auf die Leberwurst („Stoß emol uff mei Schatz, ich riech die Lewwerwurschd so gere“).