Sportlerwahl Die Nominierten: Wer wird Sportlerin des Jahres 2025 in Pirmasens und Umgebung?
Zum mittlerweile 20. Mal ruft die Sportredaktion der RHEINPFALZ Pirmasens ihre Leser auf, die Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften des Jahres zu wählen. Für jede der drei Kategorien hat die Redaktion fünf Vorschläge gemacht. Wer dann letztlich Sportlerin, Sportler und Mannschaft des Jahres 2025 wird, entscheiden unsere Leser mit ihren Stimmen. Unter allen Wählern verlosen wir ein iPad.
Unsere Kriterien für die Vorauswahl: Da es sich um eine Wahl der Pirmasenser Rundschau handelt, müssen die Sportler aus dem Verbreitungsgebiet stammen oder einem Verein des Verbreitungsgebiets angehören.
Unsere fünf Kandidatinnen waren national wie international erfolgreich, haben Titel gesammelt und Herausragendes geleistet.
Pferdesport: Nora Cronauer
Mit Marie Gast und Larissa Bieß bildet Nora Cronauer das Trio der Rennreiterinnen, die von Galoppfans wegen ihres gemeinsamen Heimatorts „Münchweiler-Mädels“ genannt werden. Nora Cronauer war im vergangenen Jahr die erfolgreichste der drei Amazonen aus dem 2700-Seelen-Dorf an der Rodalb. Mit acht Jahressiegen sicherte sie sich die Bronzemedaille in der bundesweiten Championatswertung, sieben Erfolge feierte sie mit Pferden ihres Trainers und Ausbilders Christian Peterschmitt aus Bottenbach.
Am 21. September 2025 schrieb die 21-jährige blonde Powerfrau gar deutsche Turfgeschichte: Am Purzelmarktrenntag in Billigheim gewann sie mit Everstorm, Kamino und Sabiano alle drei Galopprennen. Zwei Monate zuvor hatte die Sportmanagement-Studentin im hessischen Erbach einen Doppelpack geschnürt. Am letzten Jahresrenntag erfüllte sich für Nora Cronauer ein „Lebenstraum“. Sie erfuhr, dass sie für Deutschland bei der Weltmeisterschaft 2026 mit Rennen in ganz Europa, Afrika und auf Mauritius reiten darf.
Kanuslalom: Britta Jung
Erst gekentert, dann triumphiert: Slalomkanutin Britta Jung aus Höheischweiler scheiterte Mitte Juli bei ihrem Debüt bei den U18-Weltmeisterschaften zwar im Halbfinale in ihrer Lieblingsdisziplin Kajak-Einer. Doch dann schnappte sich die 16-jährige Sportlerin der Wassersportfreunde Zweibrücken im südfranzösischen Foix die Silbermedaille im Kajak-Cross Individual und dann noch im ursprünglichen, seit 2024 olympischen Kajak-Cross. Dabei gehörte die Schülerin der nun elften Klasse des Pirmasenser Immanuel-Kant-Gymnasiums (Leistungsfächer Mathematik, Geschichte und Französisch) erst seit Mai 2025 der deutschen U18-Nationalmannschaft an.
Bei ihren häufigen Rennstarts im Nachbarland Frankreich stieg sie zudem in die N1-Klasse, die erste Liga, auf. Später im Sommer holte Jung bei den U18-Europameisterschaften im slowenischen Solkan noch Gold im Kajak-Cross und Bronze mit dem deutschen Kajak-Juniorinnen-Team. Bei der DM rundeten Kajak-Gold und Canadier-Bronze bei der Jugend im Oktober ihre Top-Saison ab.
Tischtennis: Tanja Krämer
Tanja Krämer vom TTC Höhfröschen ist die älteste deutsche Meisterin im Aktiven-Tischtennis aller Zeiten. Die Wahl-Merzalberin siegte im Juni 2025 im Alter von 45 Jahren bei den deutschen Meisterschaften in Erfurt im Mixed an der Seite von Zweitligaspieler Tobias Hippler (1. FC Köln). Im Halbfinale bezwangen sie Lisa Wang und Cedric Meißer (beide 1. FC Saarbrücken-TT), zwei der absoluten nationalen Nachwuchs-Topspieler. Im Endspiel schlugen Krämer/Hippler dann Kirill Fadeev (FSV Mainz 05) und das Tischtennis-Wunderkind Josephina Neumann (TV Okarben) mit 11:7, 11:7, 11:9. „Dieser Titel hat mir bei den deutschen Meisterschaften noch gefehlt. Somit ist meine Mission deutsche Meisterschaften erledigt“, sagte Tanja Krämer, die schon deutsche Meisterin im Einzel und im Doppel war.
Im Einzelwettbewerb erreichte die frühere Nationalspielerin nach zwei Siegen gegen Melanie Merk (TTC Langweid) und Oleksandra Novokhatska (Leutzscher Füchse) immerhin das Achtelfinale.
Leichtathletik: Jana Rohr
Beständigkeit hat einen Namen: Jana Rohr. Die Leichtathletin vom TV Thaleischweiler, RHEINPFALZ-Sportlerin des Jahres 2024, knüpfte 2025 an die Erfolge des Vorjahres an. Zwei deutsche Meistertitel im Steinstoßen der Klasse bis 68 Kilo Körpergewicht, einen in der Halle und einen im Freien, hat die 28-Jährige im Rasenkraftsportverband gewonnen. Bei der Freiluft-DM im Juni in Wasserburg stieß sie den fünf Kilo schweren Stein 11,39 Meter weit, im Oktober reichten ihr in Schwäbisch Gmünd 10,84 Meter zu Hallen-Gold.
Auch der Deutsche Turnerbund ermittelte beim Internationalen Deutschen Turnfest in Leipzig seine Besten im Steinstoßen, wobei das Sportgerät hier 7,5 Kilo wog. Hier holte die Pharmazeutisch-technische Assistentin Anfang Juni Silber mit 9,12 Meter. Mit Platz fünf im leichtathletischen Fünfkampf (Sprint, Weitsprung, Kugelstoßen, Schleuderball, 1000-Meter-Lauf) im Leipziger Stadion des Friedens bewies die Thaleischweilerin, die für den TVT auch in der Handball-Verbandsliga spielt, ihre Vielseitigkeit.
Schwimmen: Jennifer Vatter
Auf den Punkt in Topform war Jennifer Vatter aus Clausen im Dezember 2025 bei den Kurzbahn-Europameisterschaften der Masters-Schwimmer. Im polnischen Lublin stellte die 27-Jährige bei sechs Starts drei persönliche Rekorde auf und verbesserte auf zwei weiteren Strecken ihre Saisonbestleistung. Die Krönung war der Gewinn der Silbermedaille im 200-Meter-Lagen-Rennen der Altersklasse 25 plus. Hier schlug Jennifer Vatter nach 2:31,24 Minuten an und musste sich in der sechsköpfigen Konkurrenz nur der Italienerin Martina Battistoni geschlagen geben.
„Ich bin sehr, sehr zufrieden. Ich hatte erst drei Wochen zuvor meine persönliche Bestzeit über 200 Meter Lagen um eineinhalb Sekunden gesteigert“, sagte die Top-Athletin, Trainerin und sportliche Leiterin des Schwimmclubs Holzland. Sie habe sich „im Oktober eine Woche Urlaub genommen, um intensiv zu trainieren“. Das bedeutete, täglich zweimal eineinhalb Stunden im Pirmasenser Luft- und Badepark und im Hallenbad von Waldfischbach-Burgalben zu schwimmen.