Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Die Kulisse: Irgendwo zwischen Kneipe und Restaurant

Heinz Satter ist seit 1972 Gastronom. In der Kulisse wird er seit fast sieben Jahre von Aushilfe Jessica Stange unterstützt.
Heinz Satter ist seit 1972 Gastronom. In der Kulisse wird er seit fast sieben Jahre von Aushilfe Jessica Stange unterstützt.

Mit Heinz Satter leitet ein Pirmasenser Gastro-Urgestein seit Jahrzehnten die Kulisse. Obwohl er mehr Umsatz mit Essen macht, sieht er sein Lokal nicht als Restaurant.

Seit 36 Jahren hat die Kulisse ihren festen Platz in der Pirmasenser Kneipenszene. Direkt am Eck, wo die Alleestraße die Bergstraße kreuzt, betreibt Heinz Satter sein Lokal. Was die Kulisse letztlich ist, wisse er selbst gar nicht genau. „Wir hängen irgendwo zwischen Kneipe und Restaurant“, meint Satter. Und damit ist er zufrieden – der Gastronom will nicht in Schubladen denken. „Hier ist einfach ein Treffpunkt, wo die Leute gesellig zusammen sein können“, sagt er.

Dieses Geselligkeitsgefühl könne er täglich beobachten, erzählt Satter: „Man sieht hier ganz selten jemandem mit dem Handy in der Hand.“ Jeden Tag – außer samstags – treffen sich regelmäßige Stammtische in Satters Lokal. „Jeden Sonntag kommen zehn bis zwölf Leute direkt nach dem Tanzkurs her. Da reden wir nicht von Jugendlichen – alle sind zwischen 50 und 60“, nennt der Wirt ein Beispiel und schwärmt: „Das ist genau, wie man es sich vorstellt, das Gesellige.“

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Nicht mehr jeden Abend hinter der Theke

Das mache für Heinz Satter das Leben als Wirt aus. „Ich habe gerne Umgang mit Menschen“, sagt er. Nur zu Hause zu sitzen, sei nichts für ihn. Deshalb denkt er auch mit 78 Jahren nicht ans Aufhören. „Es macht mir immer noch zu viel Spaß“, betont Satter. Dennoch stehe er nicht mehr jeden Abend selbst hinter der Theke. „Ich kümmere mich mittlerweile mehr ums Drumherum – Einkauf, Buchhaltung und so weiter.“

Sitzplätze im Freien: Über die Sommermonate öffnet der Biergarten der Kulisse.
Sitzplätze im Freien: Über die Sommermonate öffnet der Biergarten der Kulisse.

Satter hat sich früh für das Leben als Gastronom entschieden. 1972 ging es in der Pilsstube in der Sandstraße los. Dementsprechend hat Satter die Glanzzeiten der Pirmasenser Kneipenszene hautnah miterlebt. „Das war eine ganz andere Zeit damals und lässt sich mit heute nicht mehr vergleichen“, sagt er. Man habe von einer Kneipe in die nächste fallen können, erinnert sich Satter, räumt aber ein: „Damals ging es auch Pirmasens wesentlich besser – die Amerikaner waren noch hier und die Schuhindustrie war stärker.“

Steckbrief

Eröffnungsjahr: 1990
Inhaber: Heinz Satter
Biermarke: Park
Bierpreis: ab 3,50 Euro
Speiseangebot: Pizza, Pasta, Salate u.a.
Besonderheiten: Aktionsabende, Biergarten, WM-Übertragung
Raucherkneipe: nein
Adresse: Alleestraße 58
Öffnungszeiten: täglich ab 18 Uhr

Satter will sich bei der Unterscheidung zwischen Kneipe und Restaurant zwar nicht festlegen, doch rein finanziell übertrifft die Küche den Zapfhahn. „60 Prozent unseres Umsatzes machen wir mit Essen“, verrät der 78-Jährige. An einzelnen Abenden in der Woche gibt es bestimmte Gerichte zum Sonderpreis, so ist dienstags in der Kulisse beispielsweise traditionell Pizza- und Flammkuchentag. „Was viele gar nicht wissen: Wir machen hier in der Küche alles selbst“, erzählt Satter. Die Speisekarte ist überschaubar. Satter habe zwar in der Vergangenheit immer mal wieder etwas Neues ausprobiert und angeboten, aber gefragt blieben weiterhin die Klassiker. „Egal, was wir machen – die Leute wollen Pizza, Pasta und Salate“, sagt Satter mit einem Lachen.

Im Saal unterhalb der Kneipe werden unter anderem Geburtstage und Hochzeiten gefeiert – und WM-Spiele gezeigt.
Im Saal unterhalb der Kneipe werden unter anderem Geburtstage und Hochzeiten gefeiert – und WM-Spiele gezeigt.

Pünktlich zum Sommer eröffnet Heinz Satter jährlich seinen Biergarten, der unterhalb des normalen Gastraums liegt. „Wir starten immer Anfang Juni in die Biergarten-Saison“, erzählt er. Sollte das Wetter nicht mitspielen, können die Gäste auf den Saal der Kulisse ausweichen. Hier werden etwa Hochzeiten und runde Geburtstage gefeiert. In den kommenden Wochen wird der Saal zusätzlich zur Anlaufstelle für Fußballfans, wie Satter ankündigt: „Wir übertragen die WM-Spiele. Oben im Lokal haben wir eine Leinwand, unten im Saal kann man auch schauen.“

Die Vorbereitungen für das Fußballgroßereignis seien mitunter zwar anstrengend, „aber man kommt ja nicht daran vorbei“, meint Satter lachend.

Zur Serie

Die Zeiten, in denen es Hunderte Kneipen in Pirmasens gab, sind vorbei. Trotzdem hat die Stadt noch einiges zu bieten. In der Serie „PS am Zapfhahn“ stellen wir Pirmasenser Kneipen sowie die Gesichter hinter den Theken vor.
Eine Übersicht aller bisherigen Artikel zur Pirmasenser Kneipenszene finden Sie hier.

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