Fußball
Die Berndts aus Blaubach: Die Fußballerfamilie ist jetzt beim FK Pirmasens zu Hause
Sein Papa Markus und sein Onkel Michael haben vor 30 Jahren in der Herren-Fußball-Regionalliga beim FC Homburg gespielt. Noah Berndt wiederum holte diese Saison mit den A-Junioren des FK Pirmasens die Herbstmeisterschaft in der Regionalliga und hatte vorigen Sonntag auf der Husterhöhe gegen den SV Wehen Wiesbaden (1:1) das Auftaktmatch in der U19-DFB-Nachwuchsliga. Das Kuriose dabei: Damals wie heute hieß/heißt der Trainer der talentierten Kicker der Familie Berndt aus Blaubach im Kreis Kusel Peter Rubeck (64).
Wie der Vater so der Sohn? Ganz so will Markus Berndt das nicht stehenlassen. „Ich war Innenverteidiger, war auch mal gerne offensiv unterwegs. Aber ich war technisch nicht so versiert, wie es mein Sohn ist. Das hat er wohl eher von meinem jüngeren Bruder Michael, der Mittelfeldspieler war und es auch zum Jugendnationalspieler gebracht hatte“, sagt der 50-Jährige, der als Lehrer am Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern das Training für die Fußballer leitet. Wann immer es geht, ist Papa Markus bei den Spielen seines Sohnes dabei. Und nicht nur das. Er verkauft bei einem Heimspiel der FKP-U19 Eintrittskarten, schenkt Getränke aus oder hantiert mit Würstchen auf dem Grill. „Ich kann das Engagement der Eltern, die auch weitere Anfahrten nach Pirmasens in Kauf nehmen, nur loben. Wir teilen uns die Dienste zu gleichen Teilen ein“, berichtet Markus Berndt.
Vom FCK zum FKP
In ihrer Jugend wurden Markus und Michael von ihrem Papa Erich Berndt trainiert. Damals noch bei der vor etwa zehn Jahren aufgelösten SG Blaubach-Diedelkopf, wo auch der spätere Nationalstürmer und heutige Trainer des 1. FC Nürnberg, Miroslav Klose, seine fußballerische Wiege stehen hatte und „auf Empfehlung von Markus Berndt“, wie Rubeck erzählt, von der SG zum FC Homburg wechselte. Noah Berndt stammt also aus einer Fußballerfamilie. Der heute 17-Jährige kam über den JFV Pfälzer Bergland zum 1. FC Kaiserslautern, spielte dort auch mit der U17 in der DFB-Nachwuchsliga, wo die Qualifikation für die Hauptrunde in Liga A gelang. Warum dann der Wechsel am 1. Januar 2025 zum FK Pirmasens, mitten in der Saison? „Ich hatte zu wenig Einsatzzeiten, bekam kaum Chancen, mich zu zeigen“, bekennt er und fügt schnell an: „In Pirmasens fühle mich wohl und kann auf den von mir bevorzugten Positionen im zentralen Mittelfeld oder auf der rechten Außenbahn spielen.“ Dazu kommt, dass er sich mit allen im Team, aber besonders mit dem Ukrainer Alexander Formaniuk und dem US-Amerikaner Reid Morman, auch privat sehr gut versteht. Berndt über rechts, Pass in den Lauf von Morman, satter Linksschuss in den Winkel – so fiel das 1:0 gegen Wehen Wiesbaden.
Laufstark, technisch versiert, immer das Eins-gegen-eins suchend, so präsentiert sich Noah Berndt, der die elfte Klasse am Siebenpfeiffer-Gymnasium in Kusel besucht. Kein Wunder, denn: „Mein Vorbild ist Lionel Messi und mein Lieblingsverein der FC Barcelona“. Er selbst will es im Fußball so weit wie möglich nach oben schaffen. „Das Nahziel ist, unter die ersten Vier in unserer Gruppe zu kommen. Dann könnten wir nächste Saison von Anfang an in der DFB-Nachwuchsliga spielen“, sagt er. Wie die meisten in der Rubeck-Elf ist Noah Berndt im jungen Jahrgang (2008) und darf daher auch kommende Saison noch in der A-Jugend auflaufen.
Reise zu den „Kleeblättern“
Am Sonntag gastiert die FKP-U19 bei der Spielvereinigung Greuther Fürth. In der „Kleeblatt-Akademie“, dem Nachwuchsleistungszentrum des Zweitbundesligisten, ertönt um 13 Uhr der Anpfiff. Es ist die weiteste Fahrt der Saison. Die Pirmasenser reisen daher bereits am Samstag mit dem Bus nach Franken und übernachten in einem Hotel in Nürnberg. Fürth, eigentlich der Favorit in dieser Gruppe, verlor zum Auftakt mit 0:4 beim 1. FC Saarbrücken. „So wie wir am Sonntag gegen Wiesbaden aufgetreten sind, braucht uns vor keinem Gegner bange zu sein. Wir fahren mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen nach Fürth“, sagt Noah Berndt.