Pirmasens Der große Abend des Mathäus Gornik

PIRMASENS. Ein packendes Match haben die Regionalliga-Fußballer des FK Pirmasens gestern Abend den rund 1800 Zuschauern im Stadion Husterhöhe geboten. Beim 1:1 (1:1)-Unentschieden gegen den ambitionierten FC Homburg ergatterte das Team von Trainer Peter Tretter nach zwei tor- und punktlosen Spielen hochverdient einen Zähler.
Mathäus Gornik erzielte dabei das 1:1 und damit sein erstes Regionalligator überhaupt. „So sieht′s aus“, sagte der strahlende, auch gestern sehr zuverlässige FKP-Rechtsverteidiger über seinen Treffer. „Der Atti kann die Dinger spielen. Es hat alles gepasst, die Drehung, der Schuss“, freute sich Gornik riesig. „Die haben wohl spekuliert, dass ich schieße“, schilderte der Mann mit dem Hammer, Attila Baum, seine Vorlage. „Eigentlich wollte ich Freyer anspielen, aber ,Matze’ hat schon in Position gestanden. Besser kann man ihn nicht schießen“, lobte Baum seinen Mitspieler. Sachlich beschrieben lupfte Baum die Kugel quasi aus dem Stand über die Abwehr zu Gornik, der mit dem rechten Fuß sauber abschloss. „Es war für die Moral ganz wichtig, dass wir gleich nach dem 0:1 wieder zurückgekommen sind“, betont Baum, der gestern weitere Zuckerpässe spielte. Denn zunächst durften die Homburger Fans im Gästeblock jubeln. Erst bei Angelo Vaccaros Top-Chance verhalten (4.), weil FKP-Torwart Frank Steigelmann Vaccaros Knaller per Faustabwehr zur Ecke klärte. Marc Gallego hatte zuvor mit einem FKP-Akteur quasi Doppelpass gespielt und sich dadurch freie Flankenbahn verschafft. In der elften Minute jedoch jubelten die FCH-Anhänger wirklich: Giancarlo Pinna flankte unbedrängt von links auf den langen Pfosten, dort legte Vaccaro den Ball per Kopf auf Steven Krönert vor, und der war im Duell mit Marco Steil und Alexander Heinze der Beste und traf zum 1:0 für die favorisierten Gäste. Doch plötzlich drehte sich das Match. Der FKP reagierte, baute wieder einmal über die rechte Seite gehörig Druck auf. Besonders Gornik, Patrick Freyer und der diesmal als Sturmspitze wirkungsvollere Dennis Gerlinger initiierten mehrere Angriffe. „Ich bin froh, dass ich wieder spielen darf, die Position ist mir egal. Natürlich habe ich als Spitze nicht so viele Deckungsaufgaben“, sagte der vom FC Homburg zum FKP zurückgekehrte Gerlinger, der nach dem Match im FCH-Trikot von Andreas Gaebler in die Kabine kam. Doch in dieser Phase landete David Beckers Kopfball beim Torwart (14.) und Christian Henns Kopfball neben dem Kasten (16.). Danach waren in dem munteren Spiel, in dem die Pirmasenser immer mehr Oberwasser bekamen, noch mal die Homburger dran. Kilian knallte von halblinks den Ball am langen Pfosten vorbei. In der zweiten Halbzeit stand die FKP-Abwehr bombensicher. Sie hatte allerdings Glück, dass Kilian mit einem Volley-Hammer aus 25 Metern nur die Latte traf. Der FKP verlagerte sich auf Kontern. Pech nur, dass Freyer bei seinem Sturmlauf von Nils Fischer rüde gebremst wurde, zweimal Gerlinger im Spiel eins gegen eins den Ball verlor. Auch Becker hatte die Führung auf dem Fuß, als er nach Flanke Gorniks den Ball direkt nahm und aus 14 Metern über die Latte setzte. Die letzten 15 Minuten hatten es dann in sich. Erst flog Fischer mit Gelb-Rot vom Platz (78.). Dann musste sich Buchholz bei Freyers Gewaltschüssen mächtig strecken (80., 84.). Zwei Minuten später ballte Marco Steil die Faust, als er gegen den gerade eingewechselten Ehrmann in letzter Sekunde geklärt hatte. „Das 1:1 ist gerecht“, merkte FKP-Torwarttrainer Klaus Scherer an, der einst neun Jahre beim FC Homburg – auch in der Bundesliga – zwischen den Pfosten stand. Und Baum setzte den Schlusspunkt. „Wir gehen morgen arbeiten, und die können ausschlafen“, beschrieb er auf seine eigene Art das Duell Profis gegen Amateure, bei dem sich die FKP-Feierabendkicker klasse schlugen. (pea)