Pirmasens Den VW-Bus in England entdeckt
Unter der Woche schraubt Frank Lang in seinem eigenen Kfz-Meisterbetrieb auf der Husterhöhe an Kundenautos, am Wochenende schraubt er auch, allerdings an Oldtimern und zwar gemeinsam mit Björn Wagner. Die beiden Oldtimerliebhaber aus Gersbach opfern ihre Freizeit größtenteils, um ihre Oldtimer instand zu setzen.
Die beiden kennen sich von Kindesbeinen an, waren Nachbarskinder, auch wenn Frank Lang mit 39 Jahren zehn Jahre älter ist als sein „Schrauberfreund“ Björn Wagner. Die neueste Errungenschaft Wagners ist ein VW-Bus T2 A, Baujahr 1971. „Ein Klassiker“, stellt er stolz fest.
Camping-Klassiker
Die Suche nach diesem Camping-Klassiker von Volkswagen gestaltete sich langwierig. „Jahrelang war ich am Stöbern, bis mir Viktor Riesling den entscheidenden Tipp gab“, erinnert sich Björn Wagner. Riesling, den wir auch in der Serie „Auf Oldtimer abgefahren“ vorgestellt haben, gab Wagner im Frühjahr 2016 den entscheidenden Hinweis auf diesen T2 mit Standort England.
In England gekauft
Die beiden flogen nach England, kauften den T2 und fuhren gleich damit heim. „Er läuft und läuft und läuft und hat natürlich Tüv“, sagt Wagner stolz. Mit dem VW-Bus T2 sieht man ihn tagtäglich zur Arbeit fahren. Die Campingausstattung hat bei gemeinsamen Urlauben bereits wertvolle Dienste verrichtet und wurde von Familie Wagner für gut befunden. Zudem betätigt sich Wagner als Künstler, mit Verzierungen, die er auf Autos mittels „Pinstriping“ – auf Deutsch Linieren – anbringt. Auf Szenetreffen hat Wagner sein Können des Öfteren schon unter Beweis gestellt.
Weiterer Oldtimer
Ein zweiter Oldtimer, ein Golf 1, Baujahr 1983, hat der ehemalige Zeitsoldat Wagner, der derzeit eine Ausbildung zum Fachinformatiker absolviert, vor knapp drei Jahren gekauft, „als Schrotthaufen in Norddeutschland“, wie er sich schmunzelnd erinnert. Jetzt ist der Golf, frisch lackiert in Beige, fast fertig. Nur der fehlende Tüv-Stempel trennt die beiden noch von der Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr. Öffnet man die Motorhaube, blitzt und glänzt es. „Eine alte Leidenschaft von mir, ich habe alle möglichen Teile verchromt“, erzählt er. Die Schrauberleidenschaft entdeckte er mit 18 Jahren, nachdem er seinen ersten VW Golf gekauft hatte. „Ich wollte möglichst alles selbst machen. Und dadurch erwarb ich mir die Fachkenntnisse“, berichtet Wagner. Unterstützung erhält er von Gattin Carina, die die Oldtimerleidenschaft mit ihm teilt. Geschraubt wird in der eigenen Garage in Gersbach und auch bei Frank Lang in dessen Werkstatt, dann im Team.
Nächstes Projekt
Langs nächstes Projekt ist der Neuaufbau eines VW-Karmann Ghia, Baujahr 1972. Das Auto steht gewissermaßen als Puzzle in drei Teilen bereits in der Werkstatt. Den roten Oberbau rollt er fürs Foto auf einem Hubwagen vor die Garage, der Motor hängt an einem Haken in der Werkstatt und der Unterbau in Schwarz ist bereits neu hergerichtet. „Es wird noch einige Monate dauern, bis er fertig ist, aber im Jahr 2018 rollt er“, ist sich der Kfz-Meister sicher. Sicher ist zudem das nächste größere Projekt des Duos: Es soll ein VW-Käfer sein. „Weil das ein zeitlos schönes Auto war, ist und bleibt“, sind sich die beiden Oldtimerliebhaber einig.
Unsere Serie
In der Serie „Auf Oldtimer abgefahren“ stellen wir die Schmuckstücke unserer Leser und ihre Anekdoten dazu vor. Wer einen Oldtimer besitzt und Teil der Serie werden möchte, kann sich in der Redaktion melden: E-Mail redpir@rheinpfalz.de, Telefon 06331/800420.