Special Olympics
Das Fieber steigt
„Das Fieber steigt, auch bei uns“, sagt Marc Vogel, der Sportkoordinator der Heinrich Kimmle-Stiftung. Am Montag beginnen die nationalen Spiele von Special Olympics, die deutschen Meisterschaften für Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung in Saarbrücken. 30 Sportler und 9 Trainer aus der Wohnanlage „Pirminius“ in Pirmasens werden an diesem einwöchigen Wettkampf teilnehmen. Sie alle können es kaum erwarten. Alle vier Jahre richtet Special Olympics Deutschland diesen Wettbewerb aus. Athleten aus ganz Deutschland nehmen daran teil. Um sicherzugehen, dass alle Sportler Erfolgschancen haben, werden sie in Leistungsklassen eingeteilt, in denen sie sich jeweils mit etwa gleich starken Konkurrenten messen können. Das erhöht natürlich die Chancen, am Ende tatsächlich mit einer Medaille nach Hause zu fahren.
Für Vogel bedeutet die Teilnahme an der Veranstaltung eine langfristige Planung, die schon ein Jahr vor dem Event beginnt. Schließlich muss vor Ort ein Hotel gebucht werden, und die Athleten müssen regelmäßig trainieren. Insgesamt erwarten die Veranstalter etwa 4300 Athleten, die an 27 Sportarten teilnehmen, begleitet von 1500 Trainern, dazu kommen Betreuer und Familienmitglieder. Am Ende rechnet man in Saarbrücken mit ungefähr 13000 am Wettbewerb beteiligten Personen.
Angenehm kurze Reise
Die Pirmasenser Delegation fährt mit fünf Bussen nach Saarbrücken, eine angenehm kurze Reise. Vor vier Jahren fand die Veranstaltung noch in Berlin statt. „Als 2008 die Meisterschaft in Karlsruhe stattfand, erklärte der Oberbürgermeister, es sei die größte sportliche Veranstaltung des Jahres in der Stadt“, erinnert sich Vogel. Die Wettbewerbe der Veranstaltung 2026 finden nicht nur in Saarbrücken, sondern im ganzen Saarland statt. Im Saarbrücker Ludwigsparkstadion wird die Eröffnungsfeier und das Fußballturnier ausgetragen. „Das gesamte Paket und das Flair dieser Veranstaltung sind schon etwas Besonderes“, findet der Pirmasenser Sportkoordinator.
Die ganze Woche vor Ort
Die „Pirminius“-Delegation mit ihren knapp 40 Mitgliedern wird nicht pendeln, sondern die ganze Woche vor Ort sein. Ihre Sportler nehmen an vier Sportarten teil, nämlich Fußball, Tischtennis, Schwimmen und Leichtathletik. Natürlich geht es vor allem darum, dass die Athleten eine gute Zeit und möglichst viel Spaß haben. Die Herausforderung, sich mit anderen zu messen ist etwas Besonderes, außerdem trifft man bei einem solchen Wettbewerb auch auf viele alte Bekannte, die man schon von anderen Wettkämpfen kennt. Aber Vogel sagt auch: „Wenn unsere Sportler dann auch noch eine Medaille gewinnen, ist die Freunde sehr groß.“
Das sportliche Engagement der Wohnanlage „Pirminius“ ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Wo vor 25 Jahren noch gerade einmal zehn bis 12 Sportler an den Fußball- und Tischtennis-Wettkämpfen teilnahmen, hat sich die Beteiligung inzwischen fast vervierfacht.
Auch die Weltspiele sind ein Ziel
Das ist nur möglich, weil bei Sponsoringaktionen genügend Geld zusammenkommt, um den größten Teil des Budgets für die Veranstaltung zu decken.
Nach den nationalen Spielen stehen im Jahr 2027 dann die Weltspiele in Santiago de Chile an. Auch dafür kann sich die Wohnanlage „Pirminius“ nach der Teilnahme im Saarland bewerben, um tatsächlich eingeladen zu werden, braucht es aber auch ein bisschen Glück. Immerhin: 2007 und 2015 durften Athleten der vom Caritas geführten Wohnanlage "Pirminius" bereits an den Weltspielen in der Disziplin Schwimmen teilnehmen.