Pirmasens Das Blues Wohnzimmer überzeugt mit eigenen Songs

Gastmusiker Fabian Klimasch (rechts) spielte mit Lukas Schüssler um die Wette.
Gastmusiker Fabian Klimasch (rechts) spielte mit Lukas Schüssler um die Wette.

Das Saarbrücker Projekt Blues Wohnzimmer war zu Gast im ausverkauften Bodeguita Club – und war spielfreudig und kreativ.

Das Saarbrücker Projekt Das Blues Wohnzimmer ist im Saarpfalz-Kreis seit seiner Gründung im Januar 2025 in aller Munde und füllt regelmäßig die Clubs. So war auch beim dritten Konzert von Lukas Schüssler (Gitarre, Gesang), Stefan Engelmann (Bass) und Elmar Federkeil (Schlagzeug, Gesang) in La Bodeguita am Pirmasenser Hauptbahnhof mit rund hundert Besuchern volle Hütte angesagt.

Diesmal hatte das Trio den aus Konz stammenden Gastmusiker Fabian Klimasch zur Reihe „Bodeguita Social Club“ mitgebracht. Mittlerweile wohnt der Gitarrist und Sänger in Saarbrücken und bereichert dort die Bluesrock-Szene. „Ich kenne Lukas Schüssler von diversen Aufnahmen, die wir im gleichen Tonstudio machten, und wir harmonierten direkt menschlich als auch musikalisch. Ich bin zuvor bereits in Saarbrücken mit dem Blues Wohnzimmer aufgetreten“, erzählte Klimasch vor dem Konzert dieser Zeitung. Mit seiner Band Two and a Half Strings hat Schüssler zwei Alben in Eigenproduktion veröffentlicht, aktuell widmet er sich seinem Soloprojekt, von dem er drei Lieder spielte.

Duell Schüssler – Klimasch

Wie üblich spielte das Blues Wohnzimmer zwei Songs, um gut ins Konzert reinzukommen, darunter die starke Eigenkomposition „Dancing with the Blues“, bevor der Gastmusiker auf die Bühne kam und man gemeinsam „Call Me the Breeze“ in der John-Mayer-Version spielfreudig zelebrierte: Schüssler und Klimasch duellierten sich versiert bei einem ausschweifenden Gitarrensolo und erhielten Szenenapplaus. Zudem übernahm Klimasch nun in gekonnter Manier den Leadgesang. Abschluss und Glanzstück des ersten Konzertteils war zweifellos das funkig angehauchte „Live Wire“ (Matt Schofield). Es artete in eine Jamsession aus, bei der auch Federkeil mittels eines Schlagzeugsolos sein Können demonstrierte und die Musiker abermals Szenenapplaus vom begeisterten Publikum erhielten.

Zu Beginn des zweiten Konzertabschnitts präsentierte Das Blues Wohnzimmer in Trio-Besetzung sein eigenes Stück „When the Rebels Rebel Again“, das aus der Feder von Schüssler stammt. Es muss sich im Vergleich zu den Genre-Klassikern keineswegs verstecken, denn es trieft nur so vor Esprit und Kompositionstalent. In dieselbe Kerbe schlug „Doin’ It All for My Baby“, womit unterstrichen wurde, dass Schüssler knietief mit Leib und Seele im Bluesrock steckt, zumal sein Gesang voller Emotionen ins Auditorium geht.

Song über Beziehungsprobleme

Zum treibenden „Black Cat Bone“ kam erneut Klimasch auf die Bühne, stürzte sich in seinen Gesang und in ein weiteres Gitarrenduell mit Schüssler. „Ain’t No Sunshine“ riss die Anwesenden förmlich mit, bevor zum Ende hin der Fokus auf Klimaschs Eigenkompositionen gelenkt wurde. „Der Text von ,All I Need’ dreht sich um die Thematik Beziehung. Beim Ende einer solchen fühlt man sich rastlos auf der Suche nach etwas und möchte direkt in eine neue Beziehung flüchten. Letztendlich kam ich zum Schluss, dass man gar nicht groß suchen muss sondern sich auf das besinnt was schon da ist“, erzählte Klimasch dieser Zeitung.

Der Song an sich gleicht einer gelungenen Mixtur aus der Bluesphase von Gary Moore mit einer Prise Chris Rea-Pop. „,New Tide’ dreht sich um die Zeit nach der Besinnung, also darum, allein klarzukommen und sich langsam bereit zu machen mit der neuen Welle zu schwimmen. Also dass sich etwas spontan ergibt, ohne zwanghaft danach zu suchen“, erläuterte der Musiker.

Energischer Saitenanschlag

Der Soft-Blues „Long Lost Forever“ war das dritte eigene Lied, der Titel spricht für sich selbst. Von seinem Gitarrenspiel, respektive dem energischen Saitenanschlag erinnert Fabian Klimasch generell an den großen Joe Bonamassa, ohne jedoch dessen unfassbar flüssiges Spiel zu erreichen. Doch wer tut das schon? Das Blues Wohnzimmer präsentierte abermals ein spielfreudiges Konzert mit einer Menge Energie und wurde mit lange anhaltendem Beifall belohnt.

Info

Das nächste Blues-Wohnzimmer-Konzert im Bodeguita Social Club findet am 6. Mai, 20 Uhr statt. Als Gastmusiker ist Issac Roosevelt dabei. Es empfiehlt sich, sich frühzeitig um Karten zu kümmern bei eventfrog.de.

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