Pirmasens Cowboystiefel soll an US-Army erinnern

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Die Pirmasenser Verkehrskreisel regen die Fantasie an. Nach dem Fußballkreisel und dem künstlerischen Kugelkreisel an der B 10 war gestern die Einweihung des Kreisels an der Reihe, der den Verkehr von der B 270 zur Husterhöhe regelt. Der Unternehmer Bernd Hummel hat einen sechs Meter hohen Westernstiefel in Aluminium und Stahl gestiftet.

Obwohl im Sortiment von Kangaroos, der Schuhmarke, die Hummel vertreibt, keine Westernstiefel zu finden sind, musste es gerade solch einer sein. Mit „Cowboystiefeln“ kann Hummel nämlich viele schöne Kindheitserinnerungen verbinden an die Zeiten, als die US-Amerikaner als Besatzer nach Deutschland kamen und lange Jahrzehnte auch in Pirmasens blieben, wie er gestern bei der Einweihung erläuterte. „Zur Erinnerung an die vielen Jahre freundschaftlicher Verbundenheit mit der US-Army, ihren Angehörigen und ihren Familien“ will Hummel den Stiefel sehen. Bei der Einweihung schwelgte der Unternehmer dann auch in Erinnerungen an seinen ersten Kaugummi, das Corned Beef in Dosen, Schokolade, Bananen und Orangen, die er von US-Soldaten erhalten habe. Die US-amerikanische Welt mit ihren Petticoats, Rock’n’Roll-Musik und Big-Band-Swing sei viel bunter und lebendiger gewesen als das, was zur deutschen Nachkriegsrealität gehörte, erinnerte sich Hummel. Pirmasens sei stark geprägt von den US-Amerikanern, die zu tausenden in der Stadt lebten und arbeiteten, ergänzte Oberbürgermeister Bernhard Matheis. „Sie waren Teil der Stadt“, meinte der Stadtchef in Richtung der drei US-Offiziere des Medical Depots, die zur Einweihung gekommen waren. Der „Cowboystiefel“ wurde von dem Schmied Thomas Maria Schmidt gestaltet, der bereits mit anderen Kreiseln und Großskulpturen in der Stadt Erfahrung hat. Schmidt hat nach Aussage von Hummel über 600 Arbeitsstunden in den Stiefel investiert. Zum Preis des von Hummel finanzierten Stiefels wollten Schmidt und Hummel gestern nichts sagen. Gestaltet ist der Stiefel in einer typischen Pop-Art-Optik, wie sie Hummel liebt, der auch viele Pop-Art-Ausstellungen in der Neuffer-Kunsthalle organisiert. Das innere Gerüst der insgesamt sechs Tonnen schweren Plastik besteht aus Stahl, der mit blau lackierten Aluplatten verkleidet wurde. (kka)

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