Pirmasens Christin Hussongs klare Ansage: Ich will um die Medaillen mitwerfen

Eingespieltes Team: Christin Hussong mit ihrem Vater und Trainer, Udo Hussong, in Berlin.
Eingespieltes Team: Christin Hussong mit ihrem Vater und Trainer, Udo Hussong, in Berlin.

«BERLIN.»Christin Hussong war gerade mal eine halbe Stunde zuvor aus dem Abschlusstrainingslager der deutschen Leichtathleten in Kienbaum ins Berliner Mannschaftshotel Maritim gewechselt, da empfingen sie und ihr Trainer und Vater Udo schon DIE RHEINPFALZ zu einem Interview. „Ich will um die Medaillen mitwerfen“, sagte die Speerwerferin des LAZ Zweibrücken, die morgen bei den Europameisterschaften zur Qualifikation antritt.

Mit einem zwölften Platz wie bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro wäre sie dieses Mal nicht zufrieden. „Doch wenn ich das werfe, womit ich zufrieden sein kann, es aber nicht zu eine Medaille reicht, dann waren andere einfach besser. Dann ist es so“, sagt die 24 Jahre alte Studentin aus Herschberg, die nach Zürich 2014 (Siebte) und Amsterdam 2016 (Aus in Qualifikation) an ihren dritten Europameisterschaften teilnimmt und bestätigte, dass es in Kienbaum richtig super lief: „Wir haben dort den Feinschliff gemacht.“ Deshalb ist ihr Traum von einer Medaille verständlich. Udo Hussong sagt: „Die ganze Vorbereitung lief sehr gut. Es ist das erste Mal seit sieben Jahren, dass wir die Vorbereitung zu Hause gemacht haben. Das war gut. In den letzten Tagen in Kienbaum hat sie eine Bestleistung geworfen, die Form geht nach oben.“ Im RHEINPFALZ-Gesprächs sei er der Papa, auf dem Platz stets der Trainer, da ist der ein oder andere Ton anders. „Da wird mehr gefordert“, sagt Udo Hussong, der sich mit Bundestrainer Mark Frank das Zimmer teilt. Mama, Schwester, Freund, Tante, Onkel – sie alle werden da sein. Mama Gabi ist schon am Sonntag angereist, mit ihr und ihrer Schwester hat sich Christin Hussong gestern Mittag noch getroffen. „Wir wollten ein bisschen erzählen, ich brauche das“, sagte sie. „Ich nehme schon wahr, wenn wer da ist im Stadion. Ich will wissen, wo meine Mutter sitzt. Ich schaue dann mal zu ihr. Das beruhigt mich“, sagte die 24-Jährige, die in Herschberg unweit des Elternhauses mit ihrem Freund zusammen wohnt und in Saarbrücken studiert. Heute wird sie ins Stadion gehen, auf dem Aufwärmplatz trainieren, die Wege abgehen, logistische Details abklären. Udo Hussong hat gestern Abend noch die Speere ins Stadion gebracht. Morgen startet ab 12.30 Uhr die Qualifikation in zwei Gruppen. Christin Hussong ist eine von vier Pfälzern im EM-Team. LAZ-Vereinskollege Raphael Holzdeppe und Stabhochsprung-Bundestrainer Andrei Tivontchik kommen heute nach Berlin. „Wir saßen schon in Kienbaum beim Essen zusammen. Eine kleine Familie aus dem Verein, das ist schön“, sagte sie. Und sie erzählt von ihren Ritualen beim Wettkampf. „Meine Halskette mit Kleeblatt, meine geflochtenen Haare, meine roten Fingernägel – all das muss ein“, sagt sie und lacht. „Anders geht es nicht.“

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