Pirmasens Christin Hussong wirft über 60 Meter

Wesel. Zwei von drei Startern mit Gold dekoriert: Wenn das nicht eine starke Ausbeute der Leichtathleten des LAZ Zweibrücken bei der deutschen Meisterschaft der U23-Sportler in Wesel war. Dem Gold-Coup von Stabhochspringerin Anna Felzmann am Samstag (RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete kurz) ließ Christin Hussong gestern den Sieg bei den Speerwerferinnen folgen.
Die Herschbergerin knackte gleich im zweiten Wurf mit 60,26 Metern erstmals die ersehnte 60-Meter-Marke, vor Wochenfrist war der Speer noch neun Zentimeter davor stecken geblieben. „Im ersten Wurf habe ich zu viel gewollt, für den zweiten habe ich mich dann noch mal voll konzentriert.“ Obwohl die 20-Jährige danach gar nicht mit einer neuen Bestweite gerechnet hatte, wie sie zugab. „Der ging so locker weg. Ich dachte, der landet bei 57, 58 Metern.“ Vereinskollegin Anna Felzmann, die mit Hussongs Mama am Rand der Anlage stand und sich beim Anfeuern fast heiser schrie, wusste gleich: „Der war richtig weit“. Als dann die Anzeigetafel umgedreht wurde, „60,26“ aufleuchtete, die Zahl mit der Sechs vor dem Komma, „war alles vorbei“, meinte Biologie- und Sport-Studentin Hussong lachend. Auch wenn der nächste Versuch noch auf 59,31 Meter ging, die Luft war raus. Die Konkurrentinnen auf den Plätzen zwei und drei, Charlotte Müller aus Erfurt (52,70 m) und Marie-Therese Obst aus Halle (52,02 m), warfen nicht annähernd in ihre Regionen. Über die Norm (60,50 m) für die Europameisterschaft in Zürich (12. bis 17. August) zu werfen, „wäre natürlich noch perfekter gewesen“. Aber Hussong ist ganz zuversichtlich, dass sie die fehlenden 24 Zentimeter noch packt. „Ich traue mir das jetzt zu.“ Heute hat sie frei an der Uni, deshalb konnte gestern spät noch ein bisschen zu Hause gefeiert werden.