Pirmasens Bittere Pille für „die Klub“

PIRMASENS. Es war gestern eine bittere Nachricht für den Fußball-Regionalligisten FK Pirmasens vor dem Match heute beim hochfavorisierten Tabellenzweiten 1. FC Saarbrücken (Anstoß: 14 Uhr, Ludwigspark-Stadion). Attila Baum muss wegen seines Knorpelschadens operiert werden und fällt bis zum Saisonende aus.
„Ich habe den Jungs geschrieben, dass ich nächstes Jahr, wenn ich gesund bin, wieder Regionalliga spielen möchte“, erzählte der Unglücksrabe nach der Diagnose im Heidelberger Klinikum für Orthopädie. Dort werden auch die Kicker des Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim und die Erstliga-Handballer der Rhein-Neckar-Löwen betreut, dort wird der schmerzlich vermisste Mittelfeldakteur vermutlich Ende November, Anfang Dezember auch operiert. „Ein herber Rückschlag für uns“, kommentierte Teammanager Andreas Kamphues das Aus des in dieser Saison nach seiner Knieverletzung in der Vorbereitung nie richtig fitten Führungsspielers. Baum formulierte auch klar: „Wir müssen uns in der Winterpause verstärken und bis dahin den Abstand zu einem Nichtabstiegsplatz so gering wie möglich halten.“ Dass neben Baum zudem Kapitän Sebastian Reinert wegen seiner gelb-roten Karte in Koblenz heute pausieren muss und Dennis Gerlinger eh schon lange fehlt, macht die Aufgabe für Coach Peter Tretter und seine noch verbliebenen Schützlinge im Ludwigspark ganz und gar nicht einfach. „Natürlich muss ich umbauen“, sieht sich der Trainer diesmal als (Um)-Baumeister gefordert. Niklas Kupper, Sascha Hammann, Christopher Ludy und Felix Bürger heißt das Quartett, aus dem Tretter die zwei Kicker heraussucht, die Baum und Reinert „in dem Bonusspiel für uns“ (so Tretter) ersetzen sollen. „Wir müssen versuchen, so lange als möglich die Null zu halten und wieder 90 Minuten konzentriert auftreten“, fordert Tretter. Gerade zu Saisonbeginn habe sein Team nahezu 90 Minuten keine Fehler gemacht und die Punkte geholt. Insbesondere bei ruhenden Bällen sieht er die Mannschaft in der Pflicht. „Da haben wir zuletzt entscheidende Fehler gemacht und Saarbrücken ist mit seinen hochgewachsenen Abwehrspieler bei Standards brandgefährlich“, warnt Tretter. Nach dem Abschlusstraining am Donnerstag bekam das Team nochmals Szenen von der Niederlage in Koblenz und insbesondere vom morgigen Gegner als Lehrfilm vorgeführt. Vielleicht können die Kicker von der Husterhöhe, die von der saarländischen Presse im Vorfeld als „Fallobst“ bezeichnet wurden, beweisen, dass der Ludwigspark im Duell zweier Fußballwelten – da die FCS-Profis, dort die Amateure aus der Schuhstadt nicht uneinnehmbar ist. (pea)