Wochenendkolumne RHEINPFALZ Plus Artikel Baustellenstillstand am Kaufhallenareal, kostenlose Parkplätze und dolce vita

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Rätselraten

Starten wir mit einem Quiz ins Wochenende: Was haben die folgenden beiden Redewendungen gemein: als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet; ein Ankündigungsriese entpuppt sich als Umsetzungszwerg. Wer weiß es?

Beide Sprüche drücken das aus, was nicht wenige Pirmasenser empfinden, wenn sie das Areal an der Ecke Schlossstraße/Höfelsgasse betrachten. Ältere Leser erinnern sich, dass dort früher die Kaufhalle stand. Etwas jüngere Leser erinnern sich an hochtrabende Pläne. Eine „Schuhstadt“ mit tausenden Quadratmetern Einkaufsfläche sollte dort entstehen. Jetzt ist gerade mal noch die Rede von Wohnungen für Senioren, einer Bäckerei und einem Bio-Markt.

Die Stadt hat das Areal mittlerweile an die Entwickler verkauft. Geschehen ist seitdem noch nichts. Zumindest nichts, was sich sehen lassen kann. Obgleich es Versprechungen gab, dass schon Ende vergangenen Jahres die Bagger anrücken sollten. Aber was kümmert mich schon mein Geschwätz von gestern, mögen sich die Entwickler frei nach Konrad Adenauer denken. Irgendwann wird bestimmt irgendetwas auf dem Gelände passieren. Aber wann und was das sein wird, weiß niemand.

Das einzige halbwegs Tröstliche an dieser wenig ruhmreichen Entwicklung ist der Verkaufsvertrag zwischen Stadt und Projektentwicklern. Darin befindet sich eine Rückkaufklausel. Sollte das Gelände nicht bis zu einem bestimmten Zeitpunkt entwickelt sein, beziehungsweise die Bauarbeiten starten, kann die Stadt das Areal zurückkaufen. Wann dieser Zeitpunkt ist, verrät die Stadtverwaltung nicht. Genauso wenig wie den Verkaufspreis. Man kann das als vertrauliche Vertragsangelegenheit bezeichnen – oder als intransparent. Die Öffentlichkeit wäre sicher daran interessiert.

Kostenfrei

Die etwas jüngeren Leser, die sich noch an das Konzept der „Schuhstadt“ im Bereich der Höfelsgasse erinnern, wissen vielleicht noch, dass die Straße zur Fußgängerzone werden sollte und an der Ecke zur Dankelsbachstraße ebenfalls ein großer Laden entstehen sollte. Heute wird das Thema totgeschwiegen. Immerhin wurden die dort vor sich hin gammelnden Gebäude abgerissen. Dem Stadtbild hat das nicht geschadet. Und die Autofahrer können sich freuen. Der geschotterte und eigentlich baureife Platz wurde nämlich kurzerhand von Autofahrern als kostenlose Parkfläche in der Innenstadt in Beschlag genommen. Wer nicht früh dran ist, findet dort oft keine freie Fläche mehr. Was die Autofahrer freut, wird die Parkhausbetreiber in der Innenstadt weniger freuen.

Dolce vita in PS

Zum Schluss noch eine Traumreise: Stellen Sie sich vor, Sie laufen durch die Fußgängerzone. Ihnen weht ein angenehmer Duft entgegen. Eine Mischung aus Olivenöl, mediterranen Kräutern und einem Hauch von Knoblauch. Sie setzen sich am Schlossplatz hin und genießen in der untergehenden Abendsonne ein Gläschen Chianti oder Lugana. Im Hintergrund singen Adriano Celentano und Eros Ramazotti um die Wette. Sie gönnen sich derweil Antipasti, frische Nudeln und frischen Fisch. Vielleicht ein Bruschetta vorab. Oder ein Prosecco.

Der Traum könnte mit viel Glück zur Realität werden. Die Stadt hat diese Woche nämlich angekündigt, dass sie im Rahmen des City-Events „Sommer in der Stadt“ das Thema Italien bespielen will. Wenn ich einen Wunsch frei habe, dann folgenden: Die Stadtspitze soll bitte mindestens einen Verantwortlichen des Stadtmarketings zur Dienstreise nach Italien verdonnern. Der soll dort dolce vita genießen, sich mit Pasta und Co. den Bauch vollschlagen und mit vielen Inspirationen nach Hause kommen und seine Erinnerungen in Pirmasens verwirklichen: kulinarisch, musikalisch und mit Blick auf das Ambiente. Niemand braucht eine Wiederholung des lieblosen Provence-Trauerspiels von 2021.

Nicht, dass es irgendwann mal frei nach dem Fußballer und Freizeitgeografen Andy Möller heißt: Provence oder Italien – egal, Hauptsach Bärmesens.

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