Pirmasens
Bauarbeiten an Kaffeetreppen: Warum zwei Winterlinden weichen mussten
Stadtratsmitglied Annette Sheriff (Grüne) erkundigte sich, warum zwei augenscheinlich gesunde Bäume bei den Kaffeetreppen gefällt worden sind. „Wir haben uns einfach gewundert, dass der Bereich hinter dem alten Rathaus, also am oberen Ende der Kaffeetreppe, so licht geworden ist“, erklärte Sheriff. Sie sei vor Ort schockiert gewesen, als sie die Überreste der großen, alten Baumstämme gesehen habe. Die Entfernung der Bäume sei bei der Präsentation des Umgestaltungskonzepts nicht erwähnt worden. Sie wollte von der Stadtverwaltung wissen, ob diese Maßnahme geplant war oder ob die Baufirma „mal wieder“ über das Ziel hinausgeschossen sei.
Wurzelwerk ist ausgedehnter als erwartet
Die Pressestelle des Rathauses teilte mit, dass die Fällungen weder geplant noch ein Versehen waren. Zwei Winterlinden, die rund 50 Jahre alt gewesen seien, wurden aus einer Baumreihe an den Parkplätzen hinter dem Alten Rathaus entfernt, so die Pressestelle. Ein Baum habe mit seinen Wurzeln unerwartet weit in den Arbeitsbereich für die Umgestaltung zum Pikopark geragt. Wenn der Baum stehengeblieben wäre, hätte die geplante Rampe für den möglichst barrierefreien Zugang nicht realisiert werden können, erklärt das Garten- und Friedhofsamt. Außerdem habe der Baum wegen des Drucks durch direkt benachbarte Bäume keine Entwicklungschance mehr gehabt, erläuterte Gartenbauamtsleiter André Jankwitz.
Der zweite Baum musste weichen, weil er zu nah an einem Haus stand und außerdem noch auf lockerem Bauschutt aus der Zeit nach dem Krieg. Das Risiko, die Winterlinde stehenzulassen, sei zu hoch gewesen.
Stege statt Pflaster, um alte Linden zu schonen
„Es ist ärgerlich, wenn Bäume entnommen werden müssen, aber leider nicht immer vermeidbar“, betonte Jankwitz. Es seien aber die zukunftsfähigen Bäume an den Kaffeetreppen erhalten geblieben, erklärte der Landschaftsarchitekt. Er kündigt eine weitere Baumfällung im Winter an: Eine Rosskastanie habe starken Pilzbefall am Stamm, die Standsicherheit sei stark gefährdet. Jankwitz versichert, dass es Ersatzpflanzungen an geeigneten Standorten im künftigen Bürgerpark geben werde.
Die Kaffeetreppen und die umliegenden Grünanlagen werden zu einem neuen Pikopark umgestaltet. Neben der bestehenden Treppenanlage wird ein stufenfreier Serpentinenweg gebaut, der besonders für Familien mit Kinderwagen und Senioren mit Rollatoren gedacht ist. In diesem Bereich stehen fünf der ältesten Bäume der Stadt. Die riesigen Winterlinden sollen rund 145 Jahre alt sein. Um diese Bäume zu schonen, wird laut Jankwitz der Weg nicht gepflastert, sondern durch einen Steg ersetzt. Die Baumgruppe ist als wichtiger Landschaftsbestandteil geschützt.