Pirmasens Aus dem Spreewald zurück in die Heimat
Das Pfarrer-Ehepaar Kerstin und Volker Strauch betreut seit Februar die Johanneskirchengemeinde in Pirmasens. Mit jeweils einer Dreiviertelstelle treten sie gemeinsam die Nachfolge von Pfarrer Bernd Rapp an, der nach England gegangen ist. Am kommenden Sonntag werden die Strauchs von Dekanin Waltraud Zimmermann-Geisert mit einem Gottesdienst offiziell in ihr Amt eingeführt.
„Wir sind froh, dass es geklappt hat und wir hier so herzlich aufgenommen wurden“, freuen sich Kerstin und Volker Strauch auf die kommende Aufgabe. Volker Strauch stammt aus Winzeln, Eltern und Bruder leben in der Region. Seine Frau kommt aus Siegburg im Rheinland. Nach ihrem gemeinsamen Studium in Bielefeld-Bethel, Heidelberg und Bonn hatten sich die beiden ursprünglich für die Zuordnung zur Rheinländischen Landeskirche entschieden. „Dort sah die Stellensituation nach unserem Probedienst allerdings nicht gut aus, wir hatten kaum eine Chance, fest in den Kirchendienst übernommen zu werden“, erklärt Strauch. Die meisten ihrer Kommilitonen seien damals ins Ausland gewechselt. Sie aber wollten in Deutschland bleiben und entschieden sich für eine Bewerbung in den neuen Bundesländern. In Luckau, Brandenburg, am Rande des Spreewaldes, wurde ihnen eine Stelle zugeteilt. Insgesamt acht Jahre lang betreuten die beiden Pfarrer 17 Kirchengemeinden, neun unterschiedliche Presbyterien und rund 2000 Gemeindemitglieder. Ihre neue Gemeinde in Pirmasens ist nahezu doppelt so groß. „In Luckau haben wir gesehen, wie Kirche sich verändert“, erklären die beiden. Dort hätten sie Chancen und Möglichkeiten dieser Veränderungen erkennen können. „Kirche ist immer da, wo Menschen zusammenkommen“, wertet Kerstin Strauch diese Zeit als großen Erfahrungsschatz. Über einen Wechsel zurück in die alte Heimat hätten sie damals nicht unbedingt nachgedacht, erzählen die beiden 40-Jährigen. Dass in der Johanneskirche eine Stelle frei wird, haben sie dann durch ihre Pirmasenser Kontakte erfahren. „Helmut Rothhaar, Leiter des Posaunenchors, in dem ich früher aktiv war, hat mich informiert“, erzählt Volker Strauch. Auch Pfarrer Uwe Beck habe sich gemeldet. „Wir wussten aber, wie schwer ein Wechsel über Landeskirchengrenzen hinweg werden würde – und haben uns wenig Hoffnung gemacht“, sagen sie. Durch den Einsatz von Dekanin Zimmermann-Geisert und Susanne Schütz, Leiterin des Presbyteriums der Johanneskirche, konnten die großen Hürden aber doch überwunden werden. Die Entscheidung sei dann im November gefallen. Für die Kinder des Paares, den zwölfjährigen Jonathan und die siebenjährige Hannah, bedeutete das, mitten im Schuljahr die Freunde zurückzulassen. „Die beiden wurden in ihren neuen Schulen hier sehr herzlich aufgenommen“, ist sich Kerstin Strauch sicher, dass sie sich schnell in ihrer neuen Heimat eingewöhnen. Zumal ihnen diese von den Besuchen bei den Großeltern nicht fremd war. Über die Nähe zur Familie freut sich die Pfarrleute übrigens ganz besonders. Spontane Besuche, wie die bei Kerstin Strauchs Schwester in Bitburg, seien nun wieder drin. „Wir genießen das sehr“, sagt das Ehepaar. Über das, was sie in Pirmasens erwartet, sind die beiden gut informiert. „Wir haben uns intensiv mit unserem Vorgänger Bernd Rapp ausgetauscht“, berichten sie. Dennoch habe sie die Herzlichkeit, das Interesse der Menschen an Religion und die große Unterstützung der Gemeinde und des Presbyteriums positiv überrascht. „Wir werden versuchen, auf einem sehr gut vorbereiteten Boden neue Impulse zu setzen“, freuen sich die Strauchs auf ihre Aufgabe in der Johanneskirche.