Pirmasens
AOK denkt über Umzug auf Kaufhallen-Areal nach
Nach Jahren, in denen das früher als Schuhstadt-Center gestartete Projekt gar nicht oder nur schleppend vorankam, scheint es jetzt gut zu laufen für Christoph Arnold. Die Decke des ersten Obergeschosses wird derzeit betoniert. Anschließend können die zwei restlichen Geschosse des Turmbaus vollendet werden. „Wir planen, im zweiten Quartal 2025 in Betrieb zu gehen“, sagt Arnold.
Die bisherige Planung mit seniorengerechten Wohnungen in den Obergeschossen wurde offenbar inzwischen aufgegeben. Wenn die AOK in den Neubau einzieht, würde die Krankenkasse wohl den größten Teil der Immobilie mieten. Nur das dritte Obergeschoss im Turmbau wäre dann noch frei sowie eine Einzelhandelsfläche im Erdgeschoss in Richtung Parkplatz mit 140 Quadratmetern.
Schwieriger Wohnungsmarkt
Für das dritte Obergeschoss im Turmbau ist Arnold bei der Planung noch offen. Das bliebe den künftigen Mietern überlassen, meint der Pirmasenser Architekt. Zwei große Wohnungen oder Büros sowie eine Arztpraxis wären denkbar. „Der Markt für Wohnungen ist momentan schwierig“, schätzt er. Arnold hofft auf einen Arzt oder Anwalt, der eine repräsentative Adresse sucht.
Bei der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland will deren Pressesprecher Jan Rößler den Umzug an die Höfelsgasse noch nicht bestätigen. „Wir planen den späteren Umzug in zeitgemäße Räumlichkeiten in Pirmasens“, antwortet Rößler auf Anfrage. Wohin die AOK umziehen will, ließ er dabei auch auf Nachfrage offen. Der Gebäudekomplex in der Bahnhofstraße 28 werde derzeit noch genutzt. Die Immobilie gehört inzwischen aber der Mattes Unternehmensgruppe in Bad Kreuznach. Der Eigentümer plane eine „zukunftsgerichtete Umnutzung im Hinblick auf moderne Büro- und Wohnkonzepte“, sagt Jan Rößler.
Das Gebäude in der Bahnhofstraße ist angesichts moderner Büroorganisation mit Homeoffice viel zu groß. Rößler betont, dass sich durch die Möglichkeit des Homeoffice perspektivisch weniger Mitarbeiter in den Büros aufhalten werden. Das bedinge eine räumliche und innenarchitektonische Gestaltung der Büros und Funktionsräume, in denen phasenweise „unterschiedliche Bürolandschaften“ frei und flexibel genutzt werden könnten. Der fest zugeordnete Arbeitsplatz von heute werde einer frei nutzbaren Arbeitswelt von morgen weichen.
Beratung bleibt vor Ort
Mit dem Umzug wolle sich die AOK in Pirmasens in puncto Kundennähe neu aufstellen und gleichzeitig den Mitarbeitern die gewünschte neue Arbeitswelt bieten. „Die persönliche Kundenberatung bleibt vor Ort weiterhin bestehen“, versichert Jan Rößler im Gespräch.
Das Projekt auf dem Kaufhallen-Areal war 2018 unter dem Namen „Schuhstadt“ gestartet. Viele Schuhgeschäfte sollten auf einer viel größeren Fläche entstehen und mit Gastronomie sowie Kulturangeboten ergänzt werden. Sogar Räume für die Stadtbücherei waren vorgesehen. Die Corona-Pandemie bremste die großen Pläne aus. Arnold und der Projektentwickler Patrick Buch mit seiner Firma Kair GmbH in Kusel setzten die Grundidee mit kleinerem Grundriss fort. Im Erdgeschoss werde nun die Wasgau AG mit einem 310 Quadratmeter großen Café einziehen. Dazu kommt ein Conceptstore von Buch selbst, über dessen Inhalt er noch nichts verraten wollte.
Kein Bio-Markt
140 Quadratmeter im Erdgeschoss sind noch frei. Die Fläche von rund 400 Quadratmetern im Erdgeschoss, die mal für einen Bio-Frischmarkt geplant waren, würden dann von der AOK genommen, wenn diese sich für die Anmietung entscheidet. Dazu kommen die Flächen im ersten Obergeschoss und das zweite Obergeschoss im Turmbau für die AOK. Der 100 Quadratmeter große Pavillon an der Ecke wird von der Wasgau AG für ein neues Einzelhandelskonzept benötigt.
Erhebliche Verzögerungen erlebte das Projekt durch die sich hinziehenden Abrissarbeiten eines Rückgebäudes, das statisch extrem herausfordernd war.